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Ehemaliger Fußball-Profi:Bosman hat "null Euro"

Der belgische Ex-Fußballprofi Jean-Marc Bosman im Jahr 2008.

(Foto: imago sportfotodienst)
  • Der frühere Fußballprofi Jean-Marc Bosman lebt nach eigenen Angaben am Existenzminimum.
  • Nach dem Belgier ist das Urteil benannt, das zu einer Revolution des Transfermarkts führte.
  • Ohne die Geldgeschenke der internationalen Spieler-Gewerkschaft Fifpro könnte Bosman nicht leben.

20 Jahre nach dem Bosman-Urteil lebt der damalige Fußball-Rebell Jean-Marc Bosman eigenen Angaben zufolge am Rande des Existenzminimums. Er habe "null Euro" auf dem Konto und verdiene "null, nullkommanull", sagte der 51 Jahre alte Belgier in einem Interview mit dem Fachmagazin Kicker: "Ich habe keine Schulden mehr, aber auch kein Geld mehr."

Wie Bosman weiter erklärte, lebe er von Geldgeschenken der internationalen Spieler-Gewerkschaft Fifpro. Die Organisation habe erst zuletzt versprochen, 2500 Euro zu überweisen, "ansonsten wäre ich in der Scheiße". Bosmans Hoffnungen auf eine Anstellung bei der Fifpro, "um einer regelmäßigen Arbeit nachzugehen und nicht mehr jeden Monat schauen zu müssen, wie ich über die Runden komme", scheinen sich allerdings nicht zu erfüllen.

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Nach Bosman ist das revolutionäre Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) von 1995 zur Rechtmäßigkeit des damaligen Transfersystems und der Beschränkung von Ausländern in Profi-Teams benannt. Die Luxemburger Richter verboten in ihrer Entscheidung die bis dahin gängigen Ablösesummen für Profis auch nach Ablauf von Verträgen und erklärten die Begrenzung von Plätzen für Berufssportler aus der Europäischen Union in Klubs anderer EU-Länder für rechtswidrig. Auf das Bosman-Urteil sind auch die inzwischen teilweise astronomischen Spielergehälter und Ablösezahlungen für Vereinswechsel während eines laufenden Kontraktes zurückzuführen.

Seinen niedrigen Lebensstandard - zwischenzeitlich lebte Bosman nach dem Urteil in der Garage seines Elternhauses und konnte sich "noch nicht einmal ein Eis leisten" - führt Bosman auf den nahezu vollständigen Mangel an Solidarität der Fußball-Szene zurück. "Es ist traurig, aber von Anfang an wollte man mich ausradieren. Ich wurde ignoriert. Aber ich habe verstanden, dass man einen Preis zahlt, wenn man einen bestehenden Machtapparat angreift."

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