Paralympics:Biathletin Walter holt zweite Goldmedaille

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Paralympics 2022 in Peking · Biathlon

Jubel im Ziel: Leonie Walter mit ihrem Guide Pirmin Strecker.

(Foto: dpa)

Auch Fahnenträger Martin Fleig und Anja Wicker gewinnen Medaillen. Alexander Zverev wird auf Bewährung gesperrt, ein ukrainischer Schwimmer kritisiert den Weltverband.

Meldungen im Überblick

Paralympics I: Leonie Walter ist überraschend Paralympicssiegerin im Biathlon. Die 18-Jährige setzte sich am Dienstag in der Klasse der Sehbehinderten über zehn Kilometer in der Loipe von Zhangjiakou durch und holte die zweite Goldmedaille für das deutsche Team in China. Die Schülerin blieb bei allen vier Schießen fehlerfrei und hatte im Ziel 3,7 Sekunden Vorsprung auf die Ukrainerin Oksana Schischkowa. Vierte wurde Johanna Recktenwald. Zuvor hatte Walter über die sechs Kilometer im Biathlon sowie über die 15 Kilometer im Langlauf bereits die Bronzemedaille gewonnen.

Paralympics II: Der deutsche Fahnenträger Martin Fleig hat bei den Paralympics in Peking seine erste Medaille geholt. Der 32-Jährige wurde am Dienstag in der sitzenden Klasse im Biathlon über 10 Kilometer mit zwei Schießfehlern Zweiter. Der Freiburger hatte im Ziel 46 Sekunden Rückstand auf den Sieger Liu Mengtao aus China. Dritter wurde der Ukrainer Taras Rad.

Auch Anja Wicker konnte eine Medaille gewinnen. Über 10 Kilometer in der sitzenden Klasse erkämpfte sich die Stuttgarterin am Dienstag trotz fünf Schießfehlern dank einer Energieleistung in der Loipe noch Platz drei. Am Samstag hatte die 30-Jährige, deren untere Wirbelsäule fehlgebildet ist, über die sechs Kilometer als Fünfte noch knapp eine Medaille verpasst. Paralympicssiegerin wurde die US-Amerikanerin Kendall Gretsch vor ihrer Landsfrau Oksana Masters.

Tennis, Alexander Zverev: Rund anderthalb Wochen nach seinem Ausraster beim ATP-Turnier im mexikanischen Acapulco hat die Herrentennis-Organisation ATP Olympiasieger Alexander Zverev mit einer achtwöchigen Sperre auf Bewährung belegt. Darüber hinaus wurde dem Weltranglisten-Dritten eine zusätzliche Geldstrafe von 25 000 Dollar - ebenfalls zur Bewährung - auferlegt, wie die ATP am Dienstag mitteilte. Damit darf sich Zverev bis zum 22. Februar 2023 - ein Jahr nach dem Vorfall - keinen weiteren Verstoß leisten, der zu einer Geldstrafe wegen unsportlichen Verhaltens führt. Zverev kann bis Freitag Einspruch gegen das Ergebnis der Untersuchung einlegen. Der 24-Jährige hatte beim Turnier in Acapulco nach einer Niederlage im Doppel mehrmals mit seinem Schläger gegen den Schiedsrichterstuhl geschlagen, auf dem der Unparteiische noch saß. Er wurde disqualifiziert und musste 40 000 Dollar Strafe zahlen. Zudem muss der Hamburger das Preisgeld von mehr als 30 000 Dollar zurückzahlen und verliert die Punkte für die Weltrangliste.

Schwimmen, Ukraine: Der ukrainische Schwimm-Weltrekordler Andrij Goworow hat den Weltverband FINA scharf kritisiert und härtere Sanktionen für Russland gefordert. "Die FINA macht nichts, weil Russen großen Einfluss innerhalb der FINA haben. Wladimir Salnikow, der Präsident des russischen Schwimmverbandes, zum Beispiel", sagte der 29-Jährige der Augsburger Allgemeinen: "Ich weiß nicht, wie viel Geld die zahlen, aber die bisherigen Sanktionen sind ja nicht einmal Sanktionen."

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat der Weltverband lediglich die Teilnahme unter dem Namen Russland verboten. Russische Athleten dürfen aber unter neutraler Flagge starten - wie bisher schon wegen des Dopingskandals. "Wir verhängen also die gleichen Sanktionen für einen Krieg wie für Doping. Was soll das?", frage Goworow, Weltrekordhalter über 50 m Schmetterling. Er wolle Schwimmerinnen und Schwimmer aus anderen Ländern um Unterstützung bitten, kündigte er an: "Wenn wir zusammenhalten, können wir die FINA zum Handeln zwingen."

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