bedeckt München 18°

Die perfekte Handball-Saison:THW Kiel gewinnt die Champions League

2007, 2010, 2012: Die Handballer des THW Kiel sind zum dritten Mal Champions-League-Sieger. Damit krönt das Team eine historische Saison und macht nach Meistertitel und Pokalsieg das Triple komplett. Überragend präsentiert sich Torhüter Thierry Omeyer.

Diese Saison ist nicht zu überbieten, die Stimmung in der Kölner Arena beim Finalturnier für Handball-Verhältnisse unvergleichlich: Durch das 26:21 (13:10) gegen Atlético Madrid entwickelt sich der THW Kiel endgültig zur unangefochten besten Handball-Mannschaft Europas. Zuvor hatte die Mannschaft in der Meisterschaft Historisches erreicht und jedes Spiel gewonnen.

THW Kiel - Atletico Madrid

Kiels Torhüter Omeyer: Führung im Alleingang verteidigt

(Foto: dpa)

Wie vor fünf Jahren schaffte der THW damit das Triple aus deutscher Meisterschaft, Pokalsieg und Champions-League-Triumph. Durch den 25:24-Halbfinalerfolg gegen die Füchse Berlin hatten die Norddeutschen am Samstag ihr sechstes Endspiel in Europas Königsklasse erreicht.

"Das ist vielleicht die beste Kieler Mannschaft aller Zeiten, das war ein super Spiel, wir sind einfach nur überglücklich", sagte THW-Kapitän Marcus Ahlm, und Top-Torschütze Andersson war fassungslos: "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Es war ein knackiges Spiel mit wenigen Toren, aber wir haben um diesen Sieg gekämpft. Das ist unglaublich schön, hier jetzt als Sieger stehen zu dürfen."

Neben dem Pokal dürfen sich die Kieler, die in der Liga in 32 Spielen 32 Siege gefeiert haben, auch über die Siegprämie von 350.000 Euro freuen.

"Wenn man das Triple zweimal holt, ist das eine sehr respektable Leistung. Ich freue mich für den THW. Die Mannschaft und Trainer Alfred Gislason sind für ihre harte Arbeit belohnt worden", sagte Bundestrainer Martin Heuberger, der das Finale als einer der 20.000 Zuschauer in der ausverkauften Kölner Arena verfolgt hatte.

Bester THW-Werfer im insgesamt sechsten Champions-League-Endspiel der Kieler Klubgeschichte war Kim Andersson mit sieben Treffern. Bei Atletico brachte es Kiril Lazarov auf fünf Tore.

THW-Torhüter Omeyer mit überragender Leistung

Der deutsche Rekordmeister hatte zunächst Probleme, seinen Rhythmus zu finden. Besonders der ehemalige Welthandballer Filip Jicha leistete sich in der Anfangsphase zahlreiche Fehlwürfe. Angeführt von Andersson bekamen die Kieler Gegner und Nerven dann aber immer besser in den Griff. "Wir sind der THW. Wir sind immer titelgeil", hatte der schwedische Rückraumstar vor dem Turnier getönt.

Nun ließ er Taten folgen. Andersson verwandelte alle seine ersten fünf Würfe und brachte sein Team in der 19. Minute erstmals in Führung. Atletico wehrte sich in der Folgezeit zwar weiter, scheiterte aber immer wieder am starken Kieler Schlussmann Thierry Omeyer. Der Spitzenreiter der Bundesliga zog in den letzten fünf Minuten des ersten Durchgangs Tor um Tor davon und ging schließlich mit einem Polster von drei Treffern in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel verteidigte Omeyer den Vorsprung zunächst fast im Alleingang und brachte die Spanier mit seinen Paraden zur Verzweiflung. Als auch der THW-Angriff in Schwung kam, war der Kieler Sieg nicht mehr gefährdet.

Kopenhagen für Füchse zu stark

Die Füchse Berlin schlossen das Final Four derweil auf dem vierten Platz ab. Einen Tag nach dem bitteren 24:25 in der Vorschlussrunde gegen den THW verlor der Bundesligadritte am Sonntag auch das kleine Finale gegen den dänischen Meister AG Kopenhagen 21:26 (9:13).

Trotz der beiden Niederlagen war die Teilnahme am Endturnier der Königsklasse der bisher größte Erfolg in der Geschichte des Hauptstadtklubs. "Dennoch überwiegt vor allem Enttäuschung", sagte Nationaltorhüter Silvio Heinevetter: "Wir waren auch gegen Kopenhagen nicht chancenlos, haben aber einfach zu viele Bälle weggeworfen. Jewgeni Pewnow, mit fünf Treffer bester Schütze gegen die Dänen, ergänzte: "Jetzt konzentrieren wir uns auf das Bundesligaspiel am Mittwoch gegen Lemgo. Wenn wir das gewinnen, sind wir in der kommenden Saison wieder sicher in der Champions League dabei. Das ist unser großes Ziel."

© SZ.de/dapd/dpa/fred
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema