Sieben Kurven in der Formel 1Mit Niki-Kappen und Gedächtnishelmen

Beim Grand Prix in Monaco ehren Fahrer und Teams die verstorbene Legende. Hamilton beklagt sich über die Rennstrategie. Ein Mexikaner erlebt eine brenzlige Situation mit Streckenposten.

Niki Lauda

Die Erinnerung an den kürzlich verstorbenen Niki Lauda wurde die ganze Woche lang gelebt und zelebriert in Monte Carlo. Zweimal hatte der dreimalige Weltmeister selbst das berühmteste Autorennen der Welt gewonnen. 1975 und 1976. Jeweils im Ferrari. Legendär ist sein Auftritt 1975 in der Fürstenloge. Bei der Pokalübergabe nahm Lauda die Hand von Fürstin Grace Kelly - und küsste die Fürstinnenhand entgegen der Etikette. Der Wirbel danach sei unglaublich gewesen, hat Lauda drei Jahrzehnte später erzählt. "Die Fürstin dagegen lächelte nur. Ich hatte ihren Handrücken ja nur leicht berührt!"

Am Sonntag trugen die Fahrer und Zuschauer rote Käppis zu Ehren Laudas. Auch die Silberpfeile sahen aus, als trügen sie rote Hütchen. Das Team von Mercedes, dessen Aufsichtsratsvorsitzender Lauda war, hatte die Halo-Schutzbügel rot lackiert. Lewis Hamilton und Sebastian Vettel hatten Lauda-Gedächtnishelme auf dem Kopf - und dann wurde natürlich auch noch unheimlich viel geredet über den smarten Österreicher, der für die Formel 1 so etwas war wie eine Klammer, die alles zusammenhielt. Lauda war derjenige, der überlappte. Von der alten Formel 1 in die neue. Von Ferrari zu McLaren zu Mercedes. Lauda war die Konstante, auf die sich alle einigen konnten. Hamilton versicherte nach seinem Sieg, er werde zu Laudas Beerdigung reisen. Am Mittwoch wird Lauda im Wiener Stephansdom öffentlich aufgebahrt und danach im engsten Familienkreis beerdigt. Hamilton widmete Lauda seinen Sieg, seinen zähen Kampf auf kaputten Reifen. "Ich habe mit dem Spirit von Niki gekämpft", meinte er.

Bild: REUTERS 27. Mai 2019, 12:432019-05-27 12:43:34 © SZ.de/chge