Leichtathletik-EM: Hammerwurf Betty Heidler gewinnt Gold

Erfolgreicher Abend für die deutschen Athleten bei der EM in Barcelona: Betty Heidler holt Gold im Hammerwurf, und auch im Stabhochsprung und über 1500 Meter landen Deutsche auf dem Treppchen - nach einem Foto-Finish.

Der deutsche Medaillen-Express rollt: Am vierten Tag der Leichtathletik-EM von Barcelona gewann die Frankfurter WM-Zweite Betty Heidler wie bei der WM 2007 mit 76,38 Meter Hammerwurf-Gold. Im Stabhochsprundie holte die Leverkusener WM-Vierte Silke Spiegelburg mit 4,65 m Silber, die Ludwigshafener U23-Europameisterin Lisa Ryzih höhengleich Bronze.

Glückliche Goldmedaillengewinnerin im Hammerwurf: Betty Heidler

(Foto: AFP)

"Ich wusste, dass was ich kann und hatte auf Gold gehofft", bekannte die Betty Heidler freudestrahlend. Vor dem Wettkampf hatte sie schon erklärt: "Mein Ziel ist mindestens Silber." Im zweiten Durchgang landete die deutsche Rekordlerin (77,12 Meter) den großen Wurf, den weder Russlands frühere Dopingsünderin Tatjana Lysenko (75,65) noch Polens Weltmeisterin und Weltrekordlerin Anita Wlodarczyk (73, 56) zu kontern verstanden. Nur sie selbst packte im fünften Versuch mit 76,38 m noch einen drauf. Ihre Klubkameradin Kathrin Klaas war als WM-Vierte kläglich in der Qualifikation gescheitert.

Für Heidler, 2006 EM-Fünfte und 2008 Olympianeunte, war es die dritte große Medaille der Karriere, für Spiegelburg nach Silber bei der Hallen-EM die erste im Freien, für Ryzih die erste bei den Frauen überhaupt. Bis 4,65 m leistete sich die 24-Jährige keinen Fehlversuch. Bei 4,70 m scheiterte die Olympiasiebte zweimal und hob den letzten Sprung wie die frühere U20-Weltmeisterin Lisy Ryzih für 4,75 m auf. Doch beide scheiterten. Nur Elfte wurde Europas Jahresbeste Carolin Hingst (Mainz) mit schwachen 4,35 m.

Den größten Erfolg seiner Karriere konnte der Berliner Läufer Carsten Schlangen feiern: Er gewann völlig überraschend EM-Silber über 1500 Meter. Der 29-Jährige musste sich nach einem taktisch klugen Rennen in 3:43,52 Minuten nur dem spanischen Sieger Arturo Casado geschlagen geben, der 3:42,74 lief. Im Fotofinish verwies Schlagen den zweiten Spanier Manuel Olmedo (3: 43,54) auf Rang drei.

Glänzend schlug sich auch der WM-Fünfte Andre Höhne aus Berlin, er wurde nach Magenproblemen Siebter im 50-km-Gehen: "Es war hart. Aber habe mich durchgebissen." Der Potsdamer Christoph Linke gab auf.

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