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Vorwürfe gegen Gennaro Gattuso:"Ich wäre wahnsinnig"

Gennaro Gattuso investigated for match fixing

Verdächtiger im Manipulationsskandal: Italiens Fußball-Weltmeister von 2006, Gennaro Gattuso.

(Foto: dpa)

Der italienische Fußball-Weltmeister Gennaro Gattuso beteuert seine Unschuld im Manipulationsskandal der Serie A. BVB-Angreifer Robert Lewandowski bedauert seine eigene Trefferquote. Der FC Chelsea blamiert sich im englischen Pokal.

Fußball in Italien, Wettskandal: Der italienische Fußball-Weltmeister Gennaro Gattuso hat angesichts der Ermittlungen gegen ihn im Rahmen des Manipulationsskandals seine Unschuld beteuert. "Ich habe eine Stiftung für bedürftige Kinder gegründet, und man beschuldigt mich, Spiele zu manipulieren. Ich wäre wahnsinnig, wenn ich so etwas tun würde", sagte der 35-Jährige und richtete einen Appell an die Justiz: "Ich hoffe, dass mich die Staatsanwälte so rasch wie möglich befragen, damit ich meine Position klären kann." Der ehemalige Spieler des AC Mailand gab Kontakte zu Francesco Bazzani zu, der als illegaler Vermittler Spiele für circa 700.000 Euro zur Manipulation angeboten haben soll.

"Die halbe Serie A kennt Bazzani. Er ist ein Freund, wie viele andere", betonte Gattuso. Lazio Rom, Klub des deutschen Nationalspielers Miroslav Klose, bestritt Beziehungen zu Bazzani, der Kontakte zum Ex-Lazio-Spieler Cristian Brocchi hatte. Brocchi ist wie Gattuso in das Visier der Ermittler geraten. Die Staatsanwälte von Cremona setzten derweil die Ermittlungen fort. Durchsucht wurden die Wohnungen eines Nachwuchstrainers und eines ehemaligen Spielers des FC Bologna.

Fußball, Robert Lewandowski: Torjäger Robert Lewandowski von Borussia Dortmund beklagt seine mäßige Trefferquote. "Weil auch ich trotz meiner elf Tore schon wesentlich mehr Tore hätte erzielen müssen", sagte der polnische Nationalspieler in einem Interview in der Bild-Zeitung. "Aber das ist nicht nur mein Problem, sondern auch eines der Mannschaft", ergänzte er. Der BVB habe ja nicht so viele Punkte abgegeben, weil er schlecht gespielt habe, "sondern weil wir zu viele Chancen liegen lassen. Da müssen wir uns alle an die eigene Nase fassen. Das ist das Ärgerliche", sagte der 25-Jährige, der aller Voraussicht nach im Sommer ablösefrei zum Triple-Gewinner Bayern München wechseln wird. Schon im Training müsse man damit anfangen, noch geiler auf Tore zu werden. Das sei eine Kopfsache. "Das Gute ist ja, dass wir überhaupt so viele Chancen haben - andersherum wäre es ein größeres Problem", so Lewandowski weiter. "Wir wissen alle, dass wir wieder mehr Siege einfahren und dringend eine Serie starten müssen. Gegen Hertha wollen wir damit beginnen", sagte er mit Blick auf das letzte Hinrundenspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Bundesliga-Aufsteiger Hertha BSC.

Fußball in England, League Cup: Der FC Chelsea mit Fußball-Nationalspieler André Schürrle (23) ist nach einer peinlichen Niederlage im englischen League Cup ausgeschieden. Die Mannschaft von Teammanager José Mourinho verlor am Dienstag im Viertelfinale bei Premier-League-Schlusslicht AFC Sunderland 1:2 (0:0) nach Verlängerung. Derweil gewann Manchester City bei Zweitligist Leicester City mit 3:1 (2:0). Chelsea profitierte vor 20.731 Zuschauern beim Treffer von Frank Lampard (46.) zwar von der neu eingeführten Torlinien-Technik, nach dem Ausgleich durch Fabio Borini (88.) schockte Ki Sung-Yueng (118.) die Blues kurz vor Ende der Verlängerung. Als Schürrle in der 83. Minute das Feld verließ, lag Chelsea noch auf Halbfinalkurs. Für City trafen Alexander Kolarow (9.) und der ehemalige Bundesliga-Profi Edin Dzeko (41./52.). Lloyd Dyer erzielte den Ehrentreffer für die Gastgeber (75.).

Fußball in Spanien, Copa del Rey: Der deutsche Trainer Bernd Schuster ist mit dem FC Málaga in der vierten Runde des spanischen Fußball-Pokals ausgeschieden. Die Andalusier kamen am Dienstag bei CA Osasuna nicht über ein 1:1 hinaus und verloren nach dem 3:3 im Hinspiel aufgrund der weniger erzielten Auswärtstore den Vergleich mit dem Ligarivalen. Osasuna winkt nun im Achtelfinale ein Duell mit Rekordmeister Real.

Der FC Barcelona hat das Achtelfinale hingegen problemlos erreicht. Gegen den Drittligisten FC Cartagena gewann Barcelona im heimischen Camp-Nou-Stadion 3:0. Das Hinspiel hatte Barcelona mit 4:1 gewonnen. Pedro (31.), Mariano (68./Eigentor) und Neymar (88.) erzielten die Tore für den Favoriten.

Basketball, NBA: Basketballer Kobe Bryant vom NBA-Team Los Angelers Lakers kommt nach seiner langen Verletzungspause allmählich in Fahrt. Der 35-Jährige steuerte 21 Punkte zum 96:92-Erfolg der Lakers bei den Memphis Grizzlies bei und zeigte dabei seine beste Leistung nach seinem Comeback. Für den 16-maligen Meister war es im sechsten Spiel seit Bryants Rückkehr nach einem Achillessehnenriss der zweite Sieg. Der deutsche Nationalspieler Chris Kaman wurde von Lakers-Headcoach Mike D'Antoni erneut nicht berücksichtigt. Wie Bryant kam der Spanier Pau Gasol auf 21 Zähler, das Bruderduell gegen Marc Gasol fiel aber aus: Der Grizzlies-Center fällt weiterhin mit einer Innenbandverletzung aus. Bestes Team der Liga bleiben die Portland Trail Blazers, die sich dank Topstar Damian Lillard beim 119:116 bei den Cleveland Cavaliers den 22. Sieg im 26. Spiel sicherten. Lillard war nicht nur mit 36 Punkten bester Werfer, sondern sorgte auch per Dreier 0,4 Sekunden vor Schluss für die Entscheidung.

Eishockey, NHL: Eishockey-Nationalspieler Dennis Seidenberg hat mit den Boston Bruins in der nordamerikanischen Profiliga NHL in die Erfolgsspur zurückgefunden. Der sechsmalige Meister gewann sein Heimspiel gegen die Calgary Flames 2:0 und rehabilitierte sich damit für die 2:6-Pleite in Vancouver drei Tage zuvor. Mit dem fünften Sieg in den jüngsten sechs Spielen und nun 48 Punkten festigte Boston Platz eins in der Atlantic Division. Seidenberg bot eine solide Leistung, beide Treffer erzielte der slowakische Abwehrhüne Zdeno Chara per Schlagschuss. Nach zuletzt zwei Niederlagen gab es auch für die Buffalo Sabres um Nationalspieler Christian Ehrhoff wieder ein Erfolgserlebnis. Gegen die Winnipeg Jets setzte sich Buffalo trotz 0:2-Rückstand noch mit 4:2 durch. Verteidiger Ehrhoff gab dabei die Vorlage zum 3:2 und verbuchte damit seinen vierten Scorer-Punkt in den vergangenen fünf Spielen. Mit nur 19 Punkte bleiben die Sabres allerdings schlechtestes Team der Liga. Auch für Marcel Goc und die Florida Panthers gab es beim 3:1 bei den Toronto Maple Leafs einen Sieg. Mit 31 Punkten sind die Panthers Vorletzter der Atlantic Division. Goalie Philipp Grubauer kam bei der 2:5-Niederlage den Washington Capitals gegen die Philadelphia Flyers ebenso wenig zum Einsatz wie Torwart-Kollege Thomas Greiss beim 1:3 der Phoenix Coyotes gegen die Montreal Canadiens.

Ski alpin, Weltcup: Olympia-Aus für Ski-Weltmeisterin Tessa Worley aus Frankreich: Die Goldmedaillen-Gewinnerin im Riesenslalom bei der WM 2013 in Schladming riss sich am Dienstag beim Slalom im französischen Courchevel das hintere Kreuzband im rechten Knie und wird mindestens sechs Monate pausieren müssen. Das teilte der Technische Direktor des französischen Ski-Verbandes, Fabien Saguez, mit. Worley verpasst damit die Olympischen Spiele in Sotschi (7. bis 23. Februar) und wird in dieser Saison nicht mehr auf die Piste zurückkehren.

An einem unglücklichen Tag für Maria Höfl-Riesch und ihre Schwester Susanne hat Marlies Schild aus Österreich den Slalom gewonnen. Die 32-Jährige ist damit die älteste Slalom-Siegerin der Geschichte. Außerdem zog sie nach Slalom-Siegen mit Vreni Schneider gleich. Zweite wurde Frida Hansdotter aus Schweden (0,33 Sekunden zurück). Maria Höfl-Riesch war bereits im ersten Lauf ausgeschieden, nachdem sie sich von einem Mobiltelefon, das über die Piste rutschte, gestört gefühlt hatte. Beste Deutsche war am Ende Marina Wallner (Inzell) auf Rang 23, gefolgt von Barbara Wirth (Lenggries) und Lena Dürr (Germering) auf den Rängen 24 und 25. Rang drei belegte Marlies Schilds jüngere Schwester Bernadette (1,22 Sekunden zurück). Zum ersten Mal seit dem 13. Dezember 2009 standen damit zwei Schwestern bei einem Weltcup-Rennen auf dem Podest: Damals hatte Maria Höfl-Riesch Rang zwei beim Slalom in Are/Schweden belegt, Schwester Susanne war Dritte geworden.

Handball, Bundesliga: Die SG Flensburg-Handewitt hat in der Handball-Bundesliga bei Frisch Auf Göppingen nur ein mühsames Remis erspielt. Die Gäste trennten sich am Dienstagabend vor über 5000 Zuschauern in der EWS Arena von den Schwaben mit 28:28 (13:15). Erfolgreichste Werfer für Frisch Auf waren Marcel Schiller mit sechs Toren und Momir Rnic (5). Bei Flensburg ragten Holger Glandorf, Lasse Svan Hansen und Drasko Nenadic (alle 5) heraus. "Für uns ist das etwas ärgerlich, wir führen ja das ganze Spiel", sagte Göppingens Ex-Weltmeister "Mimi" Kraus im TV-Sender Sport1. Drei Tage nach dem Sieg in Magdeburg lagen die Göppinger vom 6:6 an immer vorn und verteidigten ihren Zwei- oder Drei-Punkte-Vorsprung auch nach der Pause zunächst hartnäckig. Die Gastgeber mussten zwar einige Ausfälle wegen eines Magen-Darms-Virus' verzeichnen, glänzten aber gegen den Champions-League-Teilnehmer mit großem Einsatz. Zwölf Minuten vor Schluss glichen die Flensburger jedoch zum 22:22 aus, vor allem Nationalspieler Holger Glandorf machte zunehmend Druck. Den letzten Angriff der Göppinger wehrte Torwart Mattias Andersson ab und sicherte somit seinem Team das Unentschieden. Trotz des Rückschlags bleibt Flensburg Tabellenführer mit 32:6 Punkten, Meisterschafts-Rivale THW Kiel (30:4) hat zwei Spiele weniger.

© Süddeutsche.de/dpa/sid/ebc

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