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Champions League:Außenseiter? Alle fallen auf Schalke rein

FILE PHOTO: Champions League - Group Stage - Group D - Lokomotiv Moscow v Schalke 04

Gegen Manchester City in der Rolle als Außenseiter-Favorit: Schalke 04 (hier beim Auswärtserfolg im Oktober gegen Lokomotive Moskau).

(Foto: REUTERS)

Warum sich das Team aus Gelsenkirchen auf einen Kantersieg gegen Manchester City einstellen kann.

Vor dem Duell mit Manchester City hat sich Schalke 04 zum krassen Außenseiter erklärt (Trainer Domenico Tedesco: "Wir sind der klare Nicht-Favorit") - und alle fallen drauf rein. Ein Vergleich der Startformationen belegt: Im Grunde ist Schalke schon eine Runde weiter.

Ederson, 26, Torwart: Alle Brasilianerinnen und Brasilianer lieben Fußball - aber kein Mensch in Brasilien möchte Torwart sein. Nur wer nicht kicken kann, wird Torhüter, damit er überhaupt mitspielen darf. In der brasilianischen Nationalelf ist Ederson die Nummer zwei oder sogar drei - hinter einem gewissen Gabriel Brazao, von dem man noch nie gehört hat. Wären Schalkes Torhüter Ralf Fährmann und Alexander Nübel Brasilianer, hätten sie den Stammplatz in der Seleção auf Jahre sicher. Dicker Pluspunkt Schalke.

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Kyle Walker, 28, rechter Außenverteidiger: Bei Tottenham Hotspur können sie ihr Glück heute noch nicht fassen, dass ihnen Manchester City 2017 für 50 Millionen Pfund den Rechtsverteidiger abgekauft hat. So viel Geld für einen Mister Walker? "Wahnsinn hat Besitz ergriffen von der Premier League", kommentierte die Zeitung Guardian den Handel und fragte, wie in einigen Jahren Historiker eine Gesellschaft erklären sollten, in der solche Geschäfte getätigt wurden. Schalkes Daniel Caligiuri kam 2017 aus Wolfsburg. Dort sind sie immer noch erschüttert, dass die cleveren Schalker einen Spieler dieses Kalibers für 1,5 Millionen bekommen haben. Pluspunkt Schalke.

John Stones, 24, Innenverteidiger: Vor ein paar Jahren hat der FC Bayern überlegt, ob er Stones nach München holen sollte. Er hat es nicht getan. Weil er so schlau war, es lieber bei Schalkes Matija Nastasic zu versuchen? Pech für die Bayern: Nastasic hat im vorigen Sommer den Vertrag mit Schalke um viele Jahre verlängert. Pluspunkt Schalke.

Nicolas Otamendi, 31, Innenverteidiger: Wenig Spielpraxis (nur zwölf Ligaeinsätze), auch in der Champions League war der Argentinier meistens zweite Wahl. In der Kundenkartei seiner Berateragentur rangiert sein Name hinter anderen Altstars von vorgestern (Ronaldo, di María) unter ferner liefen. Schalkes Salif Sané hingegen spielt immer und ist im besten Fußballeralter. Pluspunkt Schalke.

Aymerick Laporte, 24, linker Verteidiger: gelernter Innenverteidiger, muss links außen aushelfen. Jeder weiß, wie eng es in der K.-o.-Runde zugeht, oft entscheiden Kleinigkeiten und "jeder Fehler wird gnadenlos bestraft" (Oliver Kahn). Während City improvisieren muss, bietet Schalke mit Bastian Oczipka einen Spezialisten auf. Pluspunkt Schalke.

Fernandinho, 33, defensives Mittelfeld: frappierende Ähnlichkeiten mit dem Ex-Schalker Naldo: Brasilianer, glatzköpfig - und nicht mehr der Jüngste. City vertraut seiner Routine und nimmt dafür die Langsamkeit des Alters in Kauf. Schalke ist somit doppelt im Vorteil: Nationalspieler Sebastian Rudy, der nach kleinen Anlaufproblemen gerade in Fahrt kommt, macht Dampf und diktiert als Denker und Lenker die Taktik. Pluspunkt Schalke.

Ilkay Gündogan, 28, zentrales Mittelfeld: kam in Gelsenkirchen zur Welt, spielte als Kind in der Schalker Bambini-Elf - und wurde dort ausgemustert. Gedemütigt musste er zu seinem Stadtteilklub Heßler 06 zurückkehren, eine persönliche Niederlage, die er nie verwunden hat. Schalkes Nabil Bentaleb kann hingegen in seinem "Wohnzimmer" befreit aufspielen. Pluspunkt Schalke.

David Silva, 33, offensives Mittelfeld: Mit Spanien Weltmeister und zwei Mal Europameister, aber wann war das noch mal? In einer Zeit, in der Silva im Finale Spielern wie Arne Friedrich und Christoph Metzelder begegnete. Schalkes Weston McKennie hingegen ist 20 Jahre jung und stammt aus dem Land der ungeahnten Möglichkeiten - und genauso spielt er auch. Silva oder McKennie? Ein Duell, das keines ist. Pluspunkt Schalke.

Leroy Sané, 22, Flügelstürmer: Sehr guter Spieler, das wird kein Schalker bestreiten - schließlich hat der Angreifer alles, was er kann, auf Schalke erlernt. Dennoch hält sich der Abschiedsschmerz der Schalker in Grenzen: In ihrer U 16 haben sie ja noch Sidi Sané, Leroys jüngeren Bruder. Ein Einsatz des 15-Jährigen kommt am Mittwoch aber wohl zu früh. Eventuell im Rückspiel, wenn er etwas älter ist. Mark Uth dürfte ihn bis dahin mehr als würdig vertreten. Pluspunkt Schalke.

Kun Agüero, 30, Mittelstürmer: Bereits 17 Treffer in der Premier League, wow! Aber bei näherem Hinsehen trifft auf den alternden Argentinier das von Uli Hoeneß entwickelte Podolski-Theorem zu: Zwar schießt Agüero seine Tore nicht gegen Swasiland und Liechtenstein, wie Hoeneß im Fall des Nationalspielers Poldi festhielt, dafür füllt er sein Trefferkonto mit Vorliebe gegen Huddersfield oder einen FC Chelsea, der 0:6 untergeht. Dass sein früherer Schwiegervater Diego Maradona Agüero öffentlich "Schlappschwanz" genannt hat, dürfte seine Gründe haben. Über Guido Burgstaller hat Maradona das nie gesagt. Pluspunkt Maradona.

Raheem Sterling, 24, Rechtsaußen: Als er 2015 aus Liverpool für 50 Millionen Pfund Ablöse nach Manchester wechselte, stellten ihn Kritiker in eine Reihe mit anderen teuren Transfers wie Fernando Torres, Juan Sebastián Verón oder David Luiz. Bloß war das nicht als Kompliment gemeint: Torres, Veron und Luiz gelten als Luxus-Flops. Für Ahmed Kutucu hat Schalke null Euro bezahlt, als er sich zehnjährig der F-Jugend anschloss. 10:0 für Schalke 04.

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