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Leverkusen:Kalte Dusche im Starkregen

Fussball , 1.BL. Saison 2020/2021, Corona, Covid-19, Geisterspiel, Ohne Zuschauer, Bayer 04 Leverkusen vs. Arminia Biel

Bielefelder Lufthoheit: Bei der 1:2-Niederlage gegen die Arminia hat Leverkusens Lucas Alario gegen Zwei das Nachsehen.

(Foto: Gladys Chai von der Laage/imago)

Die ungemütlichen Wochen von Bayer Leverkusen setzen sich fort beim 1:2 gegen Arminia Bielefeld. Den Ostwestfalen genügt eine couragierte Leistung, um auf Platz 15 vorzurücken.

Von Milan Pavlovic, Leverkusen

Durchnässt von einem Starkregenguss und einer kalten Dusche durch Arminia Bielefeld trotteten die Spieler von Bayer Leverkusen vom Platz. Durch eine verdiente 1:2 (0:1)-Niederlage gegen den Aufsteiger rutschte der Werksklub auf Platz sechs ab. Für die Bielefelder war es hingegen unverhofft ein erstes Erfolgserlebnis mit dem neuen Trainer Frank Kramer.

Die Partie entwickelte sich nach dem erwartbaren Muster: Leverkusen hatte meist den Ball und suchte Lücken in der Festung des tief stehenden Gegners. Die Arminia hatte sich genau angeguckt, wie zuletzt Wolfsburg (1:0), Mainz (2:2) und Freiburg (2:1) Punkte beim Werksklub stibitzt hatten. Diese Taktik wäre allerdings früh gescheitert, hätte Nadiem Amiri einen Tag in Normalform erwischt. Nach einem Tempoangriff über Moussa Diaby kam Bayers Offensivspieler in der 7. Minute unbehelligt aus elf Metern zum Abschluss - setzte den Ball aber am Tor vorbei.

Danach gingen die Gäste noch konzentrierter der Forderung ihres neuen Trainers nach, "Leverkusens Tempo aus dem Spiel zu nehmen". Und da die Ostwestfalen jene Räume vorfanden, die das Werksteam so gerne selbst mal genießen würde, starteten sie einen Konter, der zum 0:1 (17.) führte, weil Gebauer flanken konnte und in der Mitte der agile Ritsu Doan schneller am Ball war als Innenverteidiger Tapsoba. Von der Latte tropfte die Kugel ins Netz.

Anschließend zogen sich die Gäste wieder zurück und überließen den Leverkusenern den Ball in Zonen, in denen sie nicht weh tun konnten. Der Ballbesitz-Anteil der Hausherren lag konstant bei über 70 Prozent, was aber bloß als Argument gegen den Ballbesitzfußball taugte. Denn bis auf eine Chance durch Gray (37.), die Ortega glänzend vereitelte, gerieten die Gäste bis zur Pause nicht mehr ernsthaft in Gefahr.

Nach dem Wechsel agierte Leverkusen direkt so, als schriebe man bereits die letzte Minute: Alle stürmten, allerdings unkoordiniert. Und das rächte sich bald: Arne Maier fing einen Pass am linken Strafraumeck ab und schickte Lucoqui auf die Reise. Bayer-Stürmer Diaby eilte Wendell zu Hilfe, machte dadurch aber alles schlimmer, denn er ließ die Mitte blank, weshalb der verwaiste Bielefelder Masaya Okugawa verwundert schaute, als der Ball zu ihm trudelte. Das hinderte den Japaner aber nicht daran, cool zum 2:0 für die Gäste abzuschließen.

Dies geschah in der 57. Minute, und Leverkusen wirkte ratlos. In den folgenden 25 Minuten forderte die Starkregenphase die Gäste mehr als die Werkskicker. Überraschend für alle fiel deshalb das 1:2 durch Schick (85.). Und plötzlich herrschte Anarchie in der Bayarena. Schipplock vergab die Chance zum 3:1, Alario und Frimpong ließen in der Nachspielzeit zwei Hochkaräter zum 2:2 aus. Erst danach beruhigten die Bielefelder das Geschehen und ernteten den Lohn für einen couragierten Auftritt: Sie schubsten die Berliner Hertha auf den Relegationsrang und gehen gestärkt an die nächste scheinbar unlösbare Aufgabe - gegen Leipzig.

© SZ/mok
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