Bundesliga:Zuschauer-Beschränkung - BVB gegen Bayern vor 15.000 Fans

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Beim Bund-Länder-Treffen beschließt die Politik auch Restriktionen für den Fußball. In Bayern bleibt es bei Geisterspielen - im Westen der Republik können Stadien immerhin zum Teil ausgelastet werden.

In den Fußball-Stadien wird es wegen der bedrohlichen Corona-Lage vorerst wieder deutlich leerer. Höchstens 15 000 Zuschauer sind an den kommenden Spieltagen in den Arenen der Bundesliga zugelassen. Bundesregierung und Länderchefs einigten sich am Donnerstag darauf, dass maximal 50 Prozent der Kapazität genutzt werden dürfen. In Sporthallen dürfen es höchstens 5000 Zuschauer sein. In Regionen mit sehr hohen Infektionszahlen sollen große Veranstaltungen sogar abgesagt oder im Sport zumindest Geisterspiele durchgesetzt werden.

Geisterspiele in bestimmten Regionen

Wo Zuschauer zugelassen sind, gilt eine Maskenpflicht und die 2G-Regel, nach der nur Geimpfte und Genesene Einlass erhalten. Möglich ist, dass zudem noch ein aktueller Coronatest nachgewiesen werden muss. Die Vorgaben seien "dem Grunde nach verständlich", sagte Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL). SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sagte mit Blick auf bis zuletzt noch volle Fußballstadien: "Dass man gesagt hat, das kann nicht so bleiben, wie das jetzt ist, und da eine sehr drastische Entscheidung getroffen hat, das ist gut."

Es werde in einzelnen Ländern auch noch weiterreichende Beschränkungen geben. In Sachsen hatte es zuletzt schon Geisterspiele gegeben. In Bayern sollen auf Vorschlag von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schon an diesem Wochenende die Zuschauer beim Fußball wieder komplett ausgesperrt werden.

Betroffen von der Entscheidung von Bund und Ländern dürfte auch schon der Bundesliga-Gipfel zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern am Samstag sein. Der BVB reagierte zügig und hat die Zuschauerzahl für das Topspiel der Bundesliga gegen die Bayern drastisch reduziert. Wie der Tabellenzweite mitteilte, werden für die Partie an diesem Samstag (18.30 Uhr/Liveticker SZ.de) entsprechend 15 000 Eintrittskarten verkauft. Diese würden sich auf die vier Unterränge sowie den Nord-Oberrang verteilen. "Es werden ausschließlich Sitzplätze zur Verfügung stehen", teilte der Club mit. Für alle Zuschauer gelte die 2G-Regel. Auch Borussia Mönchengladbach wird zum Spiel gegen den SC Freiburg am Sonntag (17.30 Uhr) nur noch 15 000 Karten verkaufen, teilte der Verein via Twitter mit.

Dortmund gegen Bayern vor nur 15 000 Fans

Unter der Woche hatte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke die Politik zu Entscheidungen mit Maß angemahnt. Der Fußball sei kein Treiber des Infektionsgeschehens, versicherte Watzke. Auch viele weitere Liga-Vertreter hatten sich vorab für eine Zwischenlösung in der Zuschauerfrage ausgesprochen. "Spiele ohne Zuschauer würden uns vor extreme Herausforderungen stellen", hatte Vorstandschef Thomas Hitzlsperger vom VfB Stuttgart gewarnt.

DFL-Chef Seifert beteuerte, die Liga sei sich der schwierigen Corona-Lage bewusst. "Die DFL hofft, dass mit diesem Beschluss von Bund und Ländern die Grundlage für eine zügige Verbesserung der pandemischen Lage gelegt ist", sagte Seifert. Die Liga werde "weiterhin alle Impfbemühungen unterstützen". Für heftige Debatten hatte vor allem die Zulassung von 50 000 Zuschauern beim Bundesliga-Spiel des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag gesorgt. Diese Bilder hätten viele Bürger auch angesichts einer "ganz dramatischen Situation auf den Intensivstationen" bewegt, sagte Scholz.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schrieb mit Blick auf die zuletzt sprunghaft gestiegenen Inzidenzwerte in Köln bei Twitter: "Es war sicher nicht das Spiel allein. Aber es hat beigetragen. Das Spiel hätte so nie genehmigt werden dürfen." Lauterbach forderte sogar eine Obergrenze von 5000 Zuschauern in den Stadien. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) appellierte an die Fußballclubs, im Dialog mit ihren Fans sogar noch eine weitere Reduzierung von Zuschauern freiwillig zu beschließen. "Es ist nicht verboten für einen Fußballverein, so eine Initiative zu ergreifen", sagte Müller.

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