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Elf des Bundesliga-Spieltags:"Die haben uns nur niedergemacht"

Mit dem 1:1 in Dortmund hat Fortuna Düsseldorf die Herbstmeisterschaft entschieden - Vorstand Wolf Werner ist trotzdem sauer. Mainz 05 bejubelt einen neuen Wunderjungen, Thorsten Fink hat sich selbst eine Nachrichtensperre verhängt. Und Bastian Schweinsteiger weiß jetzt schon, dass er gegen den BVB auflaufen wird.

Die Elf des Spieltags

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Juan Arango

Borussia Moenchengladbach - VfL Wolfsburg

Quelle: dapd

Mit dem 1:1 in Dortmund hat Fortuna Düsseldorf die Herbstmeisterschaft entschieden - Vorstand Wolf Werner ist trotzdem sauer. Mainz 05 bejubelt einen neuen Wunderjungen, Thorsten Fink hat sich selbst eine Nachrichtensperre verhängt. Und Bastian Schweinsteiger weiß jetzt schon, dass er gegen den BVB auflaufen wird.

Die Elf des Spieltags.

Juan Arango:  Es ist in letzter Zeit schwer geworden, dem Fußballzuschauer mit hübschen Toren noch Verzückung zu entlocken. Allerorts wird gefallrückziehert, was das Zeug hält, nicht immer mit dem geplanten Ergebnis. Gladbachs Juan Arango lieferte seine eigene Variante eines Traumtors gegen den VfL Wolfsburg. In der elften Minute nahm er einen gefühlten 50-Meter-Pass von Havard Nordtveit, der da noch an der Mittellinie stand, an und zwar volley. Vom Strafraum-Eck aus buchsierte Arango ihn über fast 20 Meter hinweg ins Tor der Wolfsburger. Eindruck hat das auf jeden Fall hinterlassen.

(ska)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Shawn Parker

Eintracht Frankfurt v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Shawn Parker: Shawn wer? Parker. So heißt der neue Wunderjunge von Mainz 05. Vor Kurzem lief der Sohn eines US-Soldaten noch in der Regionalliga auf, nun legte der 19-Jährige in seinem ersten Bundesligaspiel einen Treffer auf. Und schoss sogar selbst ein Tor. Beim 3:1 der Mainzer gegen Frankfurt war er damit der entscheidende Mann, Trainer Thomas Tuchel erklärte: "Es hat mich sehr beeindruckt, wie er das gelöst hat, das war wirklich große Klasse. Aber es war auch ein Stück weit eine Wundertüte." Und was sagte Parker? In den Jugendmannschaften des DFB schoss Parker schon viele Tore. Nun wollte er schweigen. "Er hat für sich entschieden, dass er nichts sagen möchte", richtete Tuchel aus: "Das kam nicht von uns." Parker sei ein "sehr schüchterner Junge", der seine Zeit brauche, um in der Mannschaft anzukommen. Ganz und gar nicht unsympathisch.

(ebc)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Fanprotest

Eintracht Frankfurt - 1. FSV Mainz 05

Quelle: dpa

Fanprotest: In fast allen Stadien wurde an diesem Spieltag der englischen Woche geschwiegen. Zumindest die ersten zwölf Spielminuten lang, so wollten es die Initiatoren des Protests gegen das geplante Sicherheitskonzept der DFL. "Ohne Stimme keine Stimmung" ließen die Fans wissen - das klappte sogar in Dortmund, wo sonst 80.000 Zuschauer lärmen. Es klappte überall, außer in Hannover: Dort waren sich die Fans uneinig. Während die treuesten Anhänger in der Kurve schwiegen, sogar beim Hannoveraner Führungstreffer nach vier Minuten, ging es auf den Sitzplätzen auf der Geraden anders zu. Dort wurde der Treffer gefeiert, sogar Anfeuerungsrufe und Gesänge waren zu hören. Sieht so ein über Vereinsgrenzen hinweg initiierter Protest aus? Die Folge: Pfiffe der Fans auf den Stehplätzen für die Sitzplatzkollegen. So war es übrigens bei fast jedem Spiel: War nichts los, war es ruhig. Fiel ein Tor, wurde es laut.

(ebc)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Thorsten Fink

Hamburger SV - FC Schalke 04

Quelle: dpa

Thorsten Fink: Man fragte sich kurz, wo Thorsten Fink die vergangene Woche verbracht hatte. Im Kloster womöglich. Oder ist der Job des HSV-Trainers tatsächlich so ausfüllend, dass Fink keine Gelegenheit hat, Nachrichten zu konsumieren? Überall, wirklich überall wurde über den Fanprotest an diesem Bundesliga-Spieltag berichtet. Nur Fink bekam nichts mit. "Ich dachte zuerst, sie protestieren, weil wir in Düsseldorf so schlecht gespielt haben", sagte Fink über die eigenen Fans: "Ich habe mich erst gewundert, weil ich nicht wusste, worum es geht. Das musste ich mir erst mal auf der Bank erklären lassen."  Man möchte Fink ein Zeitungsabo schenken. Oder einen Google-Alert auf "Fan-Protest".

(ebc)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:René Adler

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Quelle: AFP

René Adler: Für einen Torwart ist es wunderbar, wenn er sich mit einer feinen Parade auszeichnen darf. Noch schöner ist allerdings, wenn diese Heldentat in der 90. Spielminute stattfindet. Und am schönsten ist es, wenn es zu diesem Zeitpunkt 2:1 für die eigenen Mannschaft steht. René Adler hat genau das erlebt: Bei einem Freistoß von Schalkes Christian Fuchs hechtete er in die linke Ecke und schubste das Spielgerät am Pfosten vorbei. Während der Partie hielt Adler übrigens noch einen Elfmeter, jedoch - und das gefällt dann wieder keinem Torhüter - fiel das Spielgerät vor die Füße von Klaas-Jan Huntelaar, der den Abstauber locker reinmachte.

(jüsc)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Lars Unnerstall

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Quelle: AFP

Lars Unnerstall: Die Hände von Lars Unnerstall dürften gebrannt haben. Durch die Handschuhe hindurch. Eigentlich hatte der Torwart seine Patscherlein genau dort, wo sie hingehören: Hoch in der Luft, perfekt, um den gewaltigen Schuss des Hamburgers Maximilian Beister abzuwehren. Doch Beister hatte den Ball außerordentlich gut getroffen - und das Spielgerät rauschte direkt durch Unnerstalls Hände hindurch ins Tor. "Der Schuss von Maxi Beister flattert extrem stark, sodass ich Pech habe, dass er über die Hand ins Tor geht", erklärte Unnerstall später. Das nächste Schalker Spiel findet am Samstag gegen Mönchengladbach statt. Unnerstall hat noch etwas Zeit, um seine glühenden Finger zu kühlen.

(ebc)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Bastian Schweinsteiger

SC Freiburg v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Bastian Schweinsteiger: Selten wurde der Verzicht auf einen Spieler so thematisiert wie der von Jupp Heynckes auf Bastian Schweinsteiger. Der war weder verletzt (wie Tim Wiese in Hoffenheim) oder außer Form (wie Tim Wiese in Hoffenheim), er hatte einfach bereits vier gelbe Karten gesammelt und hätte bei einer weiteren Verwarnung das Spiel gegen Borussia Dortmund verpasst. Also sagte Heynckes lapidar: "Ich denke, solch' eine Pause tut ihm gut." So saß Schweinsteiger bestens gelaunt auf der Bank, bejubelte das 2:0 seiner Mannschaft in Freiburg - und weiß, dass er am Samstag von Beginn an spielen wird.

(jüsc)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Christian Streich

SC Freiburg's coach Streich reacts during the German first division Bundesliga soccer match against Bayern Munich in Freiburg

Quelle: REUTERS

Christian Streich: An dieser Stelle keine Hommage, der Trainer des SC Freiburg übernimmt das höchstselbst: "Alle zwei Wochen werde ich zu den kniffligen Szenen gefragt. Und immer kann, kann, kann. Bei uns immer Elfmeter, weil wir sind klein. Wir respektieren das. Ich sage nichts zu den Schiedsrichter-Entscheidungen. Das sind alles nur Menschen. Sie halten es nicht aus offensichtlich. Es ist okay, wir respektieren es total, kein Problem. Ich will gar keine Szene mehr sehen. Ich muss mir alle zwei Wochen das Zeugs anschauen, da geht es immer in die Richtung. Ich sage gar nichts, alles okay. Wir kämpfen wie die Löwen bis zum Ende. Egal wer da will, dass wir woanders hingehen. Wollen wir doch mal schauen, ob wir absteigen, wollen wir doch mal schauen, ob wir in die 2.Liga absteigen. Gelbe Karte, Rote Karte - wissen Sie, was mit uns hier passiert ist heute? Die Mannschaft hat alles getan, wir bemühen und. Egal was passiert. Wir machen immer weiter." Noch Fragen?

(jüsc)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Vizekusen

Werder Bremen - Bayer 04 Leverkusen

Quelle: dapd

Vizekusen: Zugegeben, dieses "Vizekusen" war mal ein doofes Wort, mit dem die Spieler, Verantwortlichen und Fans von Bayer Leverkusen verkohlt werden sollten, wenn der Verein wieder mal keinen Titel holen konnte. Das war gemein, deshalb sei an dieser Stelle gesagt: "Vizekusen" muss keineswegs ein Schimpfwort sein, es kann auch ein Kompliment bedeuten. Mancher Verein wäre froh, wenn er überhaupt mal Zweiter werden würde. Und in dieser Saison wäre es sogar eine Auszeichnung. Meister wird der FC Bayern, das weiß auch der Zweifach-Torschütze Gonzalo Castro: "Bayern ist auf alleiniger Spur vorne. Die treiben ihr Wesen da vorne. Es ist schwer, sie einzuholen." In dieser Saison Zweiter zu werden, bedeutet nichts anderes als: Erster hinter Bayern! Und Leverkusen ist derzeit auf dem Weg dorthin.

(jüsc)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Wolf Werner

Fortuna Duesseldorf - TSG 1899 Hoffenheim

Quelle: dapd

Wolf Werner: Böse, böse Medien. In Wolf Werner hatte sich einiges angestaut. Fortuna Düsseldorf, wo Werner Sportvorstand ist, hatte bislang eine zufriedenstellende Saison gespielt. Beleg dafür war auch das 1:1 am Dienstagabend bei Meister Dortmund. Doch Werner fühlte seine Fortuna zu schlecht dargestellt, nicht unbedingt von allen Medien, sondern von einem bestimmten Fernsehsender. Als Kapitän Andreas Lambertz nach dem Spiel diesem bestimmten Fernsehsender, namentlich Sky, ein Interview geben wollte, keilte Werner vor laufender Kamera dazwischen und schrie: "Wir geben denen heute keine Interviews. Die haben uns nur niedergemacht." Lambertz entgegnete erschrocken: "Warum dat denn nich?" Gerüchte, der Sender wolle sich nach dem Zwischenfall tief beschämt aus der Bundesliga-Berichterstattung zurückziehen und auflösen, bestätigten sich bislang nicht. Vielmehr dürfte bereits an den Jahresrückblicken gebastelt werden. In der Hauptrolle: Wolf Werner.

(ebc)

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Elf des Bundesliga-Spieltags:Ken Ilsö

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Quelle: AFP

Ken Ilsö: Ken Ilsö versuchte noch, das Unheil abzuwehren. Es war die 57. Minute, Fortuna Düsseldorf mühte sich beachtenswert, den Rückstand gegen Borussia Dortmund wett zu machen. Dann war da dieser Schuss von Stefan Reisinger im Strafraum, der Ball flog, Roman Weidenfeller war aufgrund vorherigen Getummels außer Reichweite und das Tor entsprechend leer. Die beste Chance zum Ausgleich also - verhindert von Reisingers eigenem Mitspieler. Ilsö sprang noch, drehte sich dabei, doch der Ball wollte ihn nicht umkurven und prallte vom Bein zurück ins Feld. Dumm gelaufen. Beim Ausgleich zwölf Minuten später hielt sich Ilsö dann dezent zurück und ließ Reisinger seinen Job machen.

(ska)

© Süddeutsche.de/ebc

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