Hannover 96 "Befreiungssieg"

Hannover ist nach dem Derby-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg erleichtert.

Von Jörg Marwedel, Hannover

Man darf es sich gar nicht vorstellen, wenn auch das am Freitagabend noch schiefgegangen wäre. Sechs Punkte hätte Hannover 96 nach elf Spieltagen gehabt mit nur einem einzigen Sieg. Und die Gefahr in diesem Niedersachsenderby gegen den VfL Wolfsburg war groß, dass es erneut so erfolglos geendet wäre wie zehn Tage zuvor, als man im DFB-Pokal gegen denselbern Gegner am selben Ort 0:2 verlor.

Diesmal aber gab es ein 2:1, einen "Befreiungssieg", wie 96-Trainer André Breitenreiter es ausdrückte. Es war einerseits die Belohnung für die Ruhe, mit der die 96-Führung auf die missliche Tabellensituation reagiert und der Trainerdiskussion keine Nahrung gegeben hatte. Anderseits hatte der Coach im Vergleich zum Pokalspiel viele Konsequenzen gezogen: Nur vier Spieler hatte er in der Startelf gegenüber dem Pokalspiel gelassen. Tief sollte seine Elf stehen und dann mit den gerade genesenen Flügelspielern Linton Maina, 19, und Noah Sarenren Bazee, 22, mit Geschwindigkeit kontern. Das ging auch deshalb auf, weil in der 31. Minute Ihlas Bebou einen perfekten Ball auf Maina spielte, der ihn direkt zum 1:0 ins Tor leitete.

Von da an hatten die Hannoveraner deutlich mehr Selbstbewusstsein, was sich auch in der 62. Minute zeigte. Da gab es Elfmeter für die Gastgeber, weil Wolfsburgs William Hannovers Marvin Bakalorz kurz vorm Tor von den Beinen holte. Bebou schoss in die linke Torecke, Koen Casteels flog in die andere Richtung. Es war ein fragwürdiger Elfmeter für Wolfsburg. VfL-Trainer Bruno Labbadia, der mit den beiden Innenstürmern Daniel Ginczek und Wout Weghorst, aber ohne Flügelstürmer begonnen hatte, brachte in der 46. Minute die Flitzer Josip Brekalo und John Yeboah anstelle von Ginczek und Elvis Rexhbecaj.

Heraus kam noch ein fragwürdiger Elfmeter, den Weghorst in der 82. Minute zum 2:1 verwandelte.