Frauenfußball-Bundesliga Wolfsburg deklassiert den FC Bayern

Die VfL-Fußballerinnen gewinnen im Spitzenspiel mit 6:0 gegen den Vizemeister. Alejandro Valverde holt den Titel im Straßenrennen bei der Rad-WM.

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Frauenfußball-Bundesliga: Double-Sieger VfL Wolfsburg hat Vize-Meister und Pokalfinalist FC Bayern München im Top-Spiel der Fußball-Bundesliga der Frauen deklassiert. Der VfL besiegte die Münchner am Sonntag mit 6:0 (2:0) und ist somit nach dem 3. Spieltag schon das einzige Team mit der Optimalausbeute von neun Punkten. Bisher hatte der FC Bayern die Tabelle wegen der besseren Tordifferenz angeführt.

Die dreifache Torschützin Ewa Pajor (18./73./89.), Pernille Harder (29., Foulelfmeter) und Alexandra Popp (55.) trafen für Wolfsburg, Münchens Verena Schweers unterlief noch ein Eigentor (58.). Das Team von Trainer Stephan Lerch feierte somit im sechsten Pflichtspiel den sechsten Sieg und blieb zum sechsten Mal ohne Gegentor. In den vergangenen sechs Spielzeiten hatten sich die Wolfsburgerinnen (2018, 2017, 2014, 2013) und die Münchnerinnen (2016, 2015) die Titel geteilt.

Hinter dem VfL verbesserte sich der SC Freiburg auf Rang zwei. Der Vorjahres-Dritte gewann bei Bayer Leverkusen mit 3:0 (2:0) und hat nun sieben Punkte und 7:0 Tore auf dem Konto. Es folgt ein Quartett mit je sechs Punkten: Der FC Bayern, Turbine Potsdam nach dem 3:1 (2:0) gegen den noch punktlosen 1. FFC Frankfurt sowie die SGS Essen und die TSG Hoffenheim nach dem 2:1 (1:0)-Sieg Essens im direkten Duell im Kraichgau.

Der MSV Duisburg holte durch das 3:0 (1:0) gegen Werder Bremen die ersten drei Punkte und gab den letzten Platz an Borussia Mönchengladbach ab, das beim SC Sand 0:5 (0:3) unterlag.

Rad-WM: Der umstrittene Radprofi Alejandro Valverde hat zum WM-Abschluss in Innsbruck das äußerst bergige Straßenrennen für sich entschieden. Nach knapp 260 Kilometern und der extremen Passage durch die sogenannte "Höttinger Höll" gewann der 38-Jährige im Sprint einer Fluchtgruppe vor Romain Bardet (Frankreich) und Michael Woods (Kanada) die Goldmedaille und holte sich das Regenbogentrikot von Titelverteidiger Peter Sagan. Die deutsche Mannschaft hatte wie erwartet nichts mit dem Ausgang des Rennens zu tun. Für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) enden die Titelkämpfe in Österreich mit der gleichen Bilanz wie im Vorjahr - einer Silbermedaille. 2017 war Lennard Kämna WM-Zweiter im U23-Straßenrennen, diesmal Marius Mayrhofer bei den Junioren.

Fußball, DFB: DFB-Präsident Reinhard Grindel will nach dem Zuschlag für die Gastgeberrolle der EM-Endrunde 2024 trotz anhaltender Kritik an seiner Person im kommenden Jahr erneut für das Führungsamt im Deutschen Fußball-Bund (DFB) kandidieren. "Man muss sich ja immer wieder um eine Wiederwahl bemühen. Das werde ich tun", sagte der 57-Jährige im Aktuellen Sportstudio des ZDF: "Ich fände es merkwürdig, wenn ich nicht Lust hätte, an dem Zukunftsprojekt mitzuarbeiten."

An Spekulationen, ob der ehemalige Nationalspieler und neue EM-Organisationschef Philipp Lahm perspektivisch sein Nachfolger im höchsten Amt beim DFB werden könnte, wollte sich Grindel derweil nicht beteiligen. "Vorgezeichnet ist, dass er die Rolle, das Gesicht der Europameisterschaft zu sein, weiterführt", sagte Grindel angesprochen auf Lahms Ambitionen: "Ich habe auch ihn so verstanden, dass er sich auf diese Aufgabe zunächst einmal konzentrieren will."

Im Umgang mit der Causa Mesut Özil räumte Grindel erneut Fehler ein. "Dass wir Mesut mehr hätten verteidigen müssen, habe ich immer gesagt", meinte er und kündigte an, im Falle von rassistischen Anfeindungen gegen Spieler künftig "klare Kante zeigen" und sich "in Einzelfällen vor Einzelspieler stellen" zu wollen. Die Integrationsbotschaft des DFB müsse wieder deutlicher kommuniziert werden. "Es ist wichtig, dass wir an der Basis noch sensibler werden", sagte Grindel. Er könne sich vorstellen, einen zusätzlichen Integrationsbotschafter ohne Migrations-Hintergrund zu installieren.

In einem Interview mit dem Fußball-Podcast der Bild-Zeitung wiederholte Grindel allerdings auch seine Kritik an Özil wegen dessen gescheiterter Aussprache mit Bundestrainer Joachim Löw. Er habe allerdings "zu keinem Zeitpunkt" diesbezüglich Druck machen wollen. "Ich habe nur gesagt, dass ich es aus dem Fußball so kenne: Wenn man eine Mannschaft verlässt oder einen Verein wechselt, dass man darüber mit seinem Trainer spricht", sagte er.

Kristina Vogel: Die deutschen Spitzensportler haben die schwer verunglückte Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel mit dem Preis "Die Beste 2018" ausgezeichnet. Wie die Deutsche Sporthilfe am Samstagabend mitteilte, setzte sich die Rekordweltmeisterin bei der Abstimmung unter den 4000 geförderten Sportlern gegen zwölf weitere nominierte Athleten durch. Unter ihnen waren in Biathletin Laura Dahlmeier, Kombinierer Eric Frenzel und Bob-Pilot Francesco Friedrich drei Doppel-Olympiasieger der Winterspiele von Pyeongchang sowie die Leichtathletik-Europameister Arthur Abele und Gesa Krause.

Bei einer Gala im Rahmen des Sporthilfe Clubs der Besten in einem Urlaubsclub in Andalusien war Vogel per Video zugeschaltet. Die 27-jährige Erfurterin war am 26. Juni im Training bei einem Zusammenprall so schwer verletzt worden, dass sie vom siebten Brustwirbel abwärts gelähmt ist.

Baseball: Die New York Yankees haben in der Major League Baseball (MLB) mit ihrem 265. Homerun der Saison einen Rekord aufgestellt. Beim 8:5-Sieg bei den Boston Red Sox gelang Gleyber Torres im vierten Inning der entscheidende Treffer, die bisherige Bestmarke hatten die Seattle Mariners um Ken Griffey Jr. 1997 aufgestellt (264). Giancarlo Stanton, mit 38 Homeruns erfolgreichster Schlagmann beim Rekordmeister in dieser Kategorie, sorgte später noch für die Nummer 266. Der 27-malige Champion New York trifft am Mittwoch in den Play-offs im Wildcard-Duell der American League auf die Oakland Athletics. Zu Beginn der kommenden Saison müssen die Yankees ohne C.C. Sabathia auskommen. Der Pitcher wurde für fünf Spiele gesperrt und erhielt eine Geldstrafe, da er Catcher Jesus Sucre von den Tampa Bay Rays bei einem Wurf absichtlich mit dem Ball getroffen hatte.

Bundesliga, VfB Stuttgart: Der Klub hat seinen ersten Bundesliga-Sieg am Samstag gegen Werder Bremen (2:1) teuer bezahlen müssen. Die ausgewechselten Dennis Aogo und Anastasios Donis fallen mit Muskelverletzungen auf unbestimmte Zeit aus. Aogo erlitt nach Angaben des Vereins einen Muskelfaserriss im linken hinteren Oberschenkel. Der starke Donis, Schütze zum 1:0, erlitt an gleicher Stelle sogar einen Muskelbündelriss.

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