Foul von Handball-Nationalspieler Jansen:Bewusstlos nach hartem Kopfstoß

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Torsten Jansen

Auslöser der unschönen Szenen in Berlin: Ex-Nationalspieler Torsten Jansen.

(Foto: Jens Wolf/dpa)

Unschöne Szenen beim Handball-Bundesligaspiel zwischen Berlin und Hamburg: Nach einem Kopfstoß von Torsten Jansen bleibt Berlins Ivan Nincevic bewusstlos liegen und muss ins Krankenhaus. Jansen war bislang nicht als unfairer Spieler bekannt.

Ein hartes Foul schockt die Handball-Bundesliga: 37 Sekunden vor Ende der Partie zwischen dem HSV Hamburg und den Füchsen Berlin streckte Torsten Jansen mit einem Kopfstoß seinen Gegenspieler Ivan Nincevic nieder. Der Berliner fiel bewusstlos zu Boden, erlitt eine tiefe Risswunde unter dem Auge und zog sich zwei schwere Hämatome am Kopf zu.

"Das Jochbein ist nicht gebrochen", sagte der Kroate am Mittwoch und gab zumindest leichte Entwarnung: "Mir ist nur schlecht und schwindelig." Berlins Manager Bob Hanning war am Morgen nach der brutalen Attacke immer noch geschockt: "Provokation ist das eine. Aber das war Körperverletzung. Das hat im Handball nichts zu suchen. Nach dem Videostudium gibt es keine zweite Meinung."

Dass der HSV mit 28:25 im Duell um den vierten Tabellenplatz in der Bundesliga gewonnen hatte, interessierte keinen mehr. Nachdem Nincevic auf einer Trage aus der Halle gefahren wurde, warfen sich die Spieler beider Teams den Ball gegenseitig zu und ließen die Uhr herunterlaufen. "Das zeigt, dass die Spieler und auch die allermeisten Zuschauer Fingerspitzengefühl haben", meinte Hanning.

Diesen fairen Sportsgeist erlebte Nincevic nicht - er war da schon auf dem Weg in ein Hamburger Krankenhaus. "Die fünf Zentimeter lange Wunde unter dem Auge wurde von innen und außen genäht. Diese Narbe habe ich jetzt mein ganz Leben lang", meinte er. Noch in der Nacht wurde er auf eigenen Wunsch aus dem Krankenhaus entlassen. Für ihn ist die Saison beendet.

Für den 36 Jahre alten Jansen, dessen Vertrag in Hamburg am Saisonende ausläuft, könnte die Attacke sogar das Karriere-Ende bedeuten. Für den Kopfstoß sah er die Rote Karte. Zudem schilderten die Schiedsrichter in ihrem Bericht die Szene ganz genau. "Im Bericht steht Kopfnuss im laufenden Spiel", sagte Hanning: "Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass Torsten 36 Jahre lang ein einwandfreier Sportler war und viel für den deutschen Handball getan hat."

Jansen selbst zeigte sich geschockt: "Es tut mir leid, was passiert ist. Das habe ich nicht gewollt. Ich habe mich selbst erschrocken und wünsche natürlich Ivan Nincevic schnelle Genesung."

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