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Leichtathletik-WM:Schwanitz holt Bronze im Kugelstoßen

World Athletics Championships - Doha 2019

Bronze in Doha: Christina Schwanitz.

(Foto: REUTERS)

Die Deutsche bietet in Doha einen starken, konzentrierten Wettkampf und freut sich über eine Medaille. Es ist die zweite des deutschen Teams bei der WM.

Mit großer Routine und ganz viel Nervenstärke zu WM-Bronze: Die ehemalige Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz hat sich mit einem erfolgreichen Konter doch noch ihren Medaillentraum erfüllt und das zweite deutsche Edelmetall gewonnen. Mit 19,17 m im fünften Versuch kam die 33 Jahre alte Vize-Europameisterin am Donnerstagabend in Doha auf Platz drei - nach Silber 2013 und Gold 2015 komplettierte die Mutter von Zwillingen damit ihren WM-Medaillensatz.

"Dieses Bronze ist mein ganz persönliches Gold. Ich möchte allen Danke sagen, die uns unterstützt haben", sagte Schwanitz in der ARD und kämpfte dabei gegen die Tränen. Schwanitz' Erfolg könnte zudem der Startschuss zum angepeilten furiosen WM-Endspurt der deutschen Leichtathleten sein: Unter anderem hoffen Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo, die starken Speerwerfer um Olympiasieger Thomas Röhler sowie Titelverteidiger Johannes Vetter und Lauf-Hoffnung Konstanze Klosterhalfen an den letzten drei Tagen auf Erfolge. Zudem stehen am Freitag drei deutsche Diskuswerferinnen im Finale.

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Klosterhalfen konnte dabei auch die "Affäre Alberto Salazar" zunächst nichts anhaben. Salazar, Chef des umstrittenen Nike Oregon Projects, war wegen Verstößen gegen die Anti-Doping-Richtlinien vier Jahre gesperrte worden. Klosterhalfen, die in der Qualifikation souverän weiterkam, trainiert aber bei Pete Julian und nicht bei Salazar.

Schwanitz behielt am Donnerstagabend die Nerven, im fünften Versuch verbesserte sie sich wieder auf Rang drei, von dem sie zwischenzeitlich durch die US-Amerikanerin Maggie Ewen verdrängt wurde. Gold ging an Titelverteidigerin Gong Lijiao (China/19,55) vor der Jamaikanerin Danniel Thomas-Dodd (19,47).

Schwanitz sendete mit ihrem Erfolg zudem eine Botschaft weit über den Sport hinaus. Denn sie trat in Doha nicht nur für sich an. "Daran sollen sich auch viele andere Mütter ein Beispiel nehmen, die sagen, weil ich ein Kind habe, kann ich nicht arbeiten, eine Führungsposition übernehmen. Das ist Blödsinn", hatte Schwanitz, die im Sommer 2017 Mutter von Zwillingen geworden war, nach der Qualifikation gesagt: "Ich möchte zeigen, dass man auch mit Kindern in der Weltspitze sein kann", sagte Schwanitz. Und sie tat es.

Nach WM-Gold 2015 hatte sie die Titelkämpfe in London vor zwei Jahren wegen ihrer Babypause verpasst. Erst im vergangenen Jahr gab die 33-Jährige ihr Comeback, gekrönt von der Silbermedaille bei der Heim-EM 2018.

Genauso wie mit ihren sportlichen Gegnern hatten Schwanitz und ihr Mann Tomas dabei mit den gleichen Problemen zu kämpfen, die fast alle frischgebackenen Eltern haben: Der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. "Natürlich ist es viel, viel schwerer. Man muss sich sehr organisieren und seinen Tag strukturieren", sagte Schwanitz, die in diesem Jahr sogar noch ein Studium aufnahm. Amos Bartelsmeyer feierte über die 1500 m einen Erfolg. Der Frankfurter qualifizierte sich in 3:37,80 Minuten für das Halbfinale am Freitag (19.05 Uhr/MESZ).