Jubel bei der Frauen-WMHuch, so schön kann Jubel sein

Besonders viele Tore fallen bei dieser WM nicht - doch wenn sie treffen, bestechen die Frauen mit ungewohnt kreativem Torjubel. Verändert die größere Fernsehpräsenz etwa die Freude über Erfolge?

Besonders viele Tore fallen bei dieser WM nicht - doch wenn sie treffen, bestechen die Frauen mit ungewohnt kreativem Torjubel. Mit steigender Fernsehpräsenz verändert sich offenbar auch die Freude über Erfolge.

Von Boris Herrmann

Lauren Cheney hat vor einigen Tagen ein nicht ganz unwesentliches Tor für die USA erzielt. Von den Amerikanerinnen hieß es bis dahin, sie patzten traditionell im ersten WM-Spiel. Nun kam also Cheney, die von sich selber sagt, sie sei eine lausige Kopfballspielerin, und traf zum erlösenden 1:0 gegen Nordkorea - per Kopf. Sie hätte gute Gründe gehabt, ein wenig auszurasten, sich im Gras zu räkeln, die Werbebande zu überfliegen oder wenigstens eine Eckfahne umzunieten. Cheney tat nichts dergleichen. Ihre Sturmkollegin Abby Wambach beorderte stattdessen das gesamte Team mit einer strengen Handbewegung in Richtung Trainerbank, wo sich die Ersatzspielerinnen bereits zu einem Jubelrudel formierten. Dort haben sie sich alle kurz abgeklatscht - und dann ging es auch schon weiter. Es war ein Torjubel, bei dem die Torschützin keine Rolle spielte.

Bild: REUTERS 2. Juli 2011, 11:302011-07-02 11:30:48 © sueddeutsche.de/jüsc/sonn