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Operation Aderlass:"Ich kann sagen, dass es zwei weitere deutsche Athleten gibt"

In das mutmaßliche Dopingnetzwerk um den angeklagten Erfurter Sportarzt Mark S. sind zwei weitere deutsche Athleten verstrickt. Laut ARD-Recherche soll es sich um zwei Radprofis handeln.

Die Operation Aderlass zieht auch im deutschen Sport immer weitere Kreise. In das mutmaßliche Dopingnetzwerk um den angeklagten Erfurter Sportarzt Mark S. sind zwei weitere deutsche Athleten verstrickt. Das bestätigte Kai Gräber, Chef-Ermittler der Schwerpunktstaatsanwaltschaft in München, der ARD. "Ich kann sagen, dass es zwei weitere deutsche Athleten gibt", sagte Gräber.

Die betroffenen Sportarten nannte er nicht. Laut ARD-Recherche soll es sich um zwei deutsche Radprofis handeln, die an der Tour de France teilgenommen haben. Einer der beiden Profis soll immer noch aktiv sein. Insgesamt sollen 23 Sportler aus acht europäischen Ländern an Dopingpraktiken beteiligt gewesen sein. Aus Deutschland zählen der ehemalige Radrennfahrer Danilo Hondo und der frühere Eisschnellläufer Robert Lehmann-Dolle zu den beteiligten Athleten.

"Operation Aderlass"

Anklage gegen Erfurter Sportarzt und Helfer

Die Staatsanwaltschaft will nach der im Februar erfolgten Dopingrazzia mehrere Beschuldigte vor Gericht bringen. Die Ankläger haben viel Material zusammengetragen.   Von Thomas Kistner

Am Donnerstag hatte die Doping-Schwerpunktstaatsanwaltschaft bekannt gegeben, dass sie Anklage gegen Mark S. und vier Helfer erhoben hat. Allen wird unter anderem eine gewerbsmäßige und teilweise bandenmäßige Anwendung verbotener Dopingmethoden oder Beihilfe dazu vorgeworfen. Gegen Mark S. besteht zudem der Verdacht der gefährlichen Körperverletzung. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe. Öffentlich geworden war die Affäre durch die Razzia bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld im Februar. Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch Aussagen des österreichischen Ski-Langläufers Johannes Dürr.

Die mutmaßlichen Manipulationen des Dopingnetzwerkes fanden auch auf der größtmöglichen sportlichen Bühne statt. "Wir haben praktisch jegliche Art an hochkarätigen sportlichen Wettbewerben und Veranstaltungen ermittelt. Es geht von Olympischen Spielen über Welt- und Europameisterschaften bis zu nationalen Meisterschaften", sagte Gräber.

Insbesondere im Radsport sei, so Gräber, "praktisch jegliches Großereignis" betroffen: "Tour de France, Giro d'Italia, Tour de Suisse, andere Radrundfahrten in verschiedenen Ländern." Er habe "noch keinen vergleichbaren Fall gesehen. Das ist insgesamt eine große Geschichte, die nicht mit anderen Fällen verglichen werden kann".

© SZ.de/sid/tbr
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