Formel 1 "Hoffentlich gewinnst du in diesem Jahr kein Rennen mehr"

Ein verstörendes Siegesritual, ein betender Lewis Hamilton, ein total bedienter Sebastian Vettel und ein ausgesperrter indischer Milliardär. Die Zylinderköpfe der Formel 1.

Lewis Hamilton

Er stellte die Frage, welche höhere Macht in diesem Jahr verhindern will, dass er wieder Weltmeister wird. Er stellte sie an sein Mercedes-Team: "Von den vielen Motoren geht keiner kaputt, nur der des Nummer-Eins-Fahrers." Er kniete nach der Explosion des Silberpfeil-Triebwerks in der 41. Runde im Gras, und schien zu beten. Was soll man auch tun, souverän in Führung liegend ohne Schuld um die Rückkehr an die WM-Spitze gebracht zu werden. Der Brite schimpfte, klagte, zweifelte. Sein Teamchef Toto Wolff erteilte die Absolution: "Wenn einem das passiert, hat man das Recht alles zu sagen." Nach dem Rennen hielt Hamilton eine Ansprache vor Mechanikern und Ingenieuren in der Box, versicherte ihnen, dass er weiter Vertrauen und Hoffnung habe. Wolff beeindruckt: "So etwas schaffen nur die Größten." Sein Chauffeur sieht es als Prüfung für Geist und Willen: "...vergesst nicht, ich bin der Weltmeister!"

Bild: C. L. Donald Lim/AFP 3. Oktober 2016, 12:232016-10-03 12:23:20 © Sz.de/schm