Interview mit dem Schwimmer Paul Biedermann:"Der Verband soll Talente fördern, nicht vergraulen"

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Rio 2016 - Schwimmen

Paul Biedermann.

(Foto: Michael Kappeler/dpa)

Der frühere Schwimm-Weltmeister Paul Biedermann über die Leistungssportreform, ihre Folgen - und ob der Sport eine Zukunft hat, wenn der Nachwuchs ständig vor dem Bildschirm sitzt.

Von Claudio Catuogno

Biedermann neben Phelps. Biedermann neben dem Papst. Es waren diese Bilder aus dem Sommer 2009, die den Schwimmer Paul Biedermann einem größeren Publikum bekannt machten. Der Praktikant der Wasserwerke Halle (Saale), der bei der WM in Rom zwei Goldmedaillen gewann, der Michael Phelps besiegte, den Super-Olympioniken, und der danach Benedikt XVI. eine lustige Schirmmütze überreichte. Später bildete Biedermann dann mit Britta Steffen für eine Weile das sog. "Traumpaar des deutschen Schwimmens". Das alles ist eine Weile her. In Rio im vergangenen August beendete Biedermann seine Karriere. Er hält weiter die Weltrekorde über 200 und 400 Meter Freistil - womöglich noch für lange Zeit, da kurz nach der WM 2009 die schnellmachenden Hightech-Anzüge verboten wurden. Außerdem bleiben: elf WM- und 21 EM-Medaillen. Die Olympiamedaille hingegen ist ein Traum geblieben. Zum Deutschen Schwimm-Verband, der vom kommenden Donnerstag an in Berlin seine deutschen Meisterschaften austrägt, hält der 30-Jährige inzwischen Distanz. Und zu den Konzepten, mit denen der Bundestrainer Henning Lambertz die deutschen Schwimmer zurück in die Weltspitze führen will, hat er eine klare Meinung.

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