Bayerische Beachvolleyballmeisterschaft:Streaming statt Dauerregen

Bayerische Beachvolleyballmeisterschaft: Hoffnungen erfüllt: Amelie Busch (links) und Samira Winkler vom TV Dingolfing siegten bei den Frauen.

Hoffnungen erfüllt: Amelie Busch (links) und Samira Winkler vom TV Dingolfing siegten bei den Frauen.

(Foto: oh)

Die bayerischen Beachvolleyballmeisterschaften sollten möglichst viele Zuschauer in den Olympiapark locken. Doch der Testlauf für die Munich Beach Days findet an dem nasskalten Wochenende fast ohne Publikum statt - zumindest vor Ort.

Von Vinzent Tschirpke

Eigentlich war alles angerichtet: Knapp 1000 Zuschauer pro Tag wurden bei den bayerischen Beachvolleyballmeisterschaften erwartet, die Veranstalter "Beach4U" und der Bayerische Volleyballverband (BVV) hatten dafür ein spezielles Programm entwickelt. Neben dem Turnier, bei dem am Samstag und Sonntag die besten Beachvolleyballerinnen und Beachvolleyballer des Freistaats ausgespielt wurden, sollten die Zuschauer in sogenannten "Fun Areas" selbst ihr sportliches Können beim "Spike Ball" und "Shark Net" unter Beweis stellen.

Das Problem: Das gesamte Wochenende fiel buchstäblich ins Wasser, speziell die Finalspiele am Sonntag wurden von 17 Grad und Dauerregen überschattet. "Manche wussten bestimmt nicht, ob hier Beachvolleyball oder Wasserball gespielt wird", sagt Tobi Hohner über die leere Tribüne am Finaltag und lacht. Der 36-Jährige vom Ausrichterverein "Beach4U" kommentierte die Partien auf dem Centre Court des zentralen Hochschulsports im Olympiapark für die paar Dutzend Zuschauer neben dem Feld.

Die Veranstalter haben aus dem Regen der letzten Jahre gelernt

Er hätte sich natürlich passenderes Wetter für die Finals gewünscht, hat sich aber zusammen mit dem BVV auf schlechtes Wetter eingestellt. "Wir kennen das ja aus den letzten Jahren, dass es zu dieser Zeit oft regnet. Deshalb haben wir das Streaming organisiert", sagt Hohner. Auf dem Youtube-Kanal des BVV wurden alle Spiele des Wochenendes live gestreamt, immerhin knapp 500 Zuschauer pro Tag haben sich die Finals von zuhause angeschaut.

Auf dem Platz gewannen bei den Frauen Amelie Busch und Samira Winkler vom TV Dingolfing, im Finale setzten sie sich gegen Lisa Gantner und Kristin Standhardinger von der DJK München Ost mit 21:18 und 21:17 durch. "Nach dem vierten Platz vor zwei Jahren und dem zweiten Platz im letzten Jahr hatten wir uns natürlich Hoffnungen gemacht", sagte Winkler nach dem Finale. "Dass es jetzt aber geklappt hat und wir wirklich gewonnen haben, fühlt sich großartig an."

Bei den Männern triumphierten Kim Huber und Daniel Kirchner von Beach4U. In einem hochklassigen Finalspiel siegte das Duo, das nächste Woche bei den deutschen Meisterschaften am Timmendorfer Strand antritt, mit 21:19 und 21:17 gegen Lennart Kroha und Tim Rosenow.

Bald noch mehr Beachvolleyball in München

"Uns ging es an diesem Wochenende darum, möglichst viele Leute für Beachvolleyball in München zu begeistern", sagt Hohner. Die bayerischen Meisterschaften dienten in diesem Jahr ebenfalls als letzter Test für die geplanten "Munich Beach Days". Dabei werden ab nächstem Jahr die bayerischen Meisterschaften sowie Turniere mit deutschlandweiten Teilnehmern über zwei Wochen in München ausgetragen. Die Landeshauptstadt soll so zur Hauptstadt für Beachvolleyball werden - und der Sport in Deutschland weiter wachsen.

Ausgerichtet werden die Munich Beach Days voraussichtlich von Anfang bis Mitte August nächsten Jahres. "Vielleicht haben wir dann mehr Glück mit dem Wetter", sagt Hohner. Zur Not werden die Wettkämpfe ja bestimmt auch wieder gestreamt.

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