Debatte um Kießlings Tor gegen Hoffenheim:Deutsches Unternehmen rüstet alle WM-Stadien aus

Dabei hätte das Phantomtor von Kießling verhindert werden können. Das sagt zumindest Dirk Broichhausen. Broichhausen ist Geschäftsführer von GoalControl und nutzt die Deabtte nun geschickt für Werbung in eigener Sache. Das Unternehmen aus Würselen bei Aachen hat sich gegen eine Vielzahl internationaler Konkurrenten durchgesetzt und wird bei der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr in Brasilien alle WM-Stadion mit seinem Überwachungssystem ausstatten. "Das Torliniensystem GoalControl-4D überwacht die Torlinie ständig und vollständig zwischen beiden Pfosten und der Latte", erklärt Broichhausen: "Das heißt: nur wenn der Ball diesen virtuellen Vorhang überschreitet, und dies von vorne, also nicht durch ein Außennetz von der Seite, wird dem Schiedsrichter auf seiner Spezialuhr das Tor-Signal gesendet."

Schiedsrichter Felix Brych hätte also im Fall der Fälle nie einen Laut erhalten. Die Fifa ist in dieser Hinsicht sehr viel progressiver als die Uefa, der erfolgreiche Testlauf beim Confederations Cup in diesem Jahr hat sie darin bestärkt, die Technik auch bei der WM einzusetzen.

Bereits an diesem Montag wird sich das DFB-Sportgericht mit dem Phantomtor beschäftigen, ein Urteil wird aber erst Ende Oktober erwartet. Grund dafür ist laut DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig der anstehende DFB-Bundestag am Donnerstag und Freitag (24./25. Oktober) in Nürnberg, bei dem es zu personellen Änderungen beim Sportgericht und beim Bundesgericht (Berufungsinstanz) kommen könnte. Zunächst wird das Sportgericht unter dem Vorsitz von Hans E. Lorenz den Protest der Hoffenheimer gegen die Wertung des Punktspiels vom Freitagabend gegen Leverkusen (1:2) betrachten. Dann werden die Stellungnahmen von Brych, Bayer Leverkusen und dem Kontrollausschuss erwartet.

Ob es zu einem Wiederholungsspiel kommen wird, weil ein Regelverstoß bewiesen werden kann, oder ob die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters gilt, wird sich während der Verhandlung erweisen müssen. Fest steht bisher lediglich, dass Brych am Dienstag wieder ein Spiel pfeifen wird, in der Champions League. In der Partie zwischen dem AC Mailand und dem FC Barcelona werden den Münchner auch zwei Torrichter assistieren. Zu einem weiteren Phantomtor dürfte es trotz fehlender Überwachungskamers deshalb nicht kommen. Aber wer weiß das schon?

© Süddeutsche.de/schma
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