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Europa-League-Playoff:Hannover 96 kämpft in Breslau - und gewinnt

Ein Spiel, acht Tore. Bundesligist Hannover 96 hat gegen den polnischen Meister Slask Breslau 5:3 gewonnen. Jetzt fehlt nur noch ein Schritt bis zum Einzug in die Europa League.

Fußball-Bundesligist Hannover 96 steht nach der furiosen Begegnung in Breslau vor dem erneuten Einzug in die Gruppenphase der Europa League.

Slask Breslau - Hannover 96

Leon Andreasen (links) und Sergio Pinto feiern den Sieg gegen Slask Breslau. Hannover 96 ist nach dem 5:3-Sieg in Breslau auf Europa-League-Kurs.

(Foto: dpa)

Die Niedersachsen gewannen das Play-off-Hinspiel beim polnischen Meister Slask Breslau mit 5:3 (3:1) und erspielten sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am Donnerstag in Hannover (20.45 Uhr).

"Europapokal-Experte" Leon Andreasen (82.) und Manuel Schmiedebach (85.) erzielten in der Schlussphase die entscheidenden Treffer zum Auswärtssieg.

Zuvor hatten der starke Andreasen (7.), Jan Schlaudraff (25.) und Lars Stindl (40.) in einem offenen Schlagabtausch für eine 3:1-Halbzeitführung der Mannschaft von Trainer Mirko Slomka gesorgt, die in der vergangenen Saison bis ins Viertelfinale vorgestoßen war.

Klubchef Martin Kind hatte bereits vor den Playoffs das Minimalziel Gruppenphase ausgesprochen. Und die Spieler schienen die klare Vorgabe verstanden zu haben.

Für Polens Überraschungs-Meister war Tomasz Jodlowiec (34.) erfolgreich, ehe nach der Pause Sylwester Patejuk (54.) und Przemyslaw Kazmierczak (61.) zum zwischenzeitlichen 3:3 trafen.

Im EM-Stadion von Breslau boten beide Teams den 25.000 Zuschauern 90 Minuten lang eine temporeiche und intensive Partie. Dabei hatten die Gastgeber über weite Strecken die größeren Spielanteile, Hannover fuhr aber immer wieder gefährliche Konter. Besonders Schlaudraff und der starke Steven Cherundolo sorgten für viel Aufregung und setzten wiederholt Nadelstiche.

Die Polen blieben gefährlich

Zunächst hatte Hannover allerdings Glück: In der fünften Minute landete eine Direktabnahme von Rok Elsner aus elf Metern nur wenige Zentimeter neben dem Pfosten. Fast im Gegenzug nutzte Andreasen die erste Chance. Nach einer klugen Rückgabe von Kapitän Cherundolo schoss der Däne überlegt ins lange Eck ein.

Das 2:0 war nahezu eine Kopie der Führung: Diesmal war es Christian Pander, der von der Torauslinie Schlaudraff mit einem Pass mustergültig bediente. Der ehemalige Nationalspieler nutzte den Freiraum und zog aus vollem Lauf überlegt ab.

Die Polen, die in der Champions-League-Qualifikation an Helsingborgs IF aus Schweden gescheitert waren, blieben jedoch gefährlich. Die beste Gelegenheit nutzte der ungedeckte Jodlowiec zum Anschlusstreffer. Doch Hannovers Antwort in Form des dritten Tores ließ nicht lange auf sich warten.

Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie zunächst: Slask kam wie verwandelt aus der Kabine und schockierte Hannover durch Treffer von Patejuk und Kazmierczak, die Unachtsamkeiten in der 96-Abwehr gnadenlos ausnutzten. In der hektischen Schlussphase drängten beide Mannschaften auf den Siegtreffer, sowohl Schlaudraff (70.) als auch Patejuk auf der Gegenseite (74.) vergaben jedoch.

Als alles auf ein Remis hindeutete, schlug Hannover noch zweimal zu - und steht mit einem Bein in der Gruppenphase. Anders als auf dem Platz blieb es abseits des Spielfeldes ruhig.

Vor der Begegnung hatte die Polizei die 1500 mitreisenden 96-Fans eindringlich vor dem "großen Gewaltpotenzial" vieler polnischer Anhänger gewarnt. Unter anderem rieten die Beamten allen Anhängern der "Roten", in der Stadt auf sichtbare Fanartikel zu verzichten. Bis zum Schlusspfiff gab es keine Meldungen über Ausschreitungen.

© Süddeutsche.de/sid/dpa/fzg

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