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Hockey:300 Euro im Jahr plus Aufnahmegebühr

Es gibt verschiedene Gründe für den Hamburger Hockey-Erfolg. Die Stadt zieht begabte Spieler an, weil diese hier Sport und Studium besonders gut verbinden können. Ihre Tradition macht die Vereine stark, ihre Anlagen sind gewachsen und erstklassig ausgestattet. Und auch die Rivalität unter Nachbarn hat die Klubs wachsen lassen. Der UHC zum Beispiel galt lange als Verein für freundliche Durchschnittssportler und schöne Feste. Bis man dort die Nachwuchsarbeit forcierte, in Trainer investierte und auf das Niveau stieg, das Harvestehuder THC und Club an der Alster lange vorher hatten.

Aber sich in lokalen Kleinkriegen aufzureiben, ist nicht hanseatisch. Die Konkurrenten eint ihr Lokalpatriotismus. "Wir helfen uns gegenseitig", sagt Wiedermann. Und der Wettbewerb um Spieler und Sponsoren? "Ich würde nicht sagen, dass es ein kannibalisierender Prozess ist, weil wir alle eine gute Jugendarbeit machen." Bezahlte Nachwuchstrainer sind Standard bei den wichtigen Hamburger Hockey-Klubs. Und jeder hat sein eigenes Netzwerk, aus dem er Geld und sportliche Kraft zieht. Sie sind Besitzer ihrer Anlagen, sie haben relativ hohe Mitgliedsbeiträge, Spender, Mäzene. Hockey ist ein Sport des Wohlstands, niemand klagt, niemand polarisiert. "Dass man dadurch kein Spitzenteam hat, das irre viele Zuschauer zieht, ist die Kehrseite der Medaille", sagt Wiedermann.

Trotz Erfolg behält Hockey etwas Elitäres

Der Harvestehuder THC wurde früher etwas abschätzig Schwarz-Gelb Barmbek genannt, wegen seiner Nähe zum weniger repräsentativen Teil Hamburgs. Das war ein Kontrast zum mondänen Club an der Alster, der immer besonders teuer und besonders elitär war. Aber in Wirklichkeit ist Hockey nie ein Abbild gesellschaftlicher Gegensätze gewesen. Und jetzt ist es das schon gar nicht. Der Club an der Alster ist nicht mehr ganz so exklusiv wie früher, von Schwarz-Gelb Barmbek redet man kaum noch, und auch der UHC hat heutzutage titelreiche Phasen. Die Klubs, so scheint es, sind sich ähnlicher geworden.

Hockey wirkt in Hamburg glücklich und in sich ruhend. Auch etwas weit weg von den sozial Schwachen, denen Sport eine Stütze sein kann? 300 Euro zahlt ein Jugendlicher jährlich als UHC-Mitglied, 150 Euro beträgt die Aufnahmegebühr. Das ist deutlich teurer als etwa in einem Fußballverein. "Wir müssen die Anlagen selbst bewirtschaften", sagt Müller-Wieland, "daraus ergibt sich eine finanzielle Schwelle. Das ist nicht gewollt elitär, das ist einfach so." Vereine und Verband veranstalten Aktionstage, damit auch Kinder aus anderen Milieus mal einen Hockeyschläger in die Hand bekommen. Aber am Ende ist Hockey eben doch so etwas wie der weiße Sport unter den Mannschaftsspielen.

Mit der Spitzensportvermarktung hadern sie. Und Christian Blunck findet, die Hamburger Klubs lassen Potenzial liegen. Blunck, 48, ist ein HTHC-Idol, Olympiasieger von 1992, heute Hockey-Reporter und Assistenztrainer bei Aufsteiger Klipper. Er ist der Meinung, "dass man viel, viel mehr zusammen machen sollte". Ein gemeinsames Event zum Beispiel, wenn der Bundesliga-Spielplan schon alle gleichzeitig in die Heimat zwingt. "Weiter denken", fordert Blunck. Aber auch gute Nachbarn denken eben nicht immer in dieselbe Richtung.

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