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Kunstturnen:Philipp Boy beendet Karriere

Der 25-Jährige konnte seine Angst nach einem schweren Sturz nicht vollständig besiegen. NBA-Team San Antonio Spurs muss 250.000 Dollar Strafe zahlen. Deutschlands Rodel-Doppelsitzer gewinnen auch das zweite Rennen der Saison, die Skilangläufer enttäuschen hingegen. Die deutsche Hockey-Nationalmannschaft siegt bei der Champions Trophy.

in Kürze

Turner Boy tritt zurueck

Schwerer Sturz vom Reck: Philipp Boy prallt nach einem Fehler im November 2011 hart auf die Matte.

(Foto: dapd)

Kunstturnen, Philipp Boy: Philipp Boy hat das Ende seiner Turn-Karriere verkündet. 124 Tage nach seinem letzten Wettkampf bei den Olympischen Spielen in London begründete der zweimalige Mehrkampf-Vizeweltmeister aus Cottbus seinen Schritt mit psychischen Problemen nach seinem schweren Sturz vor einem Jahr in Stuttgart. "Seit diesem Sturz hatte ich die Bremse im Kopf. Ich konnte das Problem nicht lösen", sagte der 25-Jährige am Rande des Turn-Weltcups in der Stuttgarter Porsche-Arena. "Ich habe gespürt, dass ich in vier Jahren nicht mehr mit um Olympia-Medaillen kämpfen kann. Insofern war es der logische Schritt", sagte Boy.

Er wird aber dem Turnen verbunden bleiben. "Ich habe den Sport 21 Jahre lang betrieben. Ich werden ihm immer treubleiben", fügte er hinzu, ohne konkrete Ziele zu benennen. Beruflich werde er seine zwei Imbiss-Geschäfte in Cottbus weiter betreiben. Bereits nach seinem Debakel in London, wo Boy als Mitfavorit nach Reckabstürzen alle Einzelfinals verpasst hatte, waren das erste Mal Rücktrittsgedanken beim Lausitzer laut geworden. In der Olympia-Saison hatte er mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen.

NBA, San Antonio Spurs: Die San Antonio Spurs müssen für den Verzicht auf ihre Stars im Topspiel gegen die Miami Heat 250.000 Dollar zahlen. Die nordamerikanische Basketball-Profiliga NBA verurteilte den viermaligen Meister zu dieser Strafe, weil die Texaner damit der Liga und den Fans einen schlechten Dienst erwiesen hätten. "Das Team hat die Heat, die Medien und die Liga nicht rechtzeitig informiert", sagte NBA-Commissioner David Stern am Freitag (Ortszeit).

Spurs-Coach Gregg Popovich hatte am Donnerstag in Tim Duncan, Tony Parker, Manu Ginobili und Danny Green seine vier wichtigsten Spieler geschont. Die Strafe rief ligaweit Unverständnis hervor. "Popovich hat das bereits in der Vergangenheit gemacht und er weiß, was das Beste für das Team ist" meinte der frühere Profi Shaquille O'Neal. Unterstützung erhielt Popovich auch von seinem Trainerkollegen Doc Rivers von den Boston Celtics: "Du musst dein Team so coachen, dass du auf lange Sicht gewinnst und dafür alles tun. Wenn das heißt, auf Spieler zu verzichten, dann verzichtest du auf die Spieler." Die Spurs kommentierten die Strafe zunächst nicht. Miami hatte sich nur mit Mühe 105:100 durchgesetzt.

Rodeln, Doppelsitzer: Die Rodel-Doppelsitzer Tobias Wendl und Tobias Arlt haben beim Heim-Weltcup am Königssee ihren zweiten Saisonsieg eingefahren. Die Bayern hielten die Konkurrenz mit Bahnrekord deutlich auf Distanz und machten eine Woche nach dem Sieg beim Auftaktrennen ihren zwölften Weltcup-Erfolg perfekt. Die WM-Zweiten Toni Eggert und Sascha Benecken sorgten hinter Wendl/Arlt für den erneuten Doppelerfolg der deutschen Doppelsitzer. Dritte wurden die österreichischen Olympiasieger Andreas und Wolfgang Linger.

Eisschnelllauf, Claudia Pechstein: Eisschnellläuferin Claudia Pechstein hat ihren Aufwärtstrend im Weltcup fortgesetzt, ist an einem weiteren Coup aber knapp vorbeigelaufen. In der kasachischen Hauptstadt Astana lief die 40-Jährige über 5000 m in 7:01,05 Minuten auf den zweiten Platz hinter der tschechischen Doppel-Olympiasiegerin Martina Sablikova (7:00,75), die seit zwei Jahren auf dieser Strecke unbesiegt ist. "Das war eine ganz tolle Leistung von Claudia. Das Eis war heute nicht so gut wie in den letzten Tagen, aber sie ist konstant durchgelaufen", sagte Chef-Bundestrainer Markus Eicher. Stephanie Beckert (Erfurt/7:02,52) musste sich mit Platz vier hinter Olga Graf aus Russland zufrieden geben.

Skilanglauf, Weltcup: Die deutschen Skilangläufer haben auch im zweiten Distanzrennen des WM-Winters den Sprung in die Weltspitze klar verpasst. Der 22. Platz von Jens Filbrich (Frankenhain) war beim Zehn-Kilometer-Rennen im finnischen Kuusamo für das Team des Deutschen Ski-Verbandes (DSV) noch das beste Resultat. Sieger wurde der Russe Alexander Legkow in 21:52,8 Minuten. "Das war ein sehr knappes, aber ordentliches Rennen", sagte Filbrich, der im Ziel 44,8 Sekunden Rückstand hatte. Neben dem 33-Jährigen verfehlte auch Tobias Angerer auf Platz 28 die Top 15 und damit die erhoffte halbe WM-Norm. Erst gar nicht in die Punkte schafften es Andreas Katz und Tim Tscharnke auf den Plätzen 32 und 33. Axel Teichmann wurde gar 77. Zuvor hatten die deutschen Frauen ein Ausrufezeichen gesetzt: Nicole Fessel sorgte als Neunte für das erste deutsche Top-Ten-Ergebnis der Saison, Katrin Zeller und Denise Hermann rundeten auf den Rängen 14 und 15 das gute Abschneiden ab.

Hockey, Männer: Hockey-Olympiasieger Deutschland ist mit einem Sieg in die 34. Champions Trophy gestartet. Die Mannschaft von Bundestrainer Markus Weise gewann in Melbourne/Australien 3:2 (3:0) gegen Neuseeland. Tobias Matania (2.), Jan Christopher Rühr (21.) und Oliver Korn (26.) sorgten mit ihren Treffern in der ersten Halbzeit für den erfolgreichen Auftakt. Nach dem ersten Spieltag liegt die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB), die beim prestigeträchtigen Turnier mit nur drei Goldmedaillen-Gewinnern von London antritt, in der Gruppe A auf dem zweiten Platz. Tabellenführer ist Indien nach einem 3:1 (1:1) gegen England. Am Sonntag (4.30 Uhr MEZ) geht es für das DHB-Team mit dem Spiel gegen die Engländer weiter. Zum Abschluss der Vorrunde steht am Dienstag (7.30 Uhr MEZ) das Duell mit Indien an.

Skispringen, Weltcup: Die deutschen Skispringer haben nach 1027 Tagen wieder einen Mannschaftswettbewerb im Weltcup gewonnen. Im finnischen Kuusamo erreichten Senkrechtstarter Andreas Wellinger (Ruhpolding), Routinier Michael Neumayer (Berchtesgaden), Richard Freitag (Aue) und Severin Freund (Rastbüchl) nach zwei Durchgängen 1104,1 Punkte und verwiesen die Mannschaften aus Österreich (1098,8) und Slowenien (1064,4) auf die weiteren Podestplätze. Nach dem ersten Durchgang hatte das DSV-Quartett noch auf dem zweiten Rang gelegen, ein Patzer der zur Halbzeit führenden Slowenen und ein Glanzsprung von Wellinger über 143 Meter brachten das Team von Bundestrainer Werner Schuster aber mit einem komfortablen Vorsprung den Sieg. Der Schlussspurt von Olympiasieger Österreich kam zu spät. Zuletzt hatte ein deutsches Team am 7. Februar 2010 beim Heimspringen in Willingen triumphiert. Der 33-jährige Neumayer war in Kuusamo einzig verbliebener Springer der damaligen Erfolgsmannschaft.

Ski alpin, Frauen: Maria Höfl-Riesch ist bei einer weiteren Abfahrts-Demonstration von "Speed Queen" Lindsey Vonn zum zweiten Mal in diesem Winter aufs Stockerl gefahren. Die Doppel-Olympiasiegerin aus Partenkirchen belegte beim überlegenen Triumph ihrer Freundin Vonn bei der ersten Saison-Abfahrt in Lake Louise/Kanada nach einer couragierten Fahrt durch den Nebel Platz drei. Auf Rang zwei, den Stacey Cook (USA) holte, hatte Höfl-Riesch nur eine Hundertstelsekunde Rückstand. Vonn (USA) fuhr 1,74 Sekunden schneller - und damit mal wieder in einer anderen Welt. "Im Training waren die Bedingungen besser, aber ich denke, es war ein faires Rennen. Am Ende hat die Beste gewonnen, und das nicht zu knapp", sagte Höfl-Riesch. Mit ihrer Platzierung sei sie "zufrieden, aber mein Ziel ist es immer, an die Lindsey heranzukommen oder sie zu schlagen. Es wird der Tag kommen..." Viktoria Rebensburg (Kreuth/2,42 Sekunden zurück) kam nicht unter die besten Zehn. Das Rennen musste wegen Nebels und Schneefalls für insgesamt rund eine Stunde unterbrochen werden.

Tobias Stechert erleidet Kreuzbandriss

Ski alpin, Männer: Super-G-Weltmeister Christof Innerhofer hat die Weltcup-Abfahrt von Beaver Creek/Colorado gewonnen, für den deutschen Hoffnungsträger Tobias Stechert endete das Rennen im Rettungsschlitten. Während der Südtiroler Innerhofer auf der "Raubvogel-Piste" zum vierten Mal im Weltcup triumphierte, erlebte Stechert mit seinem wohl dritten Kreuzbandriss eine sportliche Tragödie. Der 27-Jährige, in der Vorwoche Fünfter in Lake Louise, verletzte sich im linken Knie, als er einen kleineren Fahrfehler zu korrigieren versuchte. Im selben Gelenk hatte sich Stechert bereits 2009 das Kreuzband gerissen, 2004 riss er sich das im rechten Knie. Stechert hielt sich auf den Beinen, fuhr an den Rand der Strecke - und griff sich ans linke Knie. Mit dem Rettungsschlitten musste Stechert zu Tal gebracht werden. Zuvor hatte er sich die Skier abgeschnallt, seine Handschuhe warf er verärgert in den Schnee. Um den Fortgang des Rennens zu ermöglichen, rutschte Stechert unter einem Sicherheitszaun durch, wartete neben der Piste auf den Ackja, mit dem er sicher in den Zielraum gebracht werden konnte.

Dort gab es die erste, niederschmetternde Diagnose. Der WM-Dritte Innerhofer jubelte derweil über seinen Vorsprung von 0,23 Sekunden auf den Norweger Aksel Lund Svindal. "Es ist ein Wahnsinn! In den letzten Monaten hatte ich so große Probleme", sagte Innerhofer über seinen überraschenden Erfolg. Platz drei ging an den Norweger Kjetil Jansrud (0,50 Sekunden zurück). Stephan Keppler aus Ebingen (2,09) kam mit Startnummer 28 bei stärker werdendem Wind im oberen Abschnitt nicht unter die Top 20.

Eishockey, DEL: Die Mannheimer Adler haben zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen verloren, ihren Vorsprung an der Tabellenspitze aber dennoch ausgebaut. Der Vizemeister unterlag bei den Krefeld Pinguinen 2:3 (2:2, 0:0, 0:0, 0:1) nach Verlängerung, profitierte aber von der gleichzeitigen 1:4 (0:0, 0:2, 1:2)-Pleite des Verfolgers Kölner Haie beim EHC München. Nach der Niederlage beim Klub des Bundestrainers Pat Cortina liegt das Team von dessen Vorvorgänger Uwe Krupp drei Punkte hinter dem Spitzenreiter zurück. Auch Titelverteidiger Eisbären Berlin patzte. Nach dem 2:4 (0:0, 2:1, 0:3) beim ERC Ingolstadt mussten die Berliner Platz drei an die Hamburg Freezers abgeben. Die Hanseaten fertigten die Iserlohn Roosters mit 5:0 (1:0, 3:0, 1:0) ab. Auf Play-off-Kurs steuern weiter die Augsburger Panther, die sich im bayerischen Derby bei den Straubing Tigers mit 3:1 (1:0, 0:0, 2:1) durchsetzten und am Rivalen vorbeizogen. Schlusslicht bleibt der EHC Wolfsburg nach der 2:4 (0:1, 1:1, 1:2)-Niederlage im Niedersachsen-Derby bei den Hannover Scorpions. Der Vorletzte Düsseldorfer EG erkämpfte beim 3:4 (2:2, 0:1, 1:0, 0:1) nach Verlängerung bei den Nürnberg Ice Tigers immerhin einen Punkt.

Fußball, Wettskandal: Der im italienischen Wettskandal verhaftete serbische Fußballer Almir Gegic hat mit seinen Aussagen bei der Staatsanwaltschaft Cremona für großen Wirbel gesorgt. "Seit 20 Jahren werden in Italien Spiele manipuliert. Wir haben einen fruchtbaren Boden gefunden. Wir zwangen nicht die Spieler, etwas gegen ihren Willen zu tun. Sie stellten sich gern zur Verfügung", sagte Gegic laut der Sportzeitung Corriere dello Sport. Es sollen auch Spiele der Erstligisten Lazio Rom, dem Klub des deutschen Nationalspielers Miroslav Klose, sowie des FC Genua, US Lecce, FC Palermo und AS Bari manipuliert worden sein. Gegic war am vergangenen Montag auf dem Mailänder Flughafen Malpensa festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der ehemalige Mittelfeldspieler vom Schweizer Klub FC Chiasso und des italienischen Vereins AC Vicenza berichtete, dass er selber nie persönlich Spiele manipuliert oder jemanden bedroht habe.

Im Rahmen eines mehrstündigen Verhörs versicherte der 33-Jährige, dass nicht nur sein osteuropäischer Ring in Italien aktiv war. Gegic gab zu, Informationen über manipulierte Spiele gekauft und darauf gewettet zu haben. In Mailand seien ihm auch einmal Informationen über manipulierte Erstligaspiele süditalienischer Klubs wie SSC Neapel, Palermo, Catania Calcio und Lecce zum Preis von 600.000 Euro angeboten worden. Gegic bestritt jedoch, zu den führenden Köpfen einer Wettbetrügerbande zu gehören.

Formel 1: Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ist nach dem Hickhack um den dritten WM-Titel von Sebastian Vettel sauer auf Ferrari. Der Aufruhr wegen des umstrittenen Überholmanövers des Red-Bull-Piloten im letzten Rennen des Jahres in Sao Paulo überschatte die Saison. "Es ist eine Schande", sagte der 82 Jahre alte Brite dem Telegraph, "es war ein super Rennen, eine super Weltmeisterschaft. Jetzt sprechen alle nur noch über dieses Thema." Ecclestone kündigte zudem an, mit Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo über das Thema sprechen zu wollen. Es sei einfach ein Witz, dass Ferrari Vettel unterstellt habe, dieser habe in Brasilien unter gelber Flagge und damit illegal überholt.

Am Donnerstag war der Heppenheimer vom Automobil-Weltverband FIA von diesem Vorwurf freigesprochen worden. "Vettel hat nichts falsch gemacht. Eine weitere Untersuchung oder Proteste wird es nicht geben", hieß es. Eine Missachtung der gelben Flagge wird im Normalfall mit einer 20-Sekunden-Strafe geahndet. Hätte Vettel diese nach Rennende erhalten, wäre er im Klassement von Sao Paulo auf den achten Rang zurückgefallen. Dies hätte zur Folge gehabt, dass sein spanischer Ferrari-Rivale Fernando Alonso im Gesamtklassement vorbeigezogen und damit Weltmeister geworden wäre.

Basketball-Euroleague: Die Brose Baskets Bamberg haben in der Basketball-Euroleague ihre dritte Niederlage in Serie kassiert. Die Mannschaft von Coach Chris Fleming unterlag dem russischen Spitzenteam ZSKA Moskau zu Hause in einem umkämpften Duell mit 89:97 (39:50). Nach schwachem Beginn kam der deutsche Meister in der Halbzeit zwischenzeitlich noch einmal bis auf einen Punkt heran, konnte das Spiel aber nicht mehr drehen. Bester Werfer war der US-Amerikaner Dionte Christmas aufseiten der Russen mit 21 Punkten. Bamberg hat immer noch die Chance, in die Runde der letzten 16 einzuziehen, muss nun aber in den letzen beiden Gruppenspielen punkten. Zuletzt hatten die Brose Baskets in der Gruppe D gegen Besiktas Istanbul und den FC Barcelona verloren. In der Euroleague kommen in vier Sechser-Gruppen jeweils die besten vier Teams in die Zwischenrunde. Die Oberfranken haben sechs von acht Spielen verloren.

Der achtmalige Meister Alba Berlin steht in der Basketball-Euroleague kurz vor dem größten Erfolg einer deutschen Mannschaft seit drei Jahren. Die Mannschaft von Trainer Sasa Obradovic besiegte am achten Spieltag der Gruppe B den polnischen Meister Asseco Prokom Gdynia mit 67:64 (36:28) und hat ausgezeichnete Aussichten auf das Erreichen der Top-16-Runde. Angeführt von Topscorer Dashaun Wood (14) und Zach Morley (13) zogen die Gastgeber vor 8220 Zuschauern im dritten Viertel bis auf zwölf Punkte davon. Dank eines starken Schlussviertels kamen die Gäste 15 Sekunden vor Ende zwar bis auf einen Punkt heran, doch die Berliner gaben die Führung nicht mehr aus der Hand. Zwei Spieltage vor Ende der Gruppenphase liegt Alba mit einer ausgeglichenen Bilanz auf Rang vier.

Eishockey, NHL: Auch mit Hilfe der staatlichen Mediatoren ist keine Bewegung in den Tarifstreit in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL gekommen. Nach nur zwei Tagen beendeten die Experten Scot Beckenbaugh und John Sweeney ihre Teilnahme an den Gesprächen zwischen den NHL-Klubs und der Spielergewerkschaft NHLPA. Ein Ende des Lockouts ist auch nach 75 Tagen nicht in Sicht. "Die Mediatoren saßen zwei Tage lang viele Stunden mit den Parteien zusammen und sind zu dem Schluss gekommen, dass beide Seiten weiterhin weit auseinander liegen", sagte der stellvertretende NHL-Commissioner Bill Daly. Die Aussperrung der Spieler besteht seit dem 15. September, weil sich beide Seiten nicht auf einen neuen Tarifvertrag einigen können.

Boxen, Frauen: Susi Kentikian will wieder Boxweltmeisterin werden. Die frühere Titelträgerin kämpft am Samstag (23.00 Uhr/Sat.1) im Düsseldorfer Castello gegen die Amerikanerin Carena Moreno um den vakanten WBA-Gürtel im Fliegengewicht. Die 25-Jährige steigt nach einer siebenmonatigen Pause wieder in den Ring. Am 16. Mai dieses Jahres hatte sie ihre Titel der WIBF und WBO an die Amerikanerin Melissa McMorrow verloren. Auf den WBA-Gürtel verzichtete sie freiwillig. Jetzt will sie die alten Titel zurück. "Ich kann den Kampf kaum erwarten", sagte Kentikian.

Fußball, David Beckham: Nach sechs Spielzeiten, einem Titel, drei Finalteilnahmen, 114 Spielen, 18 Toren und 48 Vorlagen ist es sein letzter großer Auftritt als Fußballer in den USA - mit 37 Jahren sucht David Beckham danach noch einmal die "letzte große Herausforderung meiner Karriere". Sein angekündigter Abschied aus Los Angeles hat ein intensives Buhlen um die Dienste des Glamour-Kickers ausgelöst. Im Gespräch sind auch Engagements bei Paris St. Germain und dem AS Monaco. Sogar sein Kumpel und Gangster-Rapper Snoop Dogg will den großen alten Mann verpflichten, wenn er wie geplant beim schottischen Traditionsklub Celtic Glasgow als Investor einsteigt. "Wir sind alle sehr aufgeregt", sagte er vor dem Finale gegen Houston, "mir werden sehr viele Dinge durch den Kopf gehen." Mit Beckham verliert die MLS ihren größten Star und ihr Gesicht.

Handball, Champions League: Der HSV Hamburg steht bereits am siebten Spieltag der Handball-Champions-League unter den besten 16 Mannschaften Europas. Der deutsche Meister von 2011 sicherte sich durch einen 32:26 (16:14)-Erfolg gegen Ademar Leon aus Spanien vorzeitig sein Ticket fürs Achtelfinale der Königsklasse. Als Zweiter der Gruppe A hat der HSV, der punktgleich hinter Spitzenreiter Medwedi Tschechow (11 Punkte) liegt, noch Chancen auf den Gruppensieg. Bester Torschütze der Gastgeber war Marcin Lijewski mit sieben Treffern. "Wir können stolz darauf sein, was wir bis hierhin geleistet haben. Der Sieg war unheimlich wichtig, denn nun können wir in den letzten Spielen den ersten Platz sichern. Das hätten wir nach der Auslosung dieser heftigen Gruppe sicher nicht gedacht", sagte Stefan Schröder. Die von großen Personalsorgen gebeutelte Mannschaft von Trainer Martin Schwalb hatte vor 2311 Zuschauern in der Sporthalle Hamburg gegen das junge spanische Team nur in der Anfangsphase leichte Schwierigkeiten. Nachdem die Gäste das Spiel in der ersten Hälfte noch offen gestaltet hatten, zogen die Norddeutschen allerdings kurz nach der Halbzeit auf sechs Tore davon und brachten die Führung letztlich souverän ins Ziel.

Michael Ballack, Abschiedsspiel: Michael Ballack plant nach Informationen des Kölner Express in Eigenregie sein Abschiedsspiel für den 5. Juli 2013. Der 36-Jährige stecke bereits mitten in den Vorbereitungen und habe Leipzig, Kaiserslautern und Leverkusen als Spielorte ins Auge gefasst, berichtete das Kölner Blatt vorab. "Wir befinden uns in Gesprächen mit Michael", bestätigte Bayers Sportchef Rudi Völler entsprechende Pläne des langjährigen Kapitäns der Deutschen Nationalmannschaft. Ballacks Berater Michael Becker war am Donnerstagabend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der 98-fache Nationalspieler Ballack plane, prominente Mitspieler seiner Vereinsstationen 1. FC Kaiserslautern, Bayer Leverkusen, Bayern München und FC Chelsea einzuladen. Auf der Gästeliste sollen demnach unter anderem José Mourinho, Didier Drogba, Frank Lampard, Ashley Cole und Lionel Messi stehen. Bastian Schweinsteiger und Mesüt Özil sollen ebenfalls dabei sein. Ballack hatte sich in der Frage eines Abschiedsspiels mit dem Deutschen Fußball-Bund entzweit. Ein DFB-Angebot, den dreifachen deutschen Fußballer des Jahres im August 2011 im Freundschaftsspiel gegen Brasilien in Stuttgart zu verabschieden, hatte Ballack verärgert abgelehnt. Er sprach von einer "Farce" und von "Almosen".

Weltauswahl, Mario Gomez: Mario Gomez gehört zu den Nominierten für die Fußball-Weltauswahl 2012. Der Torjäger des FC Bayern München wurde am Donnerstag in Sao Paulo als einziger deutscher Angreifer vom Weltverband Fifa in den Kreis von insgesamt 15 Stürmern berufen. Ob Gomez den Sprung in die Weltauswahl schafft, entscheidet sich bei der FIFA-Gala am 7. Januar in Zürich. Konkurrenten sind unter anderen Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Bereits in den vergangenen Tagen hatte der Weltverband die Kandidaten für die anderen Mannschaftsteile benannt. Gomez' Nationalmannschaftskollege Manuel Neuer, Philipp Lahm, Mats Hummels Mesut Özil und Bastian Schweinsteiger wurden dabei nominiert. Einziger ausländischer Bundesliga-Profi in dem Kreis von insgesamt 55 Profis ist Franck Ribery vom FC Bayern.

© Süddeutsche.de/dpa/sid/dapd/dpa/ebc/jüsc/mane
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