bedeckt München 14°

Mayweather versus Pacquiao:Ein Boxkampf, um alle Zweifel zu zerstreuen

Boxing: Pacquiao-Mayweather mega-fight confirmed

Am 2. Mai treffen Floyd Mayweather (links) und Manny Pacquiao in Las Vegas aufeinander. Am Duell hängt mal wieder das Etikett "Kampf des Jahrhunderts".

(Foto: AFP)

Wer der Beste sein will, muss die Besten seiner Generation besiegen: Bald kommt es zum Duell zwischen Floyd Mayweather und Manny Pacquiao - der Kampf steht für alles, was am Profiboxen fasziniert und abstößt.

Von Jürgen Schmieder, Los Angeles

Boxer spielen nicht miteinander. Man kann Basketball oder Fußball mit jemandem spielen. Kein Mensch spielt Boxen. Beim Boxen muss man kämpfen. Boxer sprechen auch nicht miteinander, sie sprechen übereinander und verwenden dabei Wörter, die man nur beim Boxen ungestraft aussprechen darf. Der Amerikaner Floyd Mayweather junior und der Philippiner Emmanuel Dapidran Pacquiao haben kürzlich tatsächlich miteinander gesprochen und ein Duell vereinbart - am 2. Mai werden sie in Las Vegas gegeneinander kämpfen.

Das Duell mit dem im Boxen üblichen Beinamen "Kampf des Jahrhunderts" dürfte tatsächlich die lukrativste Veranstaltung in der Geschichte dieses Sports werden. Vor allem aber steht sein Zustandekommen für alles, was Boxen zu einer faszinierenden und gleichzeitig abstoßenden Disziplin macht. Es geht um Dollar und Doping, um Stolz und Rassismus, um Macht und Moral.

Wer der Beste sein will, muss die Besten seiner Generation besiegen

Zum ersten Mal seit 22 Jahren, als Julio Cesar Chavez und Pernell Whitaker unentschieden boxten, wird der über die Gewichtsklassen hinweg beste Boxer der Welt in einem direkten Vergleich ermittelt. Wer der beste Boxer ist, legt üblicherweise das Ring Magazine fest: Das führt derzeit Mayweather an Nummer eins, Wladimir Klitschko liegt vor Pacquiao auf Platz zwei. Schon jetzt steht fest: Es geht nicht nur um die Weltergewicht-Titel der Verbände WBA, WBC und WBO, der Sieger wird auch die sogenannte Pound-for-Pound-Liste danach anführen.

Mayweather, 38, und Pacquiao, 36, haben festgestellt, dass eine Karriere als Boxer nicht so lange dauert wie das Leben selbst und dass sie noch gegeneinander antreten sollten, bevor der Rest dieses Lebens beginnt. "Das wird eine weitere Gelegenheit, meine immensen Fähigkeiten zu präsentieren", sagt der in 47 Profikämpfen unbesiegte Mayweather: "Ich bin der Beste aller Zeiten!"

Nur: Wer der Beste in der Geschichte sein will, der muss nicht nur den Kampfrekord von Rocky Marciano brechen (49:0) - er muss die Besten seiner Generation und Gewichtsklasse besiegen. Bislang wählte der stolze und selbstgefällige Mayweather seine Gegner so gewissenhaft aus wie eine Mutter die Eier im Supermarkt. Er braucht einen Sieg gegen Pacquiao (57 Siege, zwei Unentschieden, fünf Niederlagen), um alle Zweifel zu zerstreuen. Und natürlich schadet es nicht, mehr zu verdienen als je ein Sportler zuvor in maximal 48 Minuten, inklusive Rundenpausen.

Preisboxen heißt auch deshalb Preisboxen, weil die Qualität gemeinhin nicht über Medaillen und Rekorde definiert wird, sondern über die Einnahmen, die ein Kampf generiert. 400 Millionen US-Dollar dürfte das Duell umsetzen, Mayweathers Verdienst dürfte mehr als 150 Millionen Dollar betragen, der von Pacquiao mehr als 100 Millionen. Ein Giga-Zahltag für alle, die beteiligt sind und seit beinahe sechs Jahren an dieser Veranstaltung basteln.

"Wenn ich über diesen Zwerg getrampelt bin, dann soll mir diese Tunte ein paar Shushi rollen und Reis kochen", hatte Mayweather während der ersten Verhandlungen im Jahr 2009 über Pacquiao gesagt und ganz nebenbei noch den Verdacht geäußert, dass sich dessen außerordentliche Schnelligkeit nicht durch die Einnahme von Reis und Huhn erklären lässt, sondern nur mit illegalen Mitteln. Für die Dopingvorwürfe wurde er von Pacquiao erfolgreich verklagt, für die diskriminierenden Äußerungen entschuldigte sich Mayweather erst nach heftigen Protesten.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema