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Große Überraschungen im Sport:Österreich verliert gegen Faröer

Jens Martin Knudsen, ehemaliger Torwart der Färöer.

Sein Markenzeichen war die Mütze: Jens Martin Knudsen (links), ehemaliger Torwart der Färöer.

(Foto: imago sportfotodienst)

Wer sich in Österreich für Fußball interessiert, muss mit Humor gesegnet sein, sonst hält er die ganz(en) schlimmen Pleiten nicht aus. Dass es davon einige gibt, gehört zur Fußballfolklore der Österreicher wie der Schlagobers zum Apfelstrudel. Aber von vorne: Vor 20 Jahren traf Österreich in der EM-Qualifikation auf die Auswahl aus Färöer - elf Hobbykicker mit Berufen wie Schafhirte, Eisverkäufer oder Lebertranfabrikant. Für die Männer aus dem Nordsee-Archipel war die Partie ein besonderes Erlebnis, aus Mangel an Rasenplätzen in der kargen Heimat wurde im schwedischen Landskrona gespielt.

1200 Zuschauer waren gekommen, um zu frieren - viele Färinger sogar extra mit dem Flugzeug. Österreich trat mit Toni Polster und Andreas Herzog an, beim Gegner gab Torhüter Jens Martin Knudsen die schillerndste Figur: Hauptberuflich Fischtransporter, war er nebenbei auch dreifacher Landesmeister im Turnen und, ja wirklich, Torwart der Handball-Nationalmannschaft.

In der 62.Minute passierte dann Sensationelles: Färöer-Stürmer Torkil Nielsen, ein Holzhändler, umkurvte die Abwehrspieler Pecl und Streiter und zimmerte den Ball flach ins Tor. Der Siegtreffer bewirkte eine Ektase, wie sie die Inselbewohner vermutlich nicht einmal beim traditionellen Grogtrinken an den Tag legen: Der einheimische TV-Kommentator brüllte so laut ins Mikrofon, dass man annehmen musste, er habe in der tosenden Nordsee Schiffbruch erlitten.

Fassungslos trat ÖFB-Trainer Josef Hickersberger sofort nach Spielende zurück. Es spricht für die Österreicher, dass sie ihn seit dieser monumentalen Peinlichkeit liebevoll "Färöer-Peppi" nennen. (jbe)

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(Foto: imago sportfotodienst)