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FC Bayern: Einzelkritik:Warten auf die Violine

Demichelis entpuppt sich beim 2:1 gegen Florenz als Liebhaber klassischer Musik, Lahm erweist sich als guter Zuhörer, Robben erweitert seine Unterhosen-Kollektion. Die Bayern in der Einzelkritik.

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Jörg Butt

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Jörg Butt

Hatte wohl erwartet, dass er die eine oder andere Gelegenheit für einen prüfenden Blick auf die andere Seite des Feldes bekommen würde, wo im Tor des AC Florenz mit Sébastien Frey ein Mann stand, der schon des Öfteren als Wunschkandidat der Bayern-Bosse gehandelt wurde. Wurde aber von seinen Offensivleuten enttäuscht, weil die kaum einen Moment herausspielten, in dem Frey seine Qualitäten hätte zeigen müssen. Hatte selbst hinten genug zu tun, weil die Arbeit seiner Vorderleute bisweilen und vor allem in der ersten Hälfte zu wünschen übrig ließ.

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Philipp Lahm

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Philipp Lahm

Florenz könne man nicht im Nebenwaschgang besiegen, hatte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge vor dem Spiel angemerkt. Rechtsverteidiger Lahm gilt als aufmerksamer Zuhörer und war in diesem Fall wohl einer der wenigen Bayern-Spieler, die den Worten ihres Vereinsvorstandes gelauscht hatten. Fand als einer der wenigen Münchner sofort ins Spiel - und hielt das auch bis zum Ende durch. Spielte wie so oft in den vergangenen Wochen zwar nicht so auffällig wie früher, weil er nunmal den Freigeist Robben vor sich hat, spielte aber trotzdem gut.

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Daniel van Buyten, dpa

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Daniel van Buyten

Zählt laut offizieller Bayern-Homepage Familie, Angeln und Fußball schauen zu seinen Hobbys. Erweckte manchmal die Vermutung, dass dort bald auch das Stichwort "klassische Musik" auftauchen könnte. Spielte jedenfalls so fehlerhaft, als wolle er Florenz-Stürmer Alberto Gilardino unbedingt ein Tor ermöglichen - jenem Stürmer, der seine Treffer meistens mit einem imaginären Violinenspiel feiert. Musste zur Pause verletzt raus.

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Martin Demichelis

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Martin Demichelis

Zählt laut offizieller Bayern-Homepage Reiten, Familie und Freunde zu seinen Hobbys. Muss nach diesem Spiel zwingend "klassische Musik" dazufügen. Leistete sich etliche Schnitzer, war zum wiederholten Mal der große Unsicherheitsfaktor der Bayern-Abwehr.

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Holger Badstuber

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Holger Badstuber

Seine Hobbys: "Musik, Freunde treffen, Tischtennis". Das Stichwort Musik ist nicht näher differenziert, um klassische kann es sich jedenfalls nicht handeln. Spielte fehlerlos, wollte Gilardinos Violinenspiel nicht sehen. Rückte nach der Auswechslung von van Buyten in die Mitte und überzeugte auch dort, bisweilen mit einer für einen 20-Jährigen erstaunlichen Abgebrühtheit. Ließ sich auch von einer kurzen Verletzungspause vor der Halbzeit (Nasenbluten) nicht aus dem Tritt bringen.

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Mark van Bommel

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Mark van Bommel

Er könne nicht garantieren, dass die Bayern bis ins Champions-League-Finale kommen, hatte der Kapitän vor dem Spiel gesagt. Denn Garantien gebe es nur auf Waschmaschinen. Nach dem Auftritt gegen Florenz muss man ergänzen: Garantien gibt es nicht nur auf Waschmaschinen, sondern auch auf die rustikale Gangart von Mark van Bommel. Sah nach 28 Minuten zurecht Gelb nach einem Foul an Montolivo. Versuchte es zunächst oft mit Diagonalpässen - die landeten aber zu oft beim Gegner. Ließ díe Diagonalpässe deshalb in der zweiten Hälfte sein. Es gibt bei van Bommel in diesem Jahr auch eine Garantie auf Leistungssteigerung nach der Pause.

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Bastian Schweinsteiger

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Bastian Schweinsteiger

Hatte in den vergangenen Wochen den Anschein erweckt, als gebe es eine Garantie auf herausragende Schweinsteiger-Leistungen. Revidierte diesen Eindruck gegen Florenz. Versuchte es wie van Bommel oft mit Diagonalpässen - die aber ebenfalls zu oft beim Gegner landeten. Kämpfte sich wie van Bommel ins Spiel zurück, und unterließ in der zweiten Hälfte wie van Bommel die Diagonalpässe.

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Arjen Robben, Getty

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Arjen Robben

Erweiterte seine lange-Unterhosen-Sammlung um ein neues Exemplar. Trug passend zum weißen Dress der Münchner ein weißes Beinkleid - völlig regelkonform und modisch völlig akzeptabel. Fiel optisch dennoch auf, weil Handschuhe und Schuhe rot glänzten. Wollte schon nach zehn Sekunden zeigen, dass sich Überlegungen rund um ihn nicht auf die Kleidung, sondern auf den Fußball beziehen sollten, als er rechts das erste Mal durchspurtete. Spurtete später noch das eine oder andere Mal durch, verwandelte zudem mit unglaublicher Sicherheit den Elfmeter zum 1:0. Nur die Sache mit dem Abspielen, die wird ihm immer fremd bleiben.

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Franck Ribéry

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Franck Ribéry

Zum Thema Mode ist alles schnell erzählt: schwarze Handschuhe, weiße Unterhose, gelbe Schuhe. Zum Thema Fußball: Nun ja, das ist etwas komplizierter. Seine auffälligste Aktion in der ersten 20 Minuten war der Moment, als er ein Filou sein und einen Freistoß schnell ausführen wollte - und sich daraus ein gefährlicher Moment für den eigenen Torwart entwickelte, weil Ribéry Ball beim Gegner landete und alle FCB-Defensivspieler aufgerückt waren. Steigerte sich danach etwas, war engagiert und holte auch den Elfmeter raus, agierte aber nicht so wirkungsvoll wie erhofft. Durfte überraschenderweise durchspielen.

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Thomas Müller

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Thomas Müller

War einer derjenigen, denen in der ersten Hälfte der Nebenwaschgang anzumerken war. Fand keine Bindung ins Spiel, blieb blass. Nach der Pause etwas stärker, aber doch weit entfernt von der Form jener Tage, als die Bayern-Fans ob seiner Leistungen entzückt waren und eine Nationalmannschaftsberufung nur noch eine Frage der Zeit schien. Was dazu führte, dass der bekennende Müller-Fan van Gaal seinen Liebling so früh austauschte wie selten zuvor.

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Mario Gomez

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Mario Gomez

Unglaublich fleißig, stark in der Balleroberung und der Ballbehauptung, beispielhaft in der Situation, die zum Elfmeterpfiff führte. Weniger stark im Torabschluss. Musste in der 65. Minute Platz machen für Klose.

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Diego Contento, AP

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Diego Contento Kam in der zweiten Hälfte für den verletzten van Buyten und war der wiederholte Beweis, dass es bei van Gaal keine Garantie auf erwartbare Entscheidungen gibt - gerechnet hatte man eher mit dem Einsatz von Danijel Pranjic. Sah beim 1:1 unglücklich aus. Danach solide und mit einigen mutigen Vorstößen.

Miroslav Klose Kam in der 65. Minute für Gomez. Wirkte lange so, als sei er ganz woanders, vielleicht bei einem Violinenkonzert, und hatte kurz vor Schluss zwei Tor-Szenen: Die erste vergab er, die zweite nutzte er zum 2:1.

Ivica Olic Kam in der 65. Minute für Müller. Kennt bekanntlich keinen Nebenwaschgang und keine Vorwäsche, sondern nur den Schleudergang. Begann so auch seinen Einsatz gegen Florenz. Lief zunächst vergebens, bereitete dann aber den Siegtreffer vor.

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