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England unterliegt Tschechien:"Wir waren nicht gut genug"

England vor dem Spiel gegen Tschechien.

(Foto: AFP)

Die englische Nationalmannschaft verliert nach fast zehn Jahren erstmals wieder ein Qualifikationsspiel. Frankreich siegt ohne Bayerns Hernandez.

Lang war es her: Die englische Fußball-Nationalmannschaft hat nach fast genau zehn Jahren wieder ein EM- oder WM-Qualifikationsspiel verloren. Gegen Tschechien riss am Freitag in Prag nach dem 1:2 (1:1) die beeindruckende Serie - für Nationaltrainer Gareth Southgate war es ein Warnsignal. "Wir haben viel Lob erhalten, aber wir haben immer gesagt, dass noch eine Menge Arbeit vor uns liegt, um ein wirkliches Topteam zu sein. Dieser Abend war ein klarer Beweis dafür."

Durch die Niederlage verpasste der WM-Halbfinalist um Torjäger Harry Kane, der das Team in Prag mit einem Foulelfmeter bereits nach fünf Minuten in Führung geschossen hatte, die vorzeitige Qualifikation für die Europameisterschaft 2020. Die Tschechen drehten die Partie durch Jakub Brabec (9.) und Zdenek Ondrasek (85.). Für die Engländer eine ungewohnte Situation.

"Beim Fußball geht es darum, auf Rückschläge zu reagieren. Wir hatten nicht allzu viele, also fühlt es sich noch unangenehmer an, weil es schon eine Weile her ist, dass wir so empfunden haben", sagte Southgate. Dennoch steht England mit zwölf Zählern vor den punktgleichen Tschechen an der Tabellenspitze der Gruppe A. Sergej Nasarenko fügte den Engländern vor zehn Jahren in der Ukraine beim 0:1 die zuvor letzte Niederlage in einem Qualifikationsspiel zu. Borussia Dortmunds Jadon Sancho, der am Freitag in der Startelf stand, war damals neun Jahre alt.

Besser lief es für die Türkei in Gruppe H. Das Team von Nationaltrainer Senol Günes setzte sich gegen eine gut organisierte Defensive von Albanien mit 1:0 (0:0) durch und bleibt punktgleich (18) vor Weltmeister Frankreich auf Rang eins. Cenk Tosun vom FC Everton traf per Kopf (90.) zum Siegtreffer im Ülker-Stadion von Istanbul. Die Franzosen gewannen zeitgleich nach harten Kampf mit 1:0 (0:0) bei Verfolger Island. Olivier Giroud erzielte den Siegtreffer per Strafstoß (66.), Antoine Griezmann war zuvor im Strafraum zu Fall gebracht worden. "Das ist ein wichtiger Sieg mit Blick auf das große Spiel, das uns am Montag erwartet", sagte Frankreichs Weltmeister-Trainer Didier Deschamps mit Blick auf das Spitzenspiel gegen die Türkei im Stade de France. Bayerns Verteidiger Lucas Hernandez blieb 90 Minuten lang auf der Bank. Vor dem Länderspiel hatte es einen Disput zwischen Verband und den Münchnern gegeben. Bayern war der Meinung, Hernandez könne wegen einer Knieverletzung nicht spielen. Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps mochte das nicht glauben.

Zwischen den beiden Außenseitern in der Gruppe, die keine Chance mehr auf die EM-Teilnahme haben, setzte Andorra sich 1:0 (0:0) gegen Moldau durch. Für die Gastgeber war es der erste Sieg in der Qualifikation für eine Europameisterschaft überhaupt. Der 139. der FIFA-Weltrangliste hatte zuvor alle 56 Partien seit dem Debüt gegen Armenien am 5. September 1998 verloren.

Portugals Superstar Cristiano Ronaldo erzielte beim lockeren 3:0 (1:0) gegen Luxemburg seinen 94. Länderspieltreffer und den 699. Pflichtspieltreffer insgesamt. Im Stadion Jose Alvalade von Lissabon traf der fünfmalige Weltfußballer per Heber zum zwischenzeitlichen 2:0 (65.), an identischer Stätte hatte der 34-Jährige am 7. Oktober 2002 im Trikot von Sporting seine ersten beiden Tore erzielt.

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