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IOC:Impfung für alle

IOC chief Bach meets Tokyo Gov. Koike International Olympic Committee President Thomas Bach (R) and Tokyo Gov. Yuriko K

Coronakonformer Gruß: IOC-Präsident Thomas Bach mit Yuriko Koike, Gouverneurin der Präfaktur Tokio.

(Foto: Imago/Kyodo News)

Eine Art Cheerleader fürs skeptische Publikum in Japan: IOC-Chef Thomas Bach verbreitet in Tokio Zuversicht für die Spiele 2021. Es gibt Pläne, ausländische Besucher von der 14-tägigen Quarantäne-Pflicht zu befreien.

Von Thomas Hahn, Tokio

Man konnte nicht sehen, ob sie lächelten. Denn natürlich trugen Yoshihide Suga, Japans Premierminister, und Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), bei ihrem ersten persönlichen Treffen in Tokio Masken zum Schutz vor dem Coronavirus. Aber man darf davon ausgehen, dass sie gut gelaunt waren oder zumindest so taten, als wären sie es. Jedenfalls zeigten sie ein hygienisch einwandfreies Fäusteln. Und bei den Gesprächen muss es einträchtig zugegangen sein. Auf den TV-Bildern sah es so aus, als stünden ihre Sessel etwas zu weit auseinander für ein vertrauliches Gespräch. Aber was sie sagen wollten, wussten sie ohnehin schon vorher. "Bei dem Treffen waren wir total einig in der vollen Entschlossenheit und Zuversicht, die Olympischen und Paralympischen Spiele nächsten Sommer zu einem großartigen Erfolg zu machen", berichtete Bach.

Die Reise des IOC-Chefs nach Tokio ist ein wichtiger Baustein der Optimismus-Kampagne für die verschobenen Sommerspiele in Japans Hauptstadt. Die Zeitung Asahi Shimbun kündigte ihn als "Cheerleader" des Ereignisses an. Und das trifft es, denn gute Stimmung vor dem eher skeptischen japanischen Publikum tut not. Gerade jetzt, denn auch wenn Japan relativ wenige Corona-Fälle hat: Die Zahl der Infizierten steigt gerade wieder. Und die weltweite Pandemie-Situation deutet erst recht nicht darauf hin, dass im nächsten Juli Sportler und Zuschauer aus der ganzen Welt nach Japan kommen können.

Bach kam am Sonntag mit einem Charter-Flugzeug, er bleibt bis Mittwoch. Am Montag traf er nicht nur Suga, sondern auch Tokios Gouverneurin Yuriko Koike und Sugas Vorgänger Shinzo Abe, der im September aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war und im Frühjahr darauf beharrt hatte, dass die Spiele nur um ein Jahr verschoben werden. Für seine Verdienste zeichnete Bach ihn mit dem wichtigsten Olympischen Orden des IOC aus.

Neue Details über den Spiele-Plan für 2021 wurden nicht bekannt. Bach erklärte, das IOC werde sich bemühen, dass Zuschauer und Athleten geimpft würden, "wenn es bis dahin einen Impfstoff gibt". Suga erklärte, er habe Bach erklärt, seine Regierung beschäftige sich mit "verschiedenen Überlegungen unter der Voraussetzung, dass wir Zuschauer haben". Es gibt Pläne, ausländische Besucher für die Spiele von der 14-tägigen Pflicht-Quarantäne zu befreien. Vor seiner Abreise hatte Thomas Bach zudem klargestellt, worüber er in Japan ganz bestimmt nicht reden werde: über eine Absage der Sommerspiele.

© SZ vom 17.11.2020
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