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Ligue 1:Schiedsrichter tritt nach und zeigt dann Gelb-Rot

Ligue 1 - FC Nantes vs Paris St Germain

Bizarres Privatduell: Schiedsrichter Tony Chapron stellt Nantes-Verteidiger Diego Carlos vom Platz.

(Foto: REUTERS)
  • Kuriose Szene im Spiel des FC Nantes gegen Paris Saint-Germain. Schiedsrichter Tony Chapron tritt gegen einen Verteidiger des FC Nantes nach und zeigt ihm dann die gelb-rote Karte.
  • Später erklärt der Unparteiische, er sei ausgerutscht.
  • Die Verantwortlichen des FC Nantes sind nach Spielende außer sich. Selbst der ehemalige spanische Nationaltorwart Iker Casillas meldet sich zu Wort.

Es lief die 91. Spielminute im Stade de la Beaujoire: Am 20. Spieltag der französischen Ligue 1 laufen die Tabellenfünften des FC Nantes einem 0:1-Rückstand gegen Tabellenführer Paris Saint-Germain hinterher. Bei einem Vorstoß über PSG-Stürmer Kylian Mbappé hastet die gesamte Heimmannschaft zurück, unter anderem auch Innenverteidiger Diego Carlos. Dem wird jedoch die freie Bahn zurück zum eigenen Strafraum von einem Beteiligten in blauer Kleidung versperrt. Beim vermeintlichen Gegenspieler handelt es sich jedoch nicht um einen der Kontrahenten im PSG-Trikot, sondern um Tony Chapron, den Schiedsrichter.

Diego Carlos und der Unparteiische laufen gegeneinander. Es ist nicht klar zu erkennen, ob Chapron fällt, weil Carlos ihn leicht schubst, oder ob er einfach nur über die Füße des Fußballers fällt. Eine böse Absicht ist jedenfalls nicht zu erkennen, aber der Schiedsrichter fällt zu Boden, rollt sich blitzschnell ab - und streckt plötzlich in Manier eines gelernten Verteidigers das rechte Bein reflexartig aus. Der Schiedsrichter tritt gegen den Spieler nach ( Hier die Szene im Video). Er trifft Diego Carlos nicht, weitreichende Folgen hat dieses bizarre Duell allerdings trotzdem: Chapron zeigt Diego Carlos die gelbe Karte. Da es sich dabei bereits um die zweite Verwarnung des Verteidigers in jenem Spiel handelt, fliegt der 24-Jährige anschließend vom Platz. Nantes verliert die Begegnung mit 0:1 - und Carlos droht eine Sperre für das kommende Spiel gegen Toulouse.

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Nantes-Präsident Waldemar Kita verfolgt die Szenen mit Galgenhumor. Unglaubwürdig lächelnd gestikuliert Kita am Spielfeldrand, wohl auch verwundert, dass sich solch eine Situation gerade in der höchsten französischen Profiliga ereignet. Er war nach Spielende außer sich. "Was soll ich sagen? Wenn ich zu viel sage, werde ich vor eine Ethik-Kommission gestellt. Wir haben kein Recht, irgendwas zu sagen. Ganz Europa lacht darüber. Wenn ein Spieler so etwas gemacht hätte, würde er sechs Monate gesperrt werden", sagt der Vereinspräsident gegenüber Le Parisien. Ähnlich pointiert kommentiert Valentin Rongier, in der hektischen Schlussphase Spielführer von Nantes, im Interview mit Canal+ den Ausschluss seines Teamkollegen: "Der Schiedsrichter hat mir gesagt, dass er ausgerutscht wäre. Ich hoffe, die Bilder davon sprechen für sich."

In den sozialen Netzwerken verbreiteten sich die kuriosen Szenen des "Revanche-Fouls" samt Platzverweis unmittelbar nach dem Abpfiff in Windeseile. Neben Fotomontagen und einem Wikipedia-Eintrag über Chapron als UFC-Kämpfer meldete sich auch Porto-Torhüter Iker Casillas via Twitter zu Wort und forderte scherzhaft eine rote Karte samt Sperre für mindestens drei Spiele für den grätschenden Unparteiischen.

Tatsächlich hat die Aktion in Nantes auch ein Nachspiel für Chapron: Am Montag suspendierte der französische Fußball-Verband (FFF) den Schiedsrichter bis auf Weiteres. Zudem muss er sich vor der Disziplinarkommission der Liga verantworten.

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