Brasilien in der EinzelkritikBulle im Porzellanladen

Maicon erwischt die Fliege Özil einfach nicht. Das vogelwilde Spiel von David Luiz kann auch Dante nicht kompensieren. Und Torwart Júlio César verlässt als einziger Brasilianer mit erhobenem Haupt den Platz. Brasilien in der Einzelkritik.

Von Thomas Hummel, Belo Horizonte

Brasilien in der Einzelkritik – Júlio César

Maicon erwischt die Fliege Özil einfach nicht. Das vogelwilde Spiel von David Luiz kann auch Dante nicht kompensieren. Und Torwart Júlio César verlässt als einziger Brasilianer mit erhobenem Haupt den Platz. Brasilien in der Einzelkritik.

Júlio César: Genoss als Erster den infernalischen Lärm, den die Zuschauer im Estádio Mineirão veranstalteten. Machte beim Aufwärmen gleich einen Meditationskreis mit den Torwart-Kollegen. Er hätte auch ein katholisches Seminar abhalten können, nichts hätte an diesem schwarzen Tag für Brasilien geholfen. Seine Vorderleute verloren dermaßen die Nerven, dass ständig rot-schwarze Männer alleine vor ihm auftauchten. Hatte bei keinem Gegentor eine Abwehrchance. Gaben die Brasilianer vor vier Jahren noch Júlio César die Schuld am Aus im Viertelfinale, so konnte er als Einziger diesmal mit erhobenem Haupt das Stadion verlassen.

Bild: REUTERS 9. Juli 2014, 00:252014-07-09 00:25:03 © Süddeutsche.de/mane