Erfolgreiche Transfers in der Bundesliga – Ivica Olic

Es ist der Sommer des Jahres 1998. Die Nachwuchsfußballer der Hertha trainieren auf dem Berliner Maifeld. Mit dabei: ein 19-Jähriger aus Kroatien. Manager Dieter Hoeneß hat ihn eingeladen, er nennt ihn Danko Dikic. Doch Dikic heißt gar nicht Dikic. Dikic heißt Olic. Ivica Olic. Und der gilt als eines der größten Talente Europas. Deshalb lässt Hoeneß ihn ihr unter falschem Namen mit trainieren. Keiner soll mitbekommen, dass die Berliner an Olic dran sind.

Olic wird verpflichtet, doch was dann passiert, ist aus heutiger Sicht kaum zu erklären: Der Kroate wird bei den Profis zweimal eingewechselt, schafft selbst in der zweiten Mannschaft den Durchbruch nicht. Im Sommer 2000 verschwindet Olic wieder aus Berlin. Ein Transferflop? Später sagte Hoeneß: "Falko Götz konnte ihn selbst bei den Amateuren nicht gebrauchen." Olic geht zurück nach Kroatien.

Zehn Jahre später bejubelt der Bruder von Dieter, UIi Hoeneß, ein Tor des FC Bayern München. Ivica Olic hat es geschossen. Das 2:1 gegen Manchester United im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinales, das die Voraussetzung war für den späteren Einzug ins Halbfinale. Olic ist, das gilt als sicher, der Spieler mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis in der Bundesliga.

Ausgegraben hat ihn in Wirklichkeit keiner der Hoeneß-Brüder. Es war der Hamburger SV, der Olic von ZSKA Moskau zurück in die Bundesliga holte.

(segi)

Bild: dpa 31. Dezember 2011, 10:132011-12-31 10:13:34 © sueddeutsche.de/jüsc