Fußball:Spanischer Richter will Football-Leaks-Veröffentlichung stoppen

Cristiano Ronaldo Football Leaks

Cristiano Ronaldo

(Foto: AFP)

Dem Chefredakteur der Zeitung El Mundo drohen fünf Jahre Haft. Trotzdem ließ er die Steuer-Geschichte drucken.

Von Javier Cáceres

"Spain is different": So lautete einmal ein Werbeslogan des Landes, Spanien ist anders. Das ist immer wieder mal zu begutachten, zurzeit anhand der Enthüllungen rund um die Football-Leaks-Dokumente, die weltweit für Schlagzeilen sorgen.

Die Medien, die die Unterlagen ausgewertet haben, sind in 30 verschiedenen Ländern angesiedelt. Doch nur in Spanien fand sich ein Richter, der versuchte, die Veröffentlichung vorab zu stoppen. Mehr noch: Der spanische Richter Arturo Zamarriego drohte dem Chefredakteur der Zeitung El Mundo sogar mit bis zu fünf Jahren Haft, wenn sich dessen Zeitung der entsprechenden einstweiligen Verfügung widersetzen sollte.

Grundlage bot dafür offenbar eine Anzeige des spanischen Steuerfachanwalts Julio Senn, einem früheren Generaldirektor von Real Madrid. Senn gab an, im Frühjahr 2016 Opfer eines Hackerangriffs gewesen zu sein, aus dem sich die Football-Leaks-Dokumente speisen sollen. El Mundo widerspricht dem und erklärt, dass die Herkunft der Dokumente nicht illegal sei und man Dutzende Quellen konsultiert habe. Football Leaks ist eine von Unbekannten betriebene Enthüllungsplattform, die über Monate hinweg interne Dokumente aus der Profifußballszene zugänglich machte.

Dem Verbot widersetzte sich El Mundo, am Montag wartet die Zeitung zum zweiten Mal in drei Tagen mit einem Leitartikel in eigener Sache auf. Die Überschrift lautete: "Wir sind eine Zeitung, wir haben unsere Pflicht erfüllt."

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