Handball:Abstiegskampf im Frankenland

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Brian Ankersen (HSC 2000 Coburg, Cheftrainer) beim Spiel TSG Ludwigshafen Friesenheim vs. HSC 2000 Coburg in der 2. Han

Keine Rede von adäquater Vorbereitung: Der neue Coburger Trainer Brian Ankersen ist derzeit damit beschäftigt, den Trainings- und Spielbetrieb irgendwie aufrecht zu erhalten.

(Foto: Michael Bermel/Eibner/imago)

Rimpar gewinnt das Derby in Coburg, Großwallstadt schlägt Rostock - doch alle drei Handball-Zweitligisten kämpfen um den Klassenverbleib.

Von Ralf Tögel

Momentan hält sich bei Jan Gorr der Spaß an der Arbeit in Grenzen. "Wir versuchen, die sich ständig ändernden Verordnungen und Regelungen für die Fans und Zuschauer möglichst gut umzusetzen", erklärt der Geschäftsführer des Handball-Zweitligisten HSC Coburg sein momentanes Tagwerk. Dass dies angesichts der aktuellen Lage nicht nach Belieben klappt, ist für Gorr nicht sonderlich überraschend und war am vergangenen Spieltag nicht zu übersehen. Im Franken-Derby gegen die DJK Wölfe Rimpar verloren sich angesichts der 2G-plus-Beschränkungen 390 Zuschauer in der schmucken Coburger Arena, die eigentlich 3530 Menschen Platz bietet. Auch sportlich läuft es für den HSC miserabel. Nach mehreren Impfdurchbrüchen im Kader und entsprechend dezimierter Besetzung zog der HSC trotz seiner Favoritenstellung im Derby gegen die DJK Rimpar Wölfe mit 25:26 Toren den Kürzeren. Die vergangenen beiden Partien waren abgesagt worden, ein geregeltes Training nebst adäquater Vorbereitung ist seit zwei Wochen schlichtweg nicht möglich. Der neue Coburger Trainer Brian Ankersen, der nach der Entlassung von Alois Mraz die Mannschaft wieder stabilisieren soll, ist derzeit in erster Linie damit beschäftigt, den Trainings- und Spielbetrieb überhaupt irgendwie aufrecht zu erhalten.

Coburg mobilisiert die letzten Kräfte, vergibt kurz vor Schluss die Chance zur Führung und verliert knapp

Die Leistung der Gäste durfte das keinesfalls schmälern, denn auch die Unterfranken mussten in Benedikt Brielmeier, Lukas Böhm und Valentin Neagu drei verletzte Akteure ersetzen. Allerdings konnte Rimpar immerhin einigermaßen ungestört trainieren, präsentierte sich folgerichtig mit dem besseren Teamspiel und gewann letztlich verdient. Die Gastgeber mussten auf Torhüter-Routinier Jan Kulhanek sowie ihren besten Torschützen Florian Billek verzichten, die Schlüsselspieler Andreas Schröder, Tobias Varvne sowie der estnische Nationalspieler Karl Toom sind zwar in den Kader zurückgekehrt, aber längst nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. Ankersen agierte deshalb von Beginn an mit dem siebten Feldspieler und beorderte Torhüter Fabian Apfel, der eine fabelhafte Leistung zeigte, im Angriff auf die Bank. Das ging lange gut, aber kurz nach der Pause waren die Wölfe auf 17:12 enteilt.

Coburg mobilisierte die letzten Kräfte, glich vier Minuten vor dem Ende auf 24:24 aus, aber Schröder vergab die große Chance zur Führung. Die besten Werfer der Gäste, Dominik Schömig (6 Tore) und Steffen Kaufmann (7), brachten mit ihren Treffern die Entscheidung. Bester Coburger Schütze war Milos Grozdanic mit sechs Treffern, Schröder und Merlin Fuß trafen je viermal. Rimpar konnte sich nach dem Sieg mit nun 10:16 Punkten von der Abstiegszone absetzen, der HSC (8:14) rangiert als 17. direkt vor dem roten Bereich. "Wir sind momentan alle Getriebene in diesem Spannungsfeld, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten und Punkte zu holen", sagte Gorr, der sein Team schon am kommenden Mittwoch bei Schlusslicht Ferndorf in der Pflicht weiß.

Besser läuft es derzeit für den TV Großwallstadt, der sich gerade von einer Corona-Welle im Team erholt und nach dem 27:23-Heimsieg gegen Rostock die Abstiegszone verlassen hat. Großwallstadt kann am Mittwoch gegen Aue die nächsten Big Points einfahren, die Gäste stehen als 18. auf dem ersten Abstiegsplatz. Auch die Rimparer Wölfe haben gegen das direkt hinter ihnen platzierte Elbflorenz ein richtungsweisendes Spiel.

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