EHC Red Bull München:Aufmerksam und affenfrei

Marco Nowak (Duesseldorfer EG, 8), Trevor Parkes (EHC Red Bull Muenchen, 84), Frederik Tiffels (EHC Red Bull Muenchen,

Befreit: Seinem Premierentreffer vom Freitag gegen Düsseldorf ließ Trevor Parkes (vorne) in Bremerhaven gleich einen zweiten folgen.

(Foto: Eibner Pressefoto / Heike Feiner/imago images/Eibner)

Der EHC belohnt sich in Bremerhaven für eine konzentrierte Defensivarbeit.

Von Christian Bernhard

Der EHC Red Bull München hat in der neuen Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) meist mit seiner Offensivstärke geglänzt. Am Sonntag bewies er, dass er auch defensiv top sein kann. Bei den Fischtown Pinguins feierte er in Bremerhaven einen 3:1-Sieg und verteidigte mit dem sechsten Erfolg im siebten Ligaspiel die Tabellenführung. "Wir haben defensiv gut gespielt und auf unsere Chancen gewartet", sagte Doppeltorschütze Trevor Parkes bei Magentasport.

Yannic Seidenberg war am Freitag trotz des 5:3-Heimsiegs über die Düsseldorfer EG nicht restlos überzeugt gewesen. "Jein", antwortete er auf die Frage, ob er zufrieden sei. Nach vorne habe der EHC fraglos einmal mehr viel Druck ausgeübt, defensiv "haben wir uns aber wieder unnötig in Schwierigkeiten gebracht", erklärte er. Bei Kontern habe es sein Team ein bisschen zu leicht genommen, nach Fehlern habe man "nicht reagiert, wie wir normal reagieren müssen", fand der erfahrene Verteidiger. Umso mehr dürfte ihm das Spiel in Bremerhaven gefallen haben. Da kamen die Pinguins zwar zur ein oder anderen Chance, die beste in Überzahl durch Mitch Wahl (9.), aber generell verteidigten die Münchner aufmerksam und konzentriert.

Die Münchner seien nicht für sie, sondern für jede Mannschaft der Liga ein Angstgegner

Offensiv ließ der EHC schon in Minute zwei eine Topchance liegen, als Austin Ortega mit einem Alleingang an Brandon Maxwell im Fischtown-Tor scheiterte. Philip Gogulla aber markierte wenige Sekunden nach einer abgelaufenen Fischtown-Strafzeit mit einer Direktabnahme das 1:0 (7.). "Ich wusste, dass ihr fünfter Mann zurückkommt, dann dachte ich mir, jetzt schieß' aufs Tor", erklärte er. Bei den Münchnern gab es nur zwei Änderungen im Vergleich zum Düsseldorf-Spiel: Ins Tor kehrte Danny aus den Birken zurück und Elias Lindner ersetzte Sebastian Cimmermann. Das Sturmtrio Ben Smith, Justin Schütz und Julian Lutz sowie Verteidiger Andrew MacWilliam fehlten EHC-Trainer Don Jackson weiterhin verletzt.

Der Negativstatistik, mit der Bremerhaven ins Spiel gegangen war - die vorangegangenen sechs Heimspiele gegen München hatten sie allesamt verloren - wollte Fischtowns Co-Trainer Martin Jiranek nicht zu viel Bedeutung zumessen. Die Münchner seien nicht Bremerhavens Angstgegner, sondern viel mehr "für jede Mannschaft in der Liga ein Angstgegner", erklärte er. Das untermauerte der EHC auch im Mitteldrittel, in dem er defensiv weiter sehr aufmerksam zu Werk ging. Bremerhavens Trainer Thomas Popiesch konnte Mitte des Spiels seine Unzufriedenheit auf der Bank nicht mehr verbergen, was nach den vergebenen Topchancen von Seidenberg (Lattentreffer, 27.), Frank Mauer (31.) und Filip Varejka (36.) verständlich war.

Das 2:0 fiel aber trotzdem, Parkes erzielte es per Alleingang (33.). Für den Torschützenkönig der vergangenen zwei Spielzeiten war es DEL-Tor Nummer zwei der Saison, gegen die DEG hatte er sich am Freitag mit seinem Premierentreffer des "Affen auf meinem Rücken" entledigt, der aufgrund seiner Torflaute auf ihm lastete, betonte der Kanadier. Das Duell der zwei Champions-Hockey-League-Teilnehmer ging auch im Schlussdrittel an die Münchner, die bis zum späten 1:2 von Ziga Jeglic (58.) alles im Griff hatten und dank Parkes' Treffer ins leere Tor (60.) alles klar machten.

© SZ/lib
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