Justin Kluivert bei Ajax Amsterdam Keine Angst vor Papas Ruhm

Justin Kluivert beim Training mit der niederländischen Nationalmannschaft.

(Foto: Dean Mouhtaropoulos/Getty)
  • Viele Söhne bekannter Fußballer zerbrechen am Ruhm ihrer Väter.
  • Justin Kluivert, der Sohn des früheren Weltklasse-Stürmers Patrick Kluivert, gilt mit 18 schon als ein Versprechen für die Zukunft des holländischen Fußballs.
  • Er forciert Vergleiche mit seinem Vater sogar und beteuert, von einer Karriere beim FC Barcelona zu träumen - wie sie sein Vater hatte.
Von Daniel Wagner

Sie lachen synchron, sie sehen ähnlich aus, auch Mimik und Gestik gleichen sich auf erstaunliche Art und Weise. In einem vor einigen Jahren geführten Fernsehinterview sprachen Patrick Kluivert und sein damals noch jugendlicher Sohn Justin unter anderem über die Möglichkeit, dass der alte Kluivert einmal den jungen bei Ajax trainieren könnte. Heute ist Patrick Kluivert zwar nicht Ajax-Trainer, doch Justin Kluivert, mittlerweile 18, spielt wie einst sein Vater in der niederländischen Eredivisie Fußball für Ajax Amsterdam - und seit Kurzem auch für die niederländische A-Nationalmannschaft.

In diesen Tagen ist ihm zwar immer noch eine gewisse Anspannung anzumerken, wenn er Interviews geben muss. Doch Justin Kluivert gilt längst als eines der hoffnungsvollsten Talente im europäischen Spitzenfußball. In der vergangenen Woche erreichte eine Karriere wie im Zeitraffer ihren nächsten vorläufigen Höhepunkt. Am Montag debütierte er in Genf für die holländische Nationalmannschaft im Test gegen Portugal, am Mittwoch wurde er mit dem "NxGn-Award 2018" ausgezeichnet, dem Preis, den das Fußball-Portal Goal jährlich an jenen Teenager verleiht, den die international besetzte Jury für das größte Talent der Welt hält. In diesem Jahr standen all jene Nachwuchsfußballer zur Wahl, die nach dem 01.01.1999 geboren wurden. Justin Kluivert setzte sich gegen den Vorjahressieger Gianluigi Donnarumma durch, den Stammtorwart vom AC Mailand.

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Der rasante Aufstieg Kluiverts führt dazu, dass die Vergleiche mit dem weltbekannten Vater zunehmen. Doch er scheint darin vor allem eine Chance und nicht eine Bürde zu sehen. "Mein Traumverein", sagte Kluivert bei der Verleihung des NxGn, "das ist Barcelona." Jener Verein also, in dem Patrick Kluivert zur Legende wurde. "In die Fußstapfen meines Vaters treten? Das ist mein absoluter Traum. Ich könnte auch woanders hingehen, aber Barcelona ist der große Traum."

Nun ist Justin Kluivert nicht der Erste, der seinem berühmten Fußballvater nacheifert. Die Liste der auf höchstem Niveau gescheiterten Söhne von Weltklassefußballern ist lang: Luca Scholl und Rivaldinho, die Söhne von Mehmet Scholl und Rivaldo, sind nur zwei von zahlreichen Fußballern, denen die Vergleiche eher eine Bürde zu sein schienen und denen es nicht gelang, das Level ihrer Väter zu erreichen. Bei Kluivert fällt allerdings auf, dass er die Vergleiche mit seinem Vater geradezu forciert. Er scheint vor einem ähnlichen fußballerischen Schicksal keine Angst zu haben, sofern er das tatsächlich schon einschätzen kann: "Ich lerne sozusagen aus seinen Fehlern", sagte er einmal.