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Bundesliga:DFL beschließt Maßnahmen gegen Kopfverletzungen

1. FC Union Berlin v VfB Stuttgart - Bundesliga Playoff Leg Two

Stuttgarts Holger Badstuber spielte nach einem Zusammenprall mit Turban im Relegationsspiel gegen Union Berlin.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Die Deutsche Fußball-Liga hat zur kommenden Saison ein Maßnahmenpaket gegen Kopfverletzungen im Profifußball beschlossen.
  • Spieler müssen künftig vor der Saison und nach Zusammenstößen im Spiel getestet werden.
  • Ein Spieler soll erst dann wieder spielen können, wenn die Testergebnisse nicht dagegen sprechen.

Die Profis der 36 Erst- und Zweitligaklubs müssen sich künftig jährlich einem Test zur Diagnose möglicher Hirnschäden unterziehen. Das gab die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Mittwoch auch offiziell bekannt. Am Wochenende hatte es bereits einen Medienbericht über ein entsprechendes Rundschreiben der DFL gemeinsam mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) an die Vereine gegeben.

Bei der verpflichtenden Überprüfung im Vorfeld der Saison soll ab sofort für jeden Spieler der "Normalzustand" definiert werden, heißt es in der Mitteilung. Grundlage seien sogenannte SCAT-5-Tests (SCAT = Sport Concussion Assessment Tool). Diese Tests untersuchen die verschiedenen Teilbereiche der Hirnfunktion, unter anderem Eigenschaften wie die Balance und die Merkfähigkeit. Dies helfe den Mannschaftsärzten bei akuten Kopfverletzungen mit Hilfe des sogenannten "Baseline-Screenings" durch Messung der Abweichungen zu einer genaueren Diagnose zu gelangen.

Ein Sportler solle erst dann wieder zum Einsatz kommen, wenn seine Testergebnisse wieder der Baseline entsprechen. Die Schiedsrichter seien informiert, dass die Partie für eine solche Behandlung bis zu drei Minuten unterbrochen werden kann. "DFL und Klubs sind sich ihrer Fürsorgepflicht für die Gesundheit der Spieler bewusst", sagte Andreas Nagel, DFL-Direktor für Sport und Nachwuchs.

Die DFL folgt mit der Entscheidung einer Empfehlung der Medizinischen Kommission des DFB, deren Vorsitzender Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer ist. "Wir haben in jüngster Vergangenheit keine extreme Häufung der Kopfverletzungen festgestellt. Allerdings gab es über die Jahre einen leichten Aufwärtstrend, der vermutlich durch die Zunahme der Spieldynamik zu erklären ist. Die Einführung des Baseline-Screenings ist also keine Reaktion auf einen evidenten akuten Missstand, sondern ein wichtiger Schritt, um den Umgang mit Kopfverletzungen im Fußball weiter zu professionalisieren", sagte Meyer dem Sportinformationsdienst.

Sportmediziner prangern seit Jahren an, dass die Gefahr von Langzeitschäden durch bei Luftkämpfen entstehenden Kopfverletzungen unterschätzt wird. Selbst bei zu vielen Kopfbällen könne es zur Rückbildung von Hirnzellen kommen.

Laut einer britischen Studie aus dem Jahr 2017 sind Profi-Fußballer ähnlich wie Boxer oder Footballspieler anfälliger für Hirnschäden.

© Sz.de/sid/schm
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