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Frankreich:Ribéry und die Angst vor Spritzen

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Soll Angst vor Spritzen haben: Franck Ribéry

(Foto: AFP)

Der französische Mannschaftsarzt Le Gall behauptet, dass dem Nationalspieler in München zu viele Injektionen verabreicht werden würden. Portugals Weltfußballer Cristiano Ronaldo sorgt mit einem Eisbeutel auf dem Knie für Irritationen.

Frankreich, Franck Ribéry: Die Angst vor Spritzen hat offenbar Franck Ribéry vom deutschen Fußball-Meister Bayern München die WM-Teilnahme gekostet. Diese Meinung vertrat der französische Mannschaftsarzt Franck Le Gall am Donnerstag. "Franck spielt bei einem Klub, bei dem alle Probleme, egal welches es sind, mit Spritzen behandelt werden", sagte der Mediziner. Es könnten "10, 20, 25, 40 pro Problem, pro Jahr sein. Wir hätten auch so vorgehen können, aber wir haben es nicht getan". Es sei der Zeitpunkt erreicht worden, "an dem er sich nicht mehr auf mehr Spritzen einlassen wollte. Wir haben es also nicht getan, weil er Angst vor Spritzen hat", sagte Le Gall.

Die medizinische Betreuung der Profis von Bayern München liegt sei vielen Jahren in den Händen von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der als international anerkannte Kapazität gilt und von vielen Sportstars aus der ganzen Welt konsultiert wird. Müller-Wohlfahrt ist auch langjähriger Arzt der deutschen Nationalmannschaft.

Portugal, Cristiano Ronaldo: Ein Eisbeutel auf dem linken Knie von Cristiano Ronaldo hat am Donnerstag erneut für Irritationen um den Gesundheitszustand von Portugals Stürmer geführt. Vier Tage vor dem ersten WM-Gruppenspiel gegen die DFB-Auswahl hatte der Angreifer von Real Madrid gemeinsam mit einer Gruppe von Offensivspielern das Training in Campinas beendet und trug dabei einen Eisbeutel am Knie.

Der portugiesische Verband sprach erneut von einer reinen Vorsichtsmaßnahme. Auch Teamkollege João Moutinho spielte die Bedeutung auf der anschließenden Pressekonferenz herunter. "Seitdem er mit uns trainiert, war Ronaldo bisher immer fast zu 100 Prozent fit, er war okay. Er hat nur vorsichtshalber Eis draufgelegt, wie andere Spieler das auch gemacht haben. Das ist nicht besonders besorgniserregend", sagte der Mittelfeldspieler.

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Ronaldo hatte sich zuvor in einem Interview der portugiesischen Sportzeitung A Bola bereit für die Partie gegen Deutschland am Montag gezeigt. "Ich bin bei 99,9 Prozent", sagte der Weltfußballer des Jahres.

Fifa, Präsidentschaft: Die Beziehung zwischen Uefa-Präsident Michel Platini und Fifa-Chef Joseph S. Blatter gestaltet sich immer schwieriger. Der 58 Jahre alte Franzose ging am Donnerstag in einem AFP-Interview auf Distanz zum Schweizer: "Ich werde Blatter nicht länger unterstützen, das ist vorbei." Im Vorfeld des 64. Fifa-Kongresses in São Paulo hatten die Uefa-Vertreter Blatter mitgeteilt, dass sie den 78-Jährigen in dessen Bemühen, am 29. Mai 2015 für eine fünfte Amtszeit als Präsident des Weltverbandes kandidieren zu wollen, nicht unterstützen werden.

Auf der Pressekonferenz nach dem Kongress hatte Blatter von einer großen Respektlosigkeit gesprochen. Der Walliser will auf jeden Fall 2015 wieder kandidieren und kann sich der Unterstützung großer Teile der Konföderationen aus Afrika, Asien sowie Nord- und Mittelamerika und der Karibik sicher sein. Platini gilt nach wie vor als möglicher Gegenkandidat im kommenden Mai, hat sich aber noch nicht definitiv erklärt. Dies will er voraussichtlich im September machen. Seine Bewerbung um den Fifa-Chefposten hatte bereits der Franzose Jerome Champagne (55) angekündigt. Ihm werden allerdings nur Außenseiterchancen eingeräumt.

Schiedsrichter, Felix Brych: Deutschlands WM-Schiedsrichter Felix Brych pfeift bei seinem ersten Spiel in Brasilien die Partie Uruguay gegen Costa Rica. Der Weltverband Fifa setzte den Münchner am Donnerstag zusammen mit seinen Kollegen Mark Borsch und Stefan Lupp für die Begegnung der Gruppe D in Fortaleza am Samstag (21.00 Uhr) an. Für Brych ist es der erste Einsatz bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Der 38-Jährige war in der abgelaufenen Bundesliga-Saison vor allem wegen des Phantomtors im Spiel Hoffenheim gegen Bayer Leverkusen in die Schlagzeilen geraten. Trotz der Fehlentscheidung war Brych anstelle von Wolfgang Stark für die WM nominiert worden.

Weltmeisterschaft, Papst: Papst Franziskus (77) wünscht sich die Fußball-WM in Brasilien nicht nur als Sportereignis, sondern als ein Fest der Solidarität unter den Völkern. Es gehe darum, Grenzen der Sprachen, Kulturen und Nationen zu überwinden, hält Franziskus in einer Videobotschaft fest, die vom brasilianischen Radio Globo in der Nacht zum Donnerstag ausgestrahlt wurde. Mit großer Freude wende er sich an alle "lieben Fußballfans", so Franziskus. "Der Sport ist die Schule des Friedens, er bringt uns bei, den Frieden zu errichten." Der selbst als Fußball-Fan bekannte Argentinier Jorge Mario Bergoglio verweist auf Werte wie Loyalität, Durchhaltevermögen, Freundschaft, das Teilen und die Solidarität. Vom Sport könne man drei Lektionen lernen: die Notwendigkeit des Trainings, das Fair-Play und den Respekt unter den Gegnern. "Der Sportsgeist erinnert uns daran, dass Opfer wichtig sind, um in den Tugenden zu wachsen, die für den Charakter eines Menschen wichtig sind", heißt es in der Botschaft nach einer Übersetzung von Radio Vatikan.

Uruguay, Forlán: Diego Forlán hat seine Magenbeschwerden überstanden und am Donnerstag wieder mit der Nationalmannschaft von Uruguay trainiert. Die 23 Spieler des WM-Vierten von 2010 begannen ihre letzte Trainingseinheit im WM-Camp in Sete Lagoas vor ihrer Auftaktpartie an diesen Samstag mit Aufwärmspielchen wie Fußball-Tennis. Mit dabei war auch wieder Abwehrspieler Diego Lugano, der am Mittwoch wegen muskulärer Beschwerden nicht voll belastbar war. Ob und wie Stürmerstar Luis Suárez gut drei Wochen nach seiner Knieoperation zum Einsatz kommt, ist noch offen.