Borussia Dortmund Drei Neue schießen den BVB auf Platz eins

Der eine traf zum 2:1, der andere zum 3:1: Marius Wolf (r.) mit Paco Alcácer.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Durch Tore der Zugänge Diallo, Wolf und Alcácer gewinnt der BVB mit 3:1 gegen Frankfurt und ist vorerst Tabellenführer in der Bundesliga.
  • Angreifer Alcácer sitzt zunächst nur auf der Bank - wie auch Axel Witsel und Mario Götze. Julian Weigl, Sebastian Rode und Shinji Kagawa stehen gar nicht erst im Kader.
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Von Ulrich Hartmann, Dortmund

Grelles Kunstlicht am Abend schadet dem seligen Einschlummern. Es dürfte aber nicht nur diese Erkenntnis aus der Schlafforschung sein, die regelmäßig mehr als 80 000 Menschen zu den Flutlichtspielen in Deutschlands größtes Stadion treibt. Als Borussia Dortmund am Freitagabend auf seinem mit 2000 Lux illuminierten 7140-Quadratmeter-Feld Eintracht Frankfurt 3:1 (1:0) besiegte, war ans Einschlafen jedenfalls nicht zu denken - nicht nur wegen des Flutlichts.

Der BVB ist unter dem Schweizer Trainer Lucien Favre auf einem guten Weg, mit seriösem Fußball wieder eine heimstarke Mannschaft zu werden. In der vergangenen Bundesliga-Saison haben die Dortmunder vier Heimspiele verloren und vier unentschieden beendet. Zuvor hatten sie unter Thomas Tuchel zwei Jahre lang zu hause nicht verloren. Am Freitagabend ließen die Dortmunder dem 4:1-Auftaktsieg gegen Leipzig vor drei Wochen ein ansehnliches 3:1 über Frankfurt folgen. Der neue spanische Stürmer Paco Alcácer erzielte 20 Minuten nach seiner Einwechslung den finalen Treffer.

"Wir haben Mühe gehabt", sagt BVB-Trainer Lucien Favre

"Die erste Halbzeit war okay. Aber wir haben Mühe gehabt, wir müssen mehr Geduld haben", resümierte Favre. Sein Frankfurter Kollege Adi Hütter fand: "Über 90 Minuten haben die Dortmunder gewonnen, weil sie sehr effizient waren." Favre hatte in seinem exzellent besetzten Kader den ehemaligen Barca-Stürmer Alcacer, den deutschen WM-Siegtorschützen Mario Götze und den belgischen Mittelfeldmann Axel Witsel zunächst auf die Ersatzbank gesetzt. Julian Weigl, Sebastian Rode und Shinji Kagawa haben sich nicht mal Sportzeug anziehen dürfen.

Dafür spielte der 19 Jahre alte Däne Jacob Bruun Larsen als einer von vier Angreifern neben Marius Wolf, Marco Reus und Maximilian Philipp. Der BVB dominierte zunächst die im 4-2-4-System verteidigenden Frankfurter. Das Mittelfeld-Duo Thomas Delaney und Mahmoud Dahoud versuchte, Lücken in der gegnerischen Defensive aufzutun und Steilpässe in den Rücken der Abwehr zu jagen. Das 1:0 fiel allerdings nach einer Ecke von Bruun Larsen, als der aufgerückte Innenverteidiger Abdou Diallo den Eintracht-Tormann Kevin Trapp im zweiten Versuch überwand (36.).

Mit der Führung im Rücken überließen die Dortmunder den Frankfurtern nach der Pause etwas zu gern den Ball. Sébastian Haller glich in der 68. Minute aus - nur eine Minute, nachdem Dortmunds neue Sturmhoffnung Alcácer eingewechselt worden war. Das wurmte den Spanier offenbar so sehr, dass er drei Minuten später jenen Spielzug einleitete, nach dem der ehemalige Frankfurter Wolf das 2:1 für Dortmund erzielte. Drei Minuten vor dem Schlusspfiff bejubelte Alcácer dann sogar noch sein erstes Pflichtspieltor für den BVB.

Womöglich erlitt er in dem Spiel aber eine Verletzung. "Wir wissen nicht definitiv, was er hat. Aber er hat etwas im Oberschenkel gespürt. Wir hoffen, es ist keine Zerrung", sagte Trainer Favre.

Großgarage voller Luxusschlitten

"Wir sind zu viele": Der Dortmunder Kader ist riesig, Trainer Favre hat nur 16 Kaderplätze für 26 Feldspieler. Mario Götze ist nicht der einzige prominente Wackelkandidat. Von Ulrich Hartmann mehr...