DFB-Affäre"Mein Bild vom Sommermärchen hat keinen Schaden genommen"

Die Kanzlei Freshfields veröffentlicht den Bericht zur DFB-Affäre um die WM 2006. Wir haben Prominente und Experten dazu befragt - von Monica Lierhaus bis zu den Sportfreunden Stiller.

"Mutter mit Fähnchen"

Die WM 2006 in Deutschland war für mich ein fantastisches Ereignis, das ich niemals vergessen werde, daran kann auch die nachträgliche Untersuchung zum "Kauf der WM" nichts ändern. Die abschließende Feier beim Brandenburger Tor, die ich mit Johannes B. Kerner moderierte, war eines der schönsten Erlebnisse meiner Karriere. Die Stimmung einzigartig, kaum einer hätte vorher erwartet, wie sehr dieses Event die Menschen vereint - uns vereint. Denn Ost und West hatten erstmals emotional alle Barrieren fallen gelassen und sich wirklich wie eine Einheit gefühlt. Es wurde ein neues, gemeinsames Nationalgefühl geboren - ein freundschaftliches "Wir-Gefühl". Wer hätte gedacht, dass unsere Mutter mit Deutschland-Fähnchen am Auto durch die Gegend fährt. Natürlich muss man die Umstände aufklären, die dazu geführt haben, dass wir die WM ausrichten durften, aber mein Bild vom Sommermärchen 2006 hat dadurch keinen Schaden genommen, denn die Art, wie sich das Team und die Menschen der Welt gezeigt haben, waren einfach märchenhaft.

Monica Lierhaus, 45, ist Sportjournalistin.

Bild: imago/Future Image 4. März 2016, 09:292016-03-04 09:29:43 © Sz.de/schm