Fußball:Schwedens Nationalmannschaft verzichtet auf Katar-Trainingslager

Fußball-Weltmeisterschaft 2022 Qualifikation (UEFA) Athen, Olympiastadion Spyros Louis, 08.09.2021 Gruppe B Griechenlan

Schwedens Fußballer reisen in diesem Winter nicht mehr wie zuletzt ins Trainingslager nach Katar.

(Foto: imago images/ANE Edition)

Die schwedischen Klubs hatten sich gegen das Trainingscamp in Doha ausgesprochen. Alexander Albon kehrt zurück in die Formel 1 - er soll George Russel bei Williams ersetzen.

Meldungen im Überblick

Fußball, Schweden: Schwedens Fußballer verzichten auf ihr für Januar geplantes Trainingslager in Katar. Nach einem Gespräch mit den Klub-Managern habe man sich entschieden, nicht nach Doha zu reisen, teilte der Verband am Mittwoch mit. "Das gesamte Konzept der Januar-Tour basiert darauf, dass die Allsvenskan-Clubs bereit sind, ihre Spieler an uns freizugeben", sagte der Generalsekretär des Verbandes, Håkan Sjöstrand, laut einer Mitteilung. Die Vereine seien sich einig, dass das Camp nicht in Katar stattfinden solle. Nun muss der Verband nach einem neuen Austragungsort suchen.

Die schwedische Nationalmannschaft hatte ihr Trainingslager seit 2019 in Katar veranstaltet. Zuletzt war der Verband in die Kritik geraten, weil er das Trainingslager für den Januar 2022 nicht abgesagt hatte. Am Dienstag nun bekräftigten Vertreter der schwedischen Fußballclubs, dass sie gegen die Reise nach Katar seien. Den Kontakt zu Katar will der schwedische Fußballverband dennoch nicht abbrechen. "Die Lobbyarbeit, die wir in Katar für die Menschenrechte und die Situation von Wanderarbeitnehmern geleistet haben, wird fortgesetzt", hieß es in der Mitteilung.

Laut der britischen Zeitung "Guardian" sind seit der WM-Vergabe 2010 in Katar mehr als 6500 Arbeiter aus Südostasien gestorben. Katars Regierung argumentiert, die Sterberate liege angesichts von mehr als 1,4 Millionen Menschen aus der Region im Land in einem zu erwartenden Bereich. Aus den Zahlen des "Guardian" geht nicht hervor, welche Tätigkeiten die Verstorbenen ausgeübt haben. Amnesty zufolge ist unklar, wie viele Arbeiter im Zuge der WM-Vorbereitung bislang gestorben sind. Die WM-Organisatoren sprechen von 37.

Motorsport, Formel 1: Der Williams-Rennstall holt Alexander Albon zurück in die Formel 1. Der 25 Jahre alte Thailänder ersetzt in der kommenden Saison den Briten George Russell, der zu Mercedes wechselt. Das zweite Williams-Cockpit behält der Kanadier Nicholas Latifi (26), wie das Team am Mittwoch mitteilte. Albon war 2019 und 2020 für Toro Rosso und Red Bull bereits in der Motorsport-Königsklasse gefahren, hatte für diese Saison aber keinen Formel-1-Vertrag mehr erhalten. Derzeit startet er im Deutschen Tourenwagen Masters in einem Ferrari.

Das neue Fahrerduo biete eine "großartige Mischung aus Jugend und Erfahrung, die nicht nur sehr gut zum Team passt, sondern uns auch hilft, den nächsten Schritt auf unserer Reise zu bewältigen", wurde Teamchef Jost Capito zitiert. In der kommenden Saison steht in der Formel 1 eine umfassende Regelreform an. Williams muss den 23 Jahre alten Russell nach drei Jahren ziehen lassen. Das Toptalent wird künftig an der Seite von Weltmeister Lewis Hamilton beim Silberpfeil-Team fahren, wie Mercedes am Dienstag verkündet hatte.

Fußball, Klub-WM: Der Japanische Fußball-Verband will einem Medienbericht zufolge aus Sorge vor weiter steigenden Corona-Infektionszahlen auf eine Austragung der Club-WM in diesem Jahr verzichten. Dies habe der Verband wegen der Einschränkungen durch die Pandemie entschieden, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Der Verband befindet sich demnach in Gesprächen mit dem Weltverband FIFA. Das Turnier sollte im Dezember dieses Jahres im alten Modus mit sieben Teams stattfinden. Neben der Gefahr steigender Infektionszahlen soll laut Kyodo auch der finanzielle Aspekt mit Blick auf die zu erwartenden beschränkten Zuschauerzahlen eine Rolle bei der Entscheidung gespielt haben. Wann und wo das Turnier stattdessen stattfinden soll, war zunächst offen.

Die FIFA hatte Ende des vergangenen Jahres entschieden, das Turnier 2021 noch im alten Format stattfinden zu lassen. Ursprünglich hätte im Sommer 2021 eine reformierte Club-WM mit 24 Mannschaften in China stattfinden sollen. Wegen der coronabedingten Verschiebung der EM 2020 und der Copa América um ein Jahr war das Turnier aber ebenso verlegt worden. Die letzte Club-WM hatte der FC Bayern München als Sieger der Champions League im Februar dieses Jahres in Katar gewonnen.

Fußball, Länderspiele: Die österreichische Fußball-Nationalmannschaft hat drei Tage nach dem 2:5 gegen Israel eine weitere bittere Pleite in der WM-Qualifikation kassiert: In Wien unterlag die Mannschaft von Trainer Franco Foda am Dienstagabend gegen Schottland mit 0:1 (0:1) und ist nach sechs von zehn Spielen nur Vierter der Gruppe F, vier Punkte hinter dem Zweiten Schottland. Während die Mannschaft um die Teilnahme an der WM 2022 in Katar zittert, muss Foda um seinen Job bangen.

"Es ist einfach extrem enttäuschend, es tut uns leid für ganz Österreich", sagte der Hoffenheimer Christoph Baumgartner, "ich verstehe, dass jeder Österreicher enttäuscht ist, jeder von uns hat sich etwas anderes vorgenommen." Den einzigen Treffer des Tages vor 18 800 Zuschauern im Wiener Ernst-Happel-Stadion erzielte Lyndon Dykes (30.) per verwandeltem Foulelfmeter nach Videobeweis. Eintracht Frankfurts Martin Hinteregger hatte Gegenspieler Che Adams mit beiden Händen zu Boden gedrückt. Der zentral geschossene Versuch rutschte dann auch noch Torhüter Daniel Bachmann unter dem Körper durch.

Die Niederlande sind in der Qualifikation zur Fußball-WM 2022 in Katar wieder in der Spur. Mit einem 6:1 (3:0)-Sieg gegen die Türkei übernahm die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal am Dienstagabend in ihrer Gruppe G die Tabellenführung. Neben dem überragenden Memphis Depay (16., 37., 54.) erzielten der frühere Bremer Davy Klaassen (1.), der frühere Freiburger Guus Til (80.) sowie Borussia Dortmunds Donyell Malen (90.) die Treffer für die furios aufspielende Elftal. Das punktgleiche Norwegen löste seine Pflichtaufgabe gegen Gibraltar mit 5:1 (3:1). Dortmunds Erling Haaland traf drei Mal.

U21, Länderspiel: Angeführt von Youssoufa Moukoko hat die deutsche U21 mit etwas Mühe auch ihr zweites EM-Qualifikationsspiel gewonnen. Der neu formierte Titelverteidiger von DFB-Trainer Stefan Kuntz siegte in Riga nach frühem Rückstand mit 3:1 (2:1) und bleibt mit sechs Punkten Tabellenführer der Gruppe B. Der erst 16 Jahre alte Moukoko (Borussia Dortmund) erzielte in seinem zweiten U21-Einsatz schon sein drittes Tor (25.). Zudem trafen Angelo Stiller von der TSG Hoffenheim (41.) und der Schalker Malick Thiaw (48.). Iļja Korotkovs (8.) hatte Außenseiter Lettland überraschend in Führung gebracht. Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden", sagte Kuntz bei ProSieben MAXX: "Mir gefällt, wie schnell die Mannschaft zusammengefunden hat, wie aktiv sie war. Jetzt müssen sie schauen, dass sie in den nächsten Wochen viel Spielpraxis bekommen."

Tennis, US Open: Der kanadische Tennisprofi Felix Auger-Aliassime hat bei den US Open das Halbfinale erreicht. Der 21-Jährige profitierte in New York am Dienstagabend im Viertelfinale von der verletzungsbedingten Aufgabe seines spanisches Gegners Carlos Alcaraz. Der 18-Jährige, der im Achtelfinale den Qualifikanten Peter Gojowczyk in fünf Sätzen ausgeschaltet hatte, musste beim Stand von 3:6, 1:3 aus seiner Sicht wegen Beschwerden am Bein passen. Auger-Aliassime steht damit als erster Kanadier überhaupt bei den US Open im Halbfinale. Er ist zudem der jüngste Spieler seit dem Argentinier Juan Martin del Potro 2009, der in New York um den Einzug ins Finale kämpft. Im Halbfinale, seinem ersten bei einem der vier Grand-Slam-Turniere, bekommt es Auger-Aliassime mit dem Russen Daniil Medwedew zu tun. Die Nummer zwei der Welt gewann gegen den niederländischen Qualifikanten Botic van de Zandschulp mit 6:3, 6:0, 4:6, 7:5.

Bei den Frauen erreichte Mitfavoritin Aryna Sabalenka das Halbfinale. Die 23 Jahre alte Weißrussin bezwang French-Open-Siegerin Barbora Krejcikova aus Tschechien klar mit 6:1, 6:4. Sabalenka trifft nun auf die erst 19 Jahre alte Kanadierin Leylah Fernandez, die überraschend gegen die an Nummer fünf gesetzte Jelina Switolina aus der Ukraine mit 6:3, 3:6, 7:6 (7:5) gewann. Fernandez hatte sich in der Runde zuvor gegen Angelique Kerber durchgesetzt.

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