Fußball Ancelotti: "FC Bayern glaubte nicht mehr an meine Arbeit"

Carlo Ancelotti: Hat es "nicht eilig" mit einem neuen Job

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Der entlassene Trainer will nun "die Chance haben, in Ruhe an einem Projekt zu arbeiten". Der 1. FC Köln muss 60 000 Euro Strafe zahlen. Franco Foda wird Teamchef der Österreicher.

Fußball, Carlo Ancelotti: Der von Fußball-Rekordmeister Bayern München entlassene Chefcoach Carlo Ancelotti sieht in einen Mangel an Vertrauen in seine Arbeit den Grund für die Trennung. "Der Klub glaubte nicht mehr an meine Arbeit. Für mich ist es jetzt Zeit, nach vorne zu blicken, mir Zeit zu nehmen, Fußball als Zuschauer anzuschauen, mit Interesse und um eine Chance für die Zukunft, nicht für jetzt, zu finden", sagte Ancelotti im Interview mit dem italienischen Radiosender "RadioUno".

"Ich möchte die Chance haben, in Ruhe an einem Projekt zu arbeiten, obwohl ich weiß, dass es in unserem Beruf Ruhe nicht gibt. Ein schlechtes Ergebnis genügt und der Druck steigt. Doch ich warte ruhig ab, ich habe es nicht eilig", betonte der erfahrene italienische Fußballlehrer. Unter seinem Nachfolger Jupp Heynckes hat der FC Bayern mit drei Siegen in der Bundesliga am Samstag erstmals in dieser Saison die Tabellenführung übernommen. Ein Rückstand von fünf Punkten auf den Spitzenreiter Borussia Dortmund konnte in einen Drei-Zähler-Vorsprung auf den BVB verwandelt werden.

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Fußball, Österreich: Franco Foda wird als erster Deutscher Trainer der österreichischen Fußball-Nationalelf. Der 51-Jährige tritt die Nachfolge von Marcel Koller an, wie der Österreichische Fußballbund (ÖFB) am Montagabend in Wien mitteilte. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen, sagte ÖFB-Präsident Leo Windtner. Wichtigstes Ziel des neuen Coaches sei die Teilnahme an der Fußball-Europameisterschaft 2020, die in 13 Ländern Europas ausgetragen wird. Sein Vertrag läuft zunächst bis zum Ende der EM-Qualifikation 2019 und würde sich im Fall der Endrunden-Teilnahme bis zum Sommer 2020 verlängern.

Foda trainiert aktuell noch den österreichischen Verein Sturm Graz, bei dem er bereits in der Vergangenheit gearbeitet hatte und zu dem er nach seinem Auswahl-Debüt bis zum Jahresende zurückkehrt. Er führte den Club zum Pokalsieg 2010 und zur Meisterschaft 2011. Der ehemalige deutsche Nationalspieler betreute in der Vergangenheit zudem den 1. FC Kaiserslautern. Bei beiden Vereinen lief er in seiner aktiven Zeit auch als Spieler auf.

Fußball, Strafe: Die Europäische Fußball-Union hat den 1. FC Köln nach den Vorfällen im Europa-League-Spiel beim FC Arsenal (1:3) zu einer Geldstrafe von 60 000 Euro verurteilt. Zudem darf der Bundesligist für das nächste Europacup-Auswärtsspiel keine Karten an seine Anhänger verkaufen - diese Strafe wurde allerdings für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt. Zudem haben die Kölner laut Uefa 30 Tage Zeit, Arsenal die durch die FC-Anhänger entstandenen Schäden zu ersetzen. Die Bewährungsstrafe greift nur bei Vorfällen in Auswärtsspielen. Sollte es in den Heimspielen gegen Bate Borissow (2. November) oder dem FC Arsenal (23. November) zu Zwischenfällen kommen, bliebe das letzte Auswärtsspiel des FC in dieser Vorrunde bei Roter Stern Belgrad am 7. Dezember davon unberührt. In diesem Fall würde über ein Strafmaß separat verhandelt werden. Ob Köln Einspruch einlegt, ist noch offen.

"Wir haben die schriftliche Begründung angefordert", sagte Tobias Kaufmann, Leiter Medien und Kommunikation: "Diese werden wir uns in Ruhe anschauen und dann stimmen wir uns ab." Das Verfahren gegen Arsenal wegen der Blockierung des Gästeblocks stellte die Uefa ein. Die Ermittlungen gegen den Bundesliga-Letzten hatte die UEFA wegen Fan-Ausschreitungen, des Zündens von Feuerwerkskörpern, des Werfens von Gegenständen und Sachbeschädigungen eingeleitet. Beim ersten Kölner Europacup-Spiel seit 25 Jahren hatten am 14. September 50 FC-Anhänger versucht, gewaltsam in einen Block einzudringen. Es gab eine Schlägerei im Block, zweimal wurden Bengalos gezündet. Unabhängig von diesem Vorfall war der Anpfiff aus Sicherheitsgründen um eine Stunde verschoben worden.

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Der Oberschenkel von Robert Lewandowski schmerzt: Der FC Bayern muss in der Champions League gegen Celtic auf seinen Stürmer verzichten. Stattdessen nimmt Jupp Heynckes einen U19-Spieler mit.

Tennis, Alexander Zverev: Deutschlands Spitzenspieler Alexander Zverev aus Hamburg hat sich in der Tennis-Weltrangliste vom fünften auf den vierten Platz verbessert. Nur Rafael Nadal, Roger Federer und Andy Murray stehen vor dem 20 Jahre alten Norddeutschen, wie aus dem am Montag veröffentlichten Ranking hervorgeht. Das Toptalent aus der Hansestadt nimmt als erster Deutscher seit Rainer Schüttler vor 14 Jahren am Saisonabschluss der besten Acht des Jahres teil. Die Tennis-WM wird vom 12. bis 19. November in London ausgespielt.

Philipp Kohlschreiber hat den Hamburger Zverev-Bruder Mischa derweil als deutsche Nummer zwei abgelöst. Nach seinem Halbfinaleinzug in Wien verbesserte sich der Augsburger um fünf Ränge und ist nun 29., der ältere Zverev-Bruder rutschte hingegen auf Platz 32 ab. Bei den Damen startet Julia Görges aus Bad Oldesloe als weiterhin Weltranglisten-18. bei der B-WM im chinesischen Zhuhai in dieser Woche. Die Schleswig-Holsteinerin liegt eine Position vor der zweimaligen Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber aus Kiel. Die Rumänin Simona Halep beendet das Jahr als Nummer eins.