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Fußball:Klopp will Abstellung verweigern: Länderspielchaos droht

Der Liverpool-Coach spricht über drohende Ausfälle seiner Profis. Die Biathlon-Staffel der Frauen enttäuscht mit Rang elf. Snowboard-Weltmeisterin Selina Jörg beendet ihre Karriere.

Meldungen im Überblick

Fußball, Länderspiele: Jürgen Klopp hat genug. Die Länderspielpausen während der Coronapandemie sind dem deutschen Teammanager des FC Liverpool schon länger ein Dorn im Auge, nun ist die Zeit des Zurücksteckens endgültig vorbei. Er verstehe die "Zwänge der Fußballverbände", beteuerte Klopp, "aber es ist gerade eine Zeit, in der wir nicht alle glücklich machen können. Und wir müssen eingestehen, dass die Spieler von den Vereinen bezahlt werden. Also bedeutet das, dass wir die oberste Priorität genießen müssen." Wenn Brasilien oder Portugal Ende März um die WM-Qualifikation spielen, werden die Liverpool-Profis Alisson Becker, Roberto Firmino, Fabinho oder Diogo Jota wohl fehlen.

"Ich denke, alle Vereine sind sich einig, dass wir die Jungs nicht einfach gehen lassen können und dann die Situation klären, wenn sie zurückkommen, indem wir unsere Spieler in eine zehntägige Quarantäne in einem Hotel stecken", sagte der 53-Jährige mit finsterer Miene. Großbritannien hat 33 Länder, darunter Brasilien oder Portugal, auf eine rote Liste gesetzt. Wer von dort einreist oder gar nur dort zwischenlandet, muss zehn Tage isoliert in einem Hotel verbringen. Auch für Profifußballer soll es keine Ausnahmen geben, es droht Chaos. Klopps Ankündigung, die betroffenen Spieler nicht für Länderspiele abzustellen, ist wohl erst der Anfang. Die unterschiedlichen Corona-Richtlinien der Länder treiben sowohl Vereins- als auch Nationaltrainern Sorgenfalten auf die Stirn.

Biathlon, Staffel: Die deutschen Biathletinnen haben im letzten Staffelrennen der Saison enttäuscht und einen Podestplatz klar verpasst. Zum Auftakt des Weltcups im tschechischen Nove Mesto mussten sich Maren Hammerschmidt, Vanessa Hinz, Janina Hettich und Franziska Preuß am Donnerstag mit Platz elf begnügen. Das bisher schlechteste Staffelergebnis der Geschichte hatten die Deutschen beim Weltcup im Dezember 2019 in Hochfilzen als Zwölfte abgeliefert. Damit verloren sie auch die Kleine Kristallkugel in der Staffelwertung.

Ohne die nach einem Infekt geschonte Denise Herrmann leistete sich das DSV-Quartett insgesamt zehn Nachlader und hatte nach 4x6 Kilometern 1:57,7 Minuten Rückstand auf die siegreichen Schwedinnen. Platz zwei ging an Belarus, Rang drei an Frankreich. Einzig Schlussläuferin Preuß lieferte eine überzeugende Leistung ab. Herrmann, die bei der WM in Pokljuka mit Hinz, Hettich und Preuß Silber gewonnen hatte, soll im Sprint am Samstag und in der tags darauf folgenden Verfolgung wieder dabei sein.

Ski, nordisch, WM: Die deutschen Kombinierer haben bei der WM in Oberstdorf nach einem Sprung-Desaster eine bittere Niederlage kassiert. Beim überraschenden Gold-Coup des Teenagers Johannes Lamparter (Österreich) landete Titelverteidiger Eric Frenzel als bester Deutscher zwar wie schon von der Normalschanze auf dem vierten Rang, die erhofften Medaillen waren aber mehr als eine Minute entfernt. Erstmals seit 1999 stand im Wettkampf von der Großschanze somit kein Deutscher auf dem Podest. "Wir haben heute einfach an der Schanze Fehler gemacht, und das ist bestraft worden", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch: "Immerhin haben wir das Optimale rausgeholt, die Mannschaft hat Herz gezeigt."

Eine Klasse für sich war überraschend Lamparter, der nach einem Traumflug auf 138,0 m auch in der Loipe die Konkurrenz in Schach hielt und 37,1 Sekunden vor Topfavorit Jarl Magnus Riiber (Norwegen) ins Ziel kam. "Ich wollte das Tempo von Anfang an hoch halten, das ist mir sehr gut gelungen. Ich bin unglaublich glücklich, dass ich als Weltmeister hier stehen darf", sagte Lamparter. Bronze ging an den Japaner Akito Watabe (+45,8).

Snowboard, Jörg: Snowboard-Weltmeisterin Selina Jörg wird im Anschluss an diese Saison ihre Karriere beenden. Wenige Tage nach ihrem erneuten WM-Triumph im Parallel-Riesenslalom kündigte die 33-jährige Allgäuerin am Donnerstag diesen Schritt an. Damit wird Jörg ihre letzten Rennen am 20. und 21. März beim Heim-Weltcup am Götschen in Berchtesgaden bestreiten. "Dieses Karriereende ist ein Traum. Mit zwei WM-Medaillen beim Heim-Weltcup am Götschen abzutreten - besser geht's nicht", sagte Jörg. Diese Entscheidung sei bereits vor einem Jahr gefallen, auch der Gewinn von Gold und Bronze jüngst bei der WM in Rogla (Slowenien) änderte daran nichts mehr. "Ganz im Gegenteil. Ich wollte immer aufhören, so lange ich ganz vorne mitfahren kann", sagte sie. Mit zweimal Gold und einmal Bronze ist die Allgäuerin die erfolgreichste deutsche Snowboarderin der WM-Geschichte. "Sportlich gesehen bedauere ich den Rücktritt sehr. Sie ist eine absolute Erfolgsgarantin, die wir sehr gerne zu den Olympischen Spielen 2022 nach China mitgenommen hätten", sagte Sportdirektor Andreas Scheid. Jörg hatte vor fast 15 Jahren als 19-Jährige ihren ersten Weltcup gewonnen und stand seitdem 21 Mal auf dem Podium. Zudem gewann sie bei den Olympischen Spielen 2018 die Silbermedaille.

Basketball, NBA: Trotz einer erneut starken Vorstellung von Nationalspieler Dennis Schröder haben die Los Angeles Lakers den nächsten Rückschlag hinnehmen müssen. Bei den Sacramento Kings unterlag der Meister 120:123 und kassierte damit die zweite Niederlage in der nordamerikanischen Profiliga NBA nacheinander. Schröder glänzte mit 28 Punkten als bester Werfer der Lakers, dazu lieferte er neun Assists. Maximilian Kleber feierte mit den Dallas Mavericks dagegen durch das 87:78 gegen Oklahoma City Thunder den dritten Sieg in Folge. Der 29-Jährige, der in der vorherigen Partie den vor wenigen Wochen beim Klub neu eingeführten Gürtel für den besten Verteidiger erhalten hatte, steuerte erneut starke acht Punkte und sieben Rebounds bei. Im Topspiel der beiden Spitzenreiter der Conferences setzten sich die Philadelphia 76ers 131:123 nach Verlängerung gegen die Utah Jazz durch. Überragender Spieler war einmal mehr Joel Embiid mit 40 Punkten und 19 Rebounds. Superstar James Harden überzeugte mit den Brooklyn Nets bei der Rückkehr zu seinem Ex-Klub Houston Rockets mit einem Triple-Double, beim 132:114 lieferte er 29 Punkte, zehn Rebounds und 14 Assists.

Fußball, RB Leipzig: Das Rückspiel im Achtelfinale der Champions League zwischen dem FC Liverpool und RB Leipzig wird ebenfalls in Budapest ausgetragen. Die Europäische Fußball-Union UEFA bestätigte am Donnerstag wie erwartet die Puskas Arena als Spielstätte für die Partie am 10. März (21.00 Uhr/Sky). Die Verlegung war notwendig geworden, da die RB-Profis nach einer Rückkehr aus England aufgrund von bestehenden Corona-Vorschriften für zwei Wochen in Quarantäne gemusst hätten. Bereits das Hinspiel hatte in Budapest stattgefunden, am 16. Februar siegte der englische Meister 2:0. Sowohl Leipzig als auch Liverpool hatten sich nach dem ersten Aufeinandertreffen sehr positiv über den Spielort Budapest geäußert. Der Club von Jürgen Klopp hatte dennoch Alternativen geprüft, aber Stadien in Rotterdam und in Udine standen letztlich nicht zur Verfügung.

© SZ.de/sid/dpa/bek
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