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Hart erkämpfter Sieg gegen Australien:Chile verspielt seinen Geheimfavoriten-Status

Chile v Australia: Group B - 2014 FIFA World Cup Brazil

Chiles Marcelo Diaz kämpft mit den Australiern Mark Milligan und Tim Cahill (re.) um den Ball.

(Foto: Stu Forster/Getty Images)

Nach einem starken Auftakt und einer 2:0-Führung gerät das Spiel der Chilenen ins Stocken. Australien hat gute Gelegenheiten zum Ausgleich, bis Beausejour kurz vor Schluss für die Entscheidung sorgt. Die Südamerikaner sind nur noch ein sehr geheimer Geheimfavorit.

Vor einer Weltmeisterschaft gehört es zu den beliebten Fachgesprächen, wem die besten Chancen eingeräumt werden. Es wird dann meist ein Kreis von Favoriten ernannt, ein sehr kluger Trainer in München kennt vermutlich auch einen der Top-Top-Top-Favoriten. Die Namen der Favoriten sind meist die gleichen, weswegen die Lieblingsdisziplin der Experten eine andere Art des Favoriten ist: der Geheimfavorit.

Der Geheimfavorit hat es besonders schwer, er will ja nicht Favorit sein, und zugleich wollen alle Experten ihm diesen Status zuschreiben: dass dieses Team die große Überraschung werden könnte (und dieser Experte das schon immer wusste). Ein besonderer Geheimfavorit vor der WM in Brasilien war Chile - schließlich hielten die Spieler ihre eigenen Ansprüche nicht sonderlich geheim. Sie sahen sich selbst durchaus auch als Geheimfavorit. Um dieser Rolle gerecht zu werden, war ein Sieg im ersten Spiel gegen Australien Pflicht, gerade in der Gruppe mit Titelverteidiger Spanien und Titelverteidiger-Besieger Niederlande.

Vidal spielt von Beginn an

So drehten sich die Nachrichten vor dem Auftakt auch nicht darum, ob Chile gegen Australien gewinnt. Sondern darum, welche Spieler gewinnen werden. Und vor allem darum, ob Arturo Vidal dazu zählen wird. Der Mittelfeldspieler von Juventus Turin wurde Anfang Mai am rechten Knie operiert, zuletzt konnte er nicht trainieren, da sich die Wunde entzündet hatte. Am Donnerstag noch sagte der Mannschaftsarzt, dass ein Einsatz zu riskant sei.

Die wichtigste Nachricht der Partie gegen Australien: Arturo Vidal spielte (wenn auch sehr unauffällig). Ebenfalls wichtig: Chile gewann 3:1 (2:1). Souverän war der Sieg jedoch nicht.

Spanien in der Einzelkritik

Als Casillas zur Robbe wurde

Zunächst kontrollierte der Geheimfavorit wie erwartet die Partie. Australien, der große Außenseiter des Turniers, war überfordert vom Tempo der Südamerikaner. Und so dauerte es nicht einmal eine Viertelstunde, bis Chile 2:0 führte. Im Strafraum passten sich die Spieler den Ball zu, ganz in Ruhe, schließlich verwandelte Alexis Sanchez, ganz in Ruhe (12.). Der Stürmer des FC Barcelona leitete auch das zweite Tor ein, nach seinem Zuspiel stand Jorge Valdivia frei am Strafraum und schlenzte den Ball ins Tor (14.).