Basketball des FC Bayern:Schwerfällig, träge und unbeweglich

Fraport Skyliners v Bayern Muenchen  - BBL Play Offs

Ein Bild mit Symbolcharakter: Frankfurts Center Mike Morrison dunkt, Paul Zipser und Yassin Idbihi (rechts) schauen nur zu.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Die Frankfurt Skyliners gewinnen im zweiten Playoff-Spiel gegen den FC Bayern München mit 93:69.
  • Die Münchner wirken mit zunehmender Spielzeit erstaunlich schwerfällig und unbeweglich.
  • Am Donnerstag kommen die Frankfurter zum dritten Duell nach München.

Von Joachim Mölter

Noch bevor das Playoff-Viertelfinale um die deutsche Basketball-Meisterschaft begann, verkauften die Frankfurt Skyliners Karten für ein zweites Heimspiel gegen den Titelverteidiger FC Bayern München - das war optimistisch, weil ihnen in der Best-of-five-Serie ja nur ein Heimspiel garantiert war. Wie sich am Dienstagabend herausstellte, war die Zuversicht gerechtfertigt: Mit einem in der Höhe überraschenden 93:69 (37:32) glichen die Frankfurter die 73:82-Niederlage vom Auftaktspiel aus, sie dürfen tatsächlich noch einmal vor eigenem Publikum antreten, am Sonntag (17 Uhr). Zuerst müssen sie am Donnerstag (17 Uhr) nach München, zum dritten Vergleich. Und sie kommen selbstbewusst. "Wir müssen schauen, dass wir ein Spiel in München gewinnen, um weiterzukommen", sagte ihr Flügelspieler Danilo Barthel: "Am besten schon am Donnerstag."

Zunächst nutzen die Münchner ihren Größenvorteil aus

Dabei waren die Skyliners gehandicapt in ihr erstes Playoff-Heimspiel seit vier Jahren gegangen: Ihr Längster, der 2,11-Meter-Mann Johannes Voigtmann, hatte sich am Samstag einen Bänderriss im Sprunggelenk zugezogen und fiel aus. Die Münchner nutzten ihren Größenvorteil zunächst aus, sie spielten zu Beginn den Ball immer wieder zu ihrer 2,10-Meter-und-mehr-Garde unter den Korb. Vor allem John Bryant (insgesamt 16 Punkte) sorgte für eine schnelle Führung (11:3/5.), Vladimir Stimac (6) und Jan Jagla von außen (zwölf Punkte, davon drei Dreier) garantierten, dass diese bis ins zweite Viertel hinein bestehen blieb.

Doch noch vor der Pause begann die Partie zugunsten der Gastgeber zu kippen, die ihr vermeintliches Manko in eine Stärke umwandelten. Sie waren zwar kleiner, dafür aber auch schneller und wendiger - und sie trafen aus der Distanz, allen voran Sean Armand, Justin Cobbs (je 18) sowie Quantez Robertson (16). Und wenn die Münchner nicht aufpassten, wuchtete Frankfurts verbliebener Center, der 2,06 Meter große Mike Morrison (14 Punkte), den Ball ins Netz.

Mit ihrer athletischen Spielweise und ihrem flotten Passspiel deckten die Skyliners die Schwächen der immer schwerfälliger und unbeweglicher wirkenden Münchner erbarmungslos auf: 25 Assists (gegenüber nur acht) und nur zehn Ballverluste (gegenüber 17) waren ein deutliches Zeichen für frischere Beine und flinkere Hände. Sogar im Rebound-Vergleich waren die Skyliners erstaunlicherweise vorn, den gewannen sie 34:31.

Alle Maßnahmen von Trainer Pesic verpuffen

FC-Bayern-Trainer Svetislav Pesic nahm Auszeiten, stellte die Abwehr um, konnte aber mit keiner Maßnahme verhindern, dass die Frankfurter davonzogen - über 44:32 (23.) und 58:42 (28.) bis auf 86:66 (38.). Jeden Annäherungsversuch des Titelverteidigers wehrten die Gastgeber umgehend bissig ab. "Es war ein sehr körperbetontes Spiel", resümierte John Bryant, "aber die Frankfurter haben uns auch einfach ausgespielt." Bezeichnend dafür war eine Szene zu Beginn des letzten Viertels, als Quantez Robertson einen Einwurf über das ganze Feld zum freistehenden Aron Doornekamp warf - und der den Ball völlig unbedrängt in den Korb legen konnte. Die Frankfurt Skyliners waren einfach wacher und schneller an diesem Abend.

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