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Fußball:Kaugummiwurf kostet Schmadtke 8000 Euro

Jörg Schmadtke VfL Wolfsburg

Muss 8000 Euro wegen unsportlichen Verhaltens bezahlen: Kölns Geschäftsführer Jörg Schmadtke

(Foto: dpa)

Der Geschäftsführer des 1. FC Köln wird wegen "unsportlichen Verhaltens" vom DFB verurteilt. Felix Magath kritisiert seinen ehemaligen Klub FC Schalke. Und Angelique Kerber führt das Fedcup-Team im Abstiegsduell gegen Rumänien an.

Bundesliga, Jörg Schmadtke: Kölns Geschäftsführer Jörg Schmadtke muss für seinen Kaugummi-Wurf bei der Partie Hoffenheim gegen Köln eine Geldstrafe von 8000 Euro zahlen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes wertete die Aktion von Schmadtke als "unsportliches Verhalten", wie der DFB mitteilte. Der Kölner Geschäftsführer hatte am vergangenen Sonntag beim 1:1 des FC in Hoffenheim in der Nachspielzeit einen Kaugummi in Richtung der Hoffenheimer Bank geworfen, dabei aber niemanden getroffen. Schmadtke hat dem Urteil zugestimmt. "Dass es ein Fehler war, ein Kaugummi zu werfen, war mir klar, deshalb habe ich mich noch am Sonntagabend persönlich bei den Hoffenheimern entschuldigt. Über die Höhe der Geldstrafe kann man selbstverständlich geteilter Meinung sein", sagte er.

Die Kölner hatten sich zum wiederholten Male in dieser Saison benachteiligt gefühlt, weil die Hoffenheimer kurz vor dem Ausgleichstreffer durch Kevin Volland in der 91. Minute den Ball nicht ins Aus gespielt hatten, obwohl ein Kölner Spieler verletzt am Boden lag. Die Szene hatte eine Debatte über Fairplay im Profifußball ausgelöst. Schmadtke war erst im Januar vom Sportgericht zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt worden, weil er am 12. Dezember in der Partie bei Werder Bremen den Schiedsrichtern in der Pause hinterhergerufen hatte: "Ihr Eierköppe werdet auch immer schlechter."

Bundesliga, Felix Magath: Fußball-Trainer Felix Magath übt Kritik an der Entwicklung seines ehemaligen Vereins Schalke 04. "Es ist ein Jammer, wie der FC Schalke 04 in der Tabelle dasteht", sagte der 62-Jährige im Interview der Sport Bild (Mittwoch). "Solch ein Klub, mit einer riesigen Fan-Basis, mit dieser Tradition, dieser Größe und diesen Emotionen müsste eigentlich dauerhaft hinter dem FC Bayern die Nummer zwei in Deutschland sein und zu den Top-Klubs in Europa gehören", befand Magath, der den Revierclub in Doppelfunktion als Trainer und Manager von Juli 2009 bis März 2011 betreute. Magath, der Schalke 2010 überraschend auf den zweiten Platz in der Meisterschaft geführt hatte, sieht bei Schalke strukturelle Probleme. Dem Verein fehle es durch viele Trainerwechsel im Gegensatz zum enteilten Rivalen Borussia Dortmund zudem an Kontinuität und einer langfristigen Philosophie.

Tennis, Fedcup: Australian-Open-Siegerin Angelique Kerber will den deutschen Fed-Cup-Damen zum Klassenverbleib in der Weltgruppe verhelfen. Die Kielerin steht an der Spitze des Aufgebots des Deutschen Tennis Bundes (DTB) für das schwere Relegationsspiel am 16./17. April in Cluj gegen Gastgeber Rumänien. Der Verlierer steigt in die Weltgruppe II ab. "Ich freue mich, dass Angelique nach ihrem Triumph bei den Australian Open und den nachfolgenden anstrengenden Wochen unserem Team zur Verfügung stehen wird", sagte Bundestrainerin Barbara Rittner. Neben Kerber gehören Andrea Petkovic (Darmstadt), Annika Beck (Bonn) und Julia Görges (Bad Oldesloe) zur DTB-Mannschaft, die ihr Erstundenspiel gegen die Schweiz 2:3 verloren hatte.

Fußball, 2. Bundesliga: Klubchef Oke Göttlich will mit dem Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli auf Sicht die Vorherrschaft des Stadtrivalen Hamburger SV brechen. "Ich wünsche dem HSV nicht, dass er absteigt. Aber ich wünsche mir schon, dass wir unseren Erfolg wiederholen und den HSV in der 1. Liga schlagen. Ich möchte, dass Braun-Weiß die Nummer eins der Stadt wird", sagte der St. Pauli-Präsident der Bild-Zeitung (Mittwoch) in einem teils humorigen Doppel-Interview mit HSV-Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer. Göttlich erinnerte damit an den 1:0-Erfolg seines Klubs am 16. Februar 2011, als St. Pauli dank des Tores von Gerald Asamoah zum ersten Sieg beim HSV seit 34 Jahren kam.

Ex-Nationalspieler Beiersdorfer reagierte entsprechend gelassen auf die forsche Ansage seines zwölf Jahre jüngeren Amtskollegen vom Kiezklub. St. Pauli belegt in der zweiten Liga derzeit Platz vier, hat aber keine realistische Aufstiegschance mehr. "Na ja, als Verantwortlicher für St. Pauli hätte ich diese Ambition auch", erklärte der 52-jährige Beiersdorfer cool. Und konterte: "Wir sind seit 128 Jahren der dominierende Klub in der Stadt. Unser Ziel ist es, wieder Anschluss an die Spitze in Deutschland zu bekommen."

Fußball, Schottland: Schottlands Rekordmeister Glasgow Rangers ist vier Jahre nach dem Zwangsabstieg in die 4. Liga wieder erstklassig. Die "Gers", die 2012 hochverschuldet in die Insolvenz gegangen und aus der Premiership verbannt worden waren, sind nach einem 1:0 (1:0) gegen Dumbarton bei vier noch ausstehenden Spielen nicht mehr von Platz eins der zweitklassigen Championship zu verdrängen.

Der Treffer von James Tavernier (50.) sorgte vor rund 50.000 Zuschauern im ausverkauften Ibrox Stadium für eine rauschende Party. Die Rangers, deren 54 nationale Meisterschaften Weltrekord bedeuten, waren 2013 und 2014 zweimal nacheinander aufgestiegen, den direkten Durchmarsch hatte der Traditionsklub 2015 in den Play-offs gegen den FC Motherwell verpasst.

Fußball, Italien: Die Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Cremona hat am Dienstag eine sechsmonatige Haftstrafe auf Bewährung und eine Geldstrafe von 8000 Euro für Italiens Nationaltrainer Antonio Conte (46) beantragt. Conte wird im Rahmen eines in Cremona laufenden Schnellverfahrens vorgeworfen, in seiner Zeit als Trainer beim AC Siena von 2010 bis 2011 Manipulationen nicht gemeldet zu haben. Erst am Montag hatte der Fußballlehrer seinen Wechsel zum englischen Meister FC Chelsea nach der EURO in Frankreich (10. Juni bis 10. Juli) bekannt gegeben. Conte hatte sich zu einem Schnellverfahren entschlossen, in der Hoffnung, vor der am 10. Juni beginnenden EM-Endrunde seine Unschuld beweisen zu können.

© SZ.de/sid/dpa/schma/ska

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