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Bundesliga:Schritt für Schritt

Die Bayern-Frauen überzeugen auch beim 3:0 gegen den 1. FFC Frankfurt - und freuen sich auf die Champions League.

Die erste Heimpartie in der neuen Saison der Frauenfußball-Bundesliga war für den FC Bayern gleich mal eine von wegweisender Bedeutung: Der 1. FFC Frankfurt war zu Gast, der deutsche Rekordmeister und eine Mannschaft, der Bayern-Trainer Jens Scheuer eine Rolle "ganz oben" zutraut, wie er vor der Partie gesagt hatte. Ganz oben, das ist ja genau der Platz im Endklassement, auf dem der FC Bayern nach drei zweiten Plätzen in Serie nach dieser Saison wieder landen will.

Und nach dem Sieg im ersten Saisonspiel gegen Freiburg unternahmen die Münchnerinnen nun einen weiteren, kleinen Schritt in Richtung dieses Ziels: Sie gewannen verdient 3:0 - nach Treffern von Stürmerin Lineth Beerensteyn (30./59.) und einem Eigentor von Sandrine Mauron (64.). "Dass es so klar ausgeht, hätte ich vorher nicht gedacht", sagte Scheuer. "Wir sind jetzt super gestartet, und das gegen gute Gegner. So wollen wir weitermachen, demnächst auch in der Champions League."

Die Bayern begannen die Partie auch mit der Überlegenheit eines titelambitionierten Klubs. Der Ball lief sicher durch die eigenen Reihen, mit zunehmender Spieldauer schärften sie auch das Tempo. Einzig: Die Gastgeber entwickelten in der ersten Hälfte selten die Mittel, um die stabile Frankfurter Deckung zu überraschen. Den Angriffen fehlte wohl auch eine Spielerin im Sturmzentrum, die durch ihre Physis Räume schafft für ihre Mitspielerinnen - eine Funktion, die künftig Emily Gielnik, 27, übernehmen könnte. Die 1,84 Meter große Stürmerin wurde am Freitag als neue Bayern-Spielerin präsentiert, sie kommt von Melbourne Victory. Für die australische Nationalspielerin, die auch bei der WM 2019 dabei war, kam ein Einsatz aber noch zu früh.

In der 30. Minute zeigten sich die Frankfurterinnen doch einmal unaufmerksam. Nach einem langen Ball von Amanda Ilestedt lief Beerensteyn frei in Richtung Strafraum, machte einen Haken und traf per Flachschuss zum 1:0. Es blieb die einzige Münchner Torchance in der ersten Hälfte. "Wir wollten defensiv zunächst diszipliniert stehen, weil Frankfurt extrem schnelle Angreiferinnen hat", sagte Scheuer. "Diese Vorgabe hat die Mannschaft super umgesetzt."

Nach der Pause kombinierten sich die Münchnerinnen aus einer sicheren, allerdings auch wenig geforderten Defensive flott durchs Mittelfeld - und jetzt auch immer wieder in die gefährlichen Zonen hinein. Ein solcher Angriff ging auch dem zweiten Treffer voraus: Melanie Leupolz schickte Linda Dallmann den rechten Flügel entlang, die passte flach zu Beerensteyn, die Niederländerin traf freistehend zum 2:0. Für den Endstand sorgte die Frankfurterin Mauron mit einer verunglückten Rückgabe.