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Formel 1:Im Fahrerlager bricht eine Revolution aus

Sebastian Vettel GER Ferrari beim Track Walk mit seinen Team persönlicher Reifentest von Sebast; VEttel

Einfach davonrollen lassen geht auch nicht: Sebastian Vettel muss weiter mit den ungeliebten, aktuellen Renn-Pneus fahren.

(Foto: imago images / Rene Schulz)
  • Die Formel-1-Piloten verlangen Sofortmaßnahmen gegen die Langeweile durch die Mercedes-Dominanz.
  • Doch das ist nicht so einfach.

Wer beim Großen Preis von Österreich ins Fahrerlager strebt, um sich dort von Lewis Hamilton oder Sebastian Vettel erklären zu lassen, welches Heilmittel es gebe gegen die Monotonie, die von der Formel 1 Besitz ergriffen hat, der läuft vorbei an Rennfahrern, die den Rennsport noch in einem anarchischen Zustand erlebt haben. An Jack Brabham. Niki Lauda. Nelson Piquet. An Jackie Stewart, Jochen Rindt, Alain Prost und Ayrton Senna. Jeder hat auf dem "Walk of Legends" ein Portrait erhalten und einen Knopf. Auf die Knöpfe kann man drücken, dann beginnt der Rennfahrer zu sprechen.

Die Rennfahrer reden über das Wesen ihres Sports, über Existenzielles. Sie reden sehr viel über die Gefahr und den Tod.

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"Meine größte Sorge ist, dass am Auto nichts bricht", sagt Rindt: "Ich fühle, dass ich persönlich gut genug bin, um keinen Fehler zu machen. Ich bin aber nicht sicher, ob ich das Auto kontrollieren kann, falls etwas am Auto schiefgeht." Rindt starb 1970 in Monza. An seinem Lotus war die vordere rechte Bremswelle gebrochen. Stewart erzählt, dass es für ihn, sollte er mal in einen Crash geraten, "keine große Sache wäre, zu sterben". Weil er in dem Moment viel zu beschäftigt wäre, das Auto abzufangen. "Es würde alles ganz schnell gehen und ich würde nichts fühlen."

Zu viel Ungemach kommt gerade zusammen

Wer weiß. Vielleicht erhalten Hamilton und Vettel irgendwann auch mal einen Knopf in Spielberg. Der Vettel zum Abspielen würde nicht über Gefahr und Tod reden, sondern sagen: "Verbrennt das Regelbuch und fangt von vorne an!" Und nach einer Kunstpause: "In unserem Sport kann man nicht für alle Fälle eine Regel festlegen. Man sollte den Fahrern die Freiheit geben, gegeneinander zu racen."

Ein Hauch von Revolution hat in diesen Tagen das Fahrerlager ergriffen. Nicht nur Vettel hinterfragt die Fundamente der Formel 1. Seine Kollegen unterstützen ihn. Zu viel Ungemach kommt gerade zusammen. Erst gab es das umstrittene Urteil der Kommissare in Kanada, das Vettel den Sieg kostete. Dann folgte jenes meditativ-hypnotische Schnarchrennen in Le Castellet, das manche Beobachter als den langweiligsten Grand Prix - es war der 1005. - der Geschichte bezeichneten. In Frankreich hatte Hamilton den sechsten Sieg im achten Rennen der Saison eingefahren, und zwar auf so gemütliche Weise, dass sich vermutlich nicht einmal Protest regen würde, würden die Weltmeisterpokale 13 Rennen vor Saisonende überreicht. Er sehe "den Schlamassel, in dem wir stecken", bekannte Hamilton. Es sei nicht die Schuld der Fahrer.