Beschlüsse der Senate Berlin und Hamburg wollen Olympia-Bewerbung

Berlin möchte sich um die Ausrichtung der Olympischen Spiele bewerben - dann könnten im Olympiastadion die Wettbewerbe stattfinden.

(Foto: dpa)

Zwei deutsche Städte bringen sich in Position für die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024 und 2028. In Berlin und Hamburg legt sich der Senat auf eine Bewerbung fest. Wie die Chancen stehen, ist unklar - in der Hauptstadt soll ein Bürgerentscheid Klarheit bringen.

  • Die Senate der Hauptstadt und der Hansestadt beschließen, als Olympia-Ausrichter kandidieren zu wollen. Nach derzeitigem Stand könnte es um die Spiele 2024 oder 2028 gehen.
  • Eine Ausrichtung würde beide Städte einen Millardenbetrag kosten.

Berlin und Hamburg sind im Rennen

Sowohl der Berliner als auch der Hamburger Senat haben sich für eine Olympiabewerbung ihrer jeweiligen Stadt ausgesprochen. "Der Senat hat beschlossen, die Fragen zu beantworten. Wir haben einen umfangreichen Katalog erstellt und werden diesen nun dem DOSB zukommen lassen", sagte der noch amtierende Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit am Dienstag in Berlin.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte den beiden möglichen deutschen Bewerberstädten Berlin und Hamburg einen Fragenkatalog vorgelegt, der bis zum Ende der Woche beantwortet werden muss. Auch der Hamburger Senat hatte am Dienstag grünes Licht für eine Olympiabewerbung gegeben.

Wie die Bürger beteiligt werden sollen

Am 1. September sollen die Pläne der Bewerber vom DOSB und den Städten der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Infrage kommen Bemühungen um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2024 oder 2028. Wowereit kündigte zudem eine enge Beteiligung der Bürger am Entscheidungsprozess an, an dessen Ende auch eine Befragung stehen soll. "Das ist eine große Chance für unsere Stadt. Ich würde es bedauern, wenn Politik mutlos wird, weil man Angst hat, bei Bürgerentscheiden nicht die gewünschte Abstimmung zu bekommen", sagte Wowereit.

Was es in Berlin kosten würde

Für eine mögliche Olympiabewerbung plant Berlin derzeit mit Kosten von 50 Millionen Euro, die Ausrichtung der Spiele soll zwei Milliarden Euro kosten. Eine Entscheidung für einen deutschen Bewerber könnte bei der DOSB-Mitgliederversammlung am 6. Dezember in Dresden fallen. Wer die Sommerspiele 2024 austrägt, wird 2017 entschieden, bis Ende 2015 muss eine endgültige Bewerbung beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vorliegen.

Wie es zu der Entscheidung in Hamburg kam

Auch die Hamburger Regierung um den Ersten Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) einigte sich am Dienstag auf ein Konzept, Details wurden dabei noch nicht bekannt. "Der Senat hat heute die Antworten auf die 13 Fragen des DOSB beschlossen", sagte Sprecher Christoph Holstein. Der Katalog werde 45 bis 50 Seiten umfassen und bis zum Fristende am 31. August verschickt werden: "Eine Arbeitsgruppe hat sich sehr intensiv und fleißig damit beschäftigt. Das hätte sie nicht gemacht, wenn sie nicht der Meinung wäre, den DOSB und das IOC überzeugen zu können." Am kommenden Montag sollen die Pläne der Bewerber und des DOSB veröffentlicht werden, dann will der Hamburger Senat Details nennen.

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Was die Spiele in Hamburg kosten würden

Laut einer Berechnung der Hamburger Handelskammer würde die Ausrichtung in der Hansestadt 6,5 Milliarden Euro kosten - die Kosten lägen also deutlich höher als in Berlin. Grund dafür ist unter anderem die Tatsache, dass in der Hansestadt noch ein Stadion und viele weitere Sportstätten entstehen müssten. Hamburg hatte sich bereits um Olympia 2012 bemüht, das damalige Nationale Olympische Komitee (NOK) für Deutschland jedoch Leipzig ins Bewerber-Rennen geschickt. Das IOC vergab die Wettbewerbe schließlich im Jahr 2005 an London.

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