BVB in der Einzelkritik:Freischwimmer in Rekordzeit

Marian wer? Der 18-jährige Dortmunder Marian Sarr legt ein beeindruckendes Champions-League-Debüt hin. Robert Lewandowski schwankt zwischen Champagner- und Seltersfußball, und Kevin Großkreutz arbeitet an seinem Legendenstatus. Der BVB beim 2:1 gegen Marseille in der Einzelkritik.

Von Felix Meininghaus, Marseille

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BVB in der Einzelkritik:Roman Weidenfeller

Borussia Dortmund - Bayer 04 Leverkusen

Quelle: dpa

Marian wer? Der 18-jährige Dortmunder Innenverteidiger legt ein beeindruckendes Champions-League-Debüt hin. Robert Lewandowski schwankt zwischen Champagner- und Seltersfußball, und Kevin Großkreutz arbeitet an seinem Legendenstatus. Der BVB beim 2:1 gegen Marseille in der Einzelkritik.

Roman Weidenfeller: Als die Dortmunder Offensivabteilung neulich mal wieder reichlich verschwenderisch mit den Chancen umgegangen war, zuckte Roman Weidenfeller mit den Schultern und verkündete in gespielter Verzweifelung, er könne doch nicht nach vorne rennen und den Ball selbst reinschießen. Das tat er auch in Marseille nicht, sondern widmete sich seiner Kernkompetenz. Allerdings nicht so umsichtig und souverän wie gewohnt, vor dem 1:1 für Marseille segelte der Routinier reichlich unbedarft am Ball vorbei.

(Archivbild)

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BVB in der Einzelkritik:Kevin Großkreutz

Olympique Marseille's Payet challenges Borussia Dortmund's Grosskreutz during their Champions League soccer match in Marseille

Quelle: REUTERS

Kevin Großkreutz: Dieser Mann hat beim BVB schon fast alles gespielt, nach einem Platzverweis für Roman Weidenfeller sogar mal für einige Minuten im Tor. Wenn Not am Mann wäre, würde Kevin Großkreutz wohl beim BVB wohl auch als Busfahrer oder Eisverkäufer aushelfen. Gegen Marseille entdeckte Großkreutz eine weitere Berufung neben jener als Torwart, Busfahrer und Eisverkäufer: Er erzielte den dramatischen Siegtreffer, der Dortmund ins Achtelfinale hievte. Ein Denkmal vor dem Dortmunder Stadion war ihm ja schon vor dem Spiel sicher - jetzt werden sie es Großkreutz ganz sicher schon zu Lebzeiten errichten.

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BVB in der Einzelkritik:Marian Sarr

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Quelle: AFP

Marian Sarr: Marian wer? Marian Sarr! Kennen Sie nicht? Dann ein paar Basics: Kam vor gut einem Jahr aus Leverkusen aus Dortmund, absolvierte bislang 14 Spiele in der 3. Liga aber noch keine Sekunde in der Bundesliga, gilt als großes Talent, wird am 30. Januar 19. Es war ganz schön mutig von Jürgen Klopp, den Youngster ausgerechnet in einem solch wichtigen Spiel ins kalte Wasser zu werfen. Und siehe da, Marian Sarr lernte in Rekordzeit schwimmen. Hinten stand er sicher, seine Pässe kamen meist an - es hat in der Königsklasse schon wesentlich schlechtere Debüts gegeben.

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BVB in der Einzelkritik:Sokratis

Olympique Marseille's Gignac challenges Borussia Dortmund's Papastathopoulos during their Champions League soccer match in Marseille

Quelle: REUTERS

Sokratis: In der Bundesliga ist der Grieche am Samstag in Hoffenheim wegen einer dummen Unbeherrschtheit bei der Niederlage gegen Leverkusen gesperrt, also konnte der Manndecker in Marseille alles in diese 90 Minuten werfen. Das tat Sokratis auch, sein Auftritt war nicht nur deshalb souverän, weil er die Mehrzahl seiner Zweikämpfe gewann, sondern weil er es erneut schaffte, in der permanent neu zusammengewürfelten Viererkette die Chefrolle zu übernehmen.

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BVB in der Einzelkritik:Erik Durm

Olympique Marseille - Borussia Dortmund

Quelle: dpa

Erik Durm: Der Youngster hatte anfangs Probleme, die linke Seite abzusichern, zwei Mal wurde er von den gegnerischen Angreifern überspielt. Doch dann steigerte sich Durm und hatte alles im Griff. In der Offensive verdiente er sich ein Sternchen für sein wunderbares Zuspiel, das Lewandowski zur Dortmunder Führung nutzte.

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BVB in der Einzelkritik:Sebastian Kehl

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Quelle: AFP

Sebastian Kehl: Ein Sprinter wird Sebastian Kehl im Herbst seiner Laufbahn wohl nicht mehr, aber das muss ja auch nicht sein. In Marseille waren Qualitäten wie Umsicht, Stellungsspiel und strategisches Geschick gefragt, und die rief Kehl allesamt ab. Der Kapitän war sehr präsent und verlieh der von so viel Verletzungspech gebeutelten Dortmunder Defensivabteilung dringend benötigte Sicherheit.

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BVB in der Einzelkritik:Nuri Sahin

Olympique Marseille vs Borussia Dortmund

Quelle: dpa

Nuri Sahin: Einer aus der Dortmunder Krankenstation, in der mittlerweile ein größeres Gedränge herrscht als samstags um halb vier auf der legendären Südtribüne. Auch Nuri Sahin hatte sich mit einem Außenbandteilabriss im Sprunggelenk eigentlich aus der kickenden Abteilung verabschiedet, doch das gilt beim BVB inzwischen nicht mehr als Abmeldungsgrund. In Zeiten der personellen Not lief Sahin auf und machte seine Sache gut. Geniestreiche hatte der Türke zwar nicht im Repertoire, aber er profilierte sich als Malocher. Klasse sein Tackling gegen Payet, der so beeindruckt war, dass er ergriffen zu Boden sank und dafür vom Schiedsrichter vorzeitig zum Duschen geschickt wurde.

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BVB in der Einzelkritik:Jakub Blaszczykowski

Olympique de Marseille v Borussia Dortmund - UEFA Champions League

Quelle: Bongarts/Getty Images

Jakub Blaszczykowski: Der Dauerrenner erwischte in Marseille einen schwachen Tag. Ihm gelang gar nichts, seine Pässe landeten im Nirwana oder bei einem Gegenspieler, und als Blaszczykowski mit dem Kopf eine Großchance hatte, hielt Marseilles Keeper Steve Mandanda großartig. Nach etwas mehr als einer Stunde wurde "Kuba" erlöst, für ihn kam Jonas Hofmann.

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BVB in der Einzelkritik:Henrikh Mkhitaryan

Olympique Marseille's Thauvin challenges Borussia Dortmund's Grosskreutz during their Champions League soccer match in Marseille

Quelle: REUTERS

Henrikh Mkhitaryan: Auch Mkhitaryan kann wesentlich mehr als das, was er in Marseille anbot. Der Armenier agierte viel zu verspielt und schaffte es trotz der unglaublichen Dortmunder Überlegenheit nicht, die Bälle so in die Spitze zu spielen, dass wirkliche Torgefahr entstand. Mkhitaryan war gewohnt fleißig, doch der große Impulsgeber war er nicht.

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BVB in der Einzelkritik:Marco Reus

Olympique Marseille - Borussia Dortmund

Quelle: dpa

Marco Reus: Eigentlich ist der Nationalspieler gar nicht richtig fit, seit er einen Schlag auf die Wade bekommen und dabei einen schmerzhaften Bluterguss erlitten hat. Doch das Spiel in Marseille war einfach viel zu wichtig, um Marco Reus zu schonen. Also biss er die Zähne zusammen und lief auf. Allerdings hatte der Blondschopf nicht seinen besten Tag erwischt, nach feiner Vorarbeit von Lewandowski drosch er den Ball freistehend in den südfranzösischen Nachthimmel. Und als Reus besser zielte, klatschte sein Schuss an den Pfosten.

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BVB in der Einzelkritik:Robert Lewandowski

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Quelle: Anne-Christine Poujoulat/AFP

Robert Lewandowski: "Wir werden hier nicht Hurra die Waldfee spielen", hat Dortmunds Trainer Jürgen Klopp bei der Pressekonferenz am Tag vor dem Spiel in Marseille verkündet und der neben sich sitzenden Fachkraft danach feixend "viel Spaß beim Übersetzen" gewünscht. Für die außergewöhnlichen Momente, die der Sprachexperte übrigens in Französisch als "Champagnerfußball" bezeichnete, ist beim BVB oftmals Robert Lewandowski zuständig. Herrlich sein Lupfer zur Dortmunder Führung - dafür einen prickelnden Schluck des Edelstoffs aus der Pulle. Dafür, wie er den Ball in der 67. Minute völlig frei rechten Pfosten vorbeisetzte, gibt es allerdings nur Selters.

© Süddeutsche.de/ebc
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