Champions League der Frauen Frische Kraft für die Offensive

Die Ernüchterung ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Kenza Dali nahm sich einige Minuten später bei einem der ersten konsequent gespielten Angriffe von PSG ein Herz und zwang FFC-Torhüterin Desiree Schumann per Fernschuss zur ersten guten Parade. Die folgende Ecke schlug Dali derart passgenau in den Strafraum, dass Marie-Laure Delie mit einem wuchtigen Kopfball zum 1:1 ausgleichen konnte (40.).

Trainer Farid Benstiti, der die Fußballerinnen von PSG erstmals überhaupt in ein europäisches Finale geführt hatte, stemmte am Spielfeldrand dennoch auch bald nach der Pause wieder seine Hände in die Hüften. Ihm gefiel weiterhin nicht, was er da sah: Frankfurt wirkte nun zwar weniger dominant, doch Paris, dem sichtlich die gelbgesperrte Spielmacherin Caroline Seger fehlte, fand weiter nicht zu einer klaren Linie. Mit der Einwechslung von Mandy Islacker bekam die FFC-Offensive neben Sasic noch einmal eine frische Kraft- und die traf mit dem entscheidenden Schuss in der Nachspielzeit zum Titel (90.+2). "Ich kann es noch gar nicht richtig glauben. Es ist unfassbar. Ich habe den Ball auf mich zukommen sehen und einfach draufgehauen", meinte Islacker anschließend. "Das ist der größte Moment meiner Karriere."

Auch FFC-Manager Siegfried Dietrich war die Erleichterung anzumerken: "Wir haben diesen Erfolg als kleiner, aber funktionierender Frauenfußballklub geschafft gegen eine Mannschaft, die Teil eines finanziell mächtigen Männerklubs ist. Das ist ein Zeichen, zu was wir in der Lage sind. Dieser Erfolg tut uns unheimlich gut." Etwas unerwartet also, aber absolut verdient dürfen sich die Fußballerinnen des 1. FFC Frankfurt nun feiern lassen. Um 18 Uhr am Freitag erwartet die Mannschaft ein öffentlicher Empfang am Römer in Frankfurt. Schon davor aber, wusste Trainer Bell "werden die Mädels jetzt Party machen. Das haben sie sich auch verdient".